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Das Kloster am Rande der Stadt gibt's bald nicht mehr

Kloster in Burbach schließt : Pfarrer Johannes J. Kreier: „Mich hat meine Kraft verlassen“

Wegen seiner angeschlagenen Gesundheit kündigt der katholische Geistliche die Schließung des Klosters am Rand der Stadt in Burbach an.

Eine „Kraftquelle“ solle dieser Ort sein, sagten die Schwestern der heiligen Klara, die im Advent 2003 ins ehemalige Pfarhaus von Herz Jesu in Burbach einzogen. Und das war dieser Ort sicher auch für viele Christen, die das Kloster am Rand der Stadt zu ihrem „geistigen Zentrum“ machten. Die Schwestern selbst und den Priester, der das Kloster mit ihnen zu einer Kraftquelle für viele Menschen gemacht hat, haben die Kräfte nun verlassen.

In einem Brief an den Bischof von Münster, der ihn für die Aufgabe im zum Bistum Trier gehörenden Kloster freigestellt hat, schreibt Pfarrer Johannes Joachim Kreier, dass ihn seine „Kraft verlassen“ hat. Die beiden im Kloster verbliebenen Schwestern seien in einem Alter, das die Arbeit für einen solchen Ort schwierig mache. Deshalb informierte Kreier Bischof Felix Genn in dem vom 29. August datierten Brief darüber, dass er sich entschlossen hat, „Ende November 2018 die Arbeit des Klosters am Rande der Stadt einzustellen“. Leider habe sich sein „gesundheitlicher Gesamtzustand“ seit einem „Kollaps im April dieses Jahres“ und dem Befund, dass er „in den Monaten zuvor einen kleinen Schlaganfall erlitten“ habe, „noch nicht wesentlich gebessert“, heißt es in dem Brief, den Kreier vor einigen Tagen auch in einem Gottesdienst in der Herz-Jesu-Kirche vorgelesen hat. Auf ärztlichen Rat bittet er seinen Bischof um ein Jahr Auszeit, um ein sogenanntes Sabbatjahr.

„Seit 15 Jahren habe ich das Kloster am Rande der Stadt auf meinen Schultern als eine anspruchsvolle und erfüllende Aufgabe“, schreibt Kreier. Bis vor drei Jahren war er parallel dazu auch Pfarrrer der katholischen Hochschulgemeinde auf dem Universitätscampus. Eine Arbeit, die er aufgegeben habe, „um einem Zusammenbruch zuvorzukommen und mich in dieser Zeit ganz auf die Arbeit im Kloster konzentrieren zu können“.

Zu seinen gesundheitlichen Problemen, schreibt Kreier, komme „schließlich die Entscheidung unserer beiden Schwestern, Saarbrücken zu verlassen, weil sie sich aufgrund ihres zunehmenden Alters den Aufgaben in Saarbrücken nicht mehr gewachsen sehen“. Somit sei die Schließung des Klosters am Rande der Stadt „die traurigste, aber einzige Lösung“. Sie sei getroffen worden „nach vielen Überlegungen und Gebeten, Gesprächen und Beratungen, natürlich zunächst mit dem zuständigen Vorgesetzten, Dechant Welter“. Mit Welter sei er im Gespräch gewesen, um „alternative Lösungen für den reibungslosen Fortbestand des Klosters am Rande der Stadt zu finden“. In dieser Phase „hat mich meine Kraft verlassen“, schreibt Kreier dem Bischof. Es sei endgültig: „Bis Ende November werden wir benötigen, um alles entsprechend abzuwickeln.“