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Tischtennis
Der ATSV kommt mit einem blauen Auge davon

Saarbrückens Nummer eins Na Yin (Foto) verlässt den ATSV. Als Nachfolgerin verpflichtete der Tischtennis-Zweitligist Nathalie Marchetti.
Saarbrückens Nummer eins Na Yin (Foto) verlässt den ATSV. Als Nachfolgerin verpflichtete der Tischtennis-Zweitligist Nathalie Marchetti. FOTO: Jutta Scholer/ATSV Saarbrücken / Jutta Scholer
Saarbrücken. Es war eine schwierige Saison für den ATSV Saarbrücken in der 2. Tischtennis-Bundesliga. Trotz dürftiger Ausbeute reichte es zur Erfüllung des Minimalziels: Der ATSV bleibt Zweitligist – nach der Sommerpause gehen die Saarbrückerinnen in ihre zwölfte Spielzeit in Folge in der 2. Liga. Von David Benedyczuk

Zum Klassenverbleib genügten in der Zehnerstaffel zwei Siege. Den ersten gab es gleich zum Auftakt mit dem 6:4 zuhause gegen die DJK Offenburg. Die DJK war dann am Saisonende der einzige Absteiger. Meister TSV Langstadt entschied sich zum Gang in die Bundesliga. Weil dort nur sieben Vereine spielten, musste bei einer Sollstärke von zehn kein Zweitligist absteigen. Das war das Glück des ATSV Saarbrücken. Denn 7:29 Punkte bedeuteten die schlechteste Bilanz der Saarländerinnen in elf Zweitliga-Jahren seit dem Aufstieg 2007.


„Wir sind alle froh, dass diese unglückliche Saison vorbei ist und wir mit einem blauen Auge davongekommen sind“, erklärte ATSV-Trainer Wolfgang Scholer nach der 1:6-Niederlage im letzten Spiel beim TuS Uentrop. Es war Saisonsniederlage Nummer 13 – eine Zahl, die zur Runde passt. Nach dem geglückten Start mit dem Sieg gegen Offenburg gab es für den ATSV vier klare Niederlagen. Teilweise war mehr drin. Etwa beim 1:6 gegen den MTV Tostedt, als die Saarbrückerinnen vier Fünf-Satz-Niederlagen kassierten.

Ein regelrechtes Fünf-Satz-Trauma durchlebte anfangs ATSV-Spitzenspielerin Na Yin. Sie gewann nur eines ihrer ersten sieben Spiele – und verlor fünf davon im fünften Satz. Insgesamt unterlag sie in sieben von neun Partien, die über volle Distanz gingen. Das hatte auch mit einem „Tennis-Arm“ zu tun, der die 38-Jährige lange beeinträchtigte. Dank einer starken Rückrunde mit 7:3 Siegen kam Na Yin noch auf eine positive Bilanz von 12:11 in ihrer zweiten und letzten Spielzeit in Saarbrücken. Sie stehe berufsbedingt nicht mehr zur Verfügung, sagte Scholer. Der ATSV verpflichtete deshalb die dreimalige belgische Meisterin Nathalie Marchetti (21).



Tanja Helle war Saarbrückens Neuzugang vor der abgelaufenen Saison. Ihr Debüt-Jahr als Nummer zwei beim ATSV verlief enttäuschend: Die Niederländerin blieb mit fünf Erfolgen bei 26 Niederlagen hinter den Erwartungen zurück. Die zweimalige niederländische Doppelmeisterin, die vom VTV Nieuwegein gekommen war, kam nicht annähernd an die Leistungsstärke der nach sieben Jahren beim ATSV in die luxemburgische Heimat zurückgekehrten Tessy Gonderinger heran. Auch im Doppel fiel Helles Bilanz mit 7:9 negativ aus.

Für die „Veteraninnen“ Ann-Kathrin Herges und Theresa Adams verlief die Runde mäßig. Herges, die ihren Lebensmittelpunkt in Leipzig hat, spielte nur 17 Partien – meist an Position vier. Sie gewann sechs davon. Adams, die etatmäßige Nummer drei, kam in 19 Partien auf sieben Siege. Sie war in der Rückrunde durch eine im Skiurlaub erlittene Knieverletzung beeinträchtigt.

Auch für die Jungen im Aufgebot war es keine gute Runde: Für Anne-Sophie Daub gab es weder im Einzel (0:12) noch im Doppel ein Erfolgserlebnis. Carolin Freude erreichte zwar eine ausgeglichene Bilanz von 3:3, schied mitten in der Saison aber im Unfrieden. Die Chemie zwischen ihr, der Clubführung und der Mannschaft habe nicht gestimmt, begründete Scholer im Januar den Abgang von Freude.

Erst Ende Februar glückte dem ATSV dann mit dem 6:3 gegen Tostedt der zweite Saisonsieg. Anteil daran hatte die im Januar verpflichtete Rumänin Mariana Stoian. Neben beiden 5:5 gegen die Leutzscher Füchse Leipzig sowie dem 5:5 in Offenburg gab es nichts zu holen. am Ende standen für den ATSV Saarbrücken zwei Siege, drei Unentschieden und 13 Niederlagen zu Buche.