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Wie die DJK St. Ingbert das Corona-Jahr meisterte

Amateurvereine in Corona-Zeiten : Fließender Übergang von der Fastnacht zum Fußball

Michael Wagner, Abteilungsleiter der DJK St. Ingbert, zieht Bilanz im „Corona-Jahr“ – und erzählt, wie es ihn zur DJK verschlug.

Als Michael Wagner vor ziemlich genau einem Jahr dem Rohrbacher Torhüter und Kapitän Yannik Dettweiler zum Gewinn der St. Ingberter Stadtmeisterschaft gratulierte, schien die Welt noch in Ordnung. Wagner, der Aktiven-Abteilungsleiter der DJK St. Ingbert konnte in den Januartagen 2020 schließlich nicht ahnen, dass sich das gesellschaftliche Leben und der Sport schon bald im Würgegriff einer Pandemie befinden würden. Nachdem die DJK die Hallen-Titelkämpfe vorbildlich organisiert hatte, sollte sie wenige Monate später auch die Stadtmeisterschaften im Freien veranstalten – doch dazu kam es bereits nicht mehr.

Das große Plus in der sportlichen Zwangspause sei bei der DJK das große ehrenamtliche Engagement und der Zusammenhalt, sagt Wagner. „Bei uns wird im Verein Hand in Hand zusammengearbeitet. Anders würde es nicht funktionieren. Die Abteilungen unterstützen sich bei Veranstaltungen und feuern sich gegenseitig bei Spielen an. Letztlich ist doch jeder Erfolg schön, den eine Mannschaft der DJK feiern kann “, findet der 55-Jährige.

Eigentlich ist Wagner ein „Bexbacher Bub“, der lange für den FSV Jägersburg spielte. Die Liebe verschlug ihn schließlich nach St. Ingbert. Vor einigen Jahren kam bei einem Hobbyturnier der Kontakt zur DJK St. Ingbert zustande. Dort saß Wagner schon bald im Spielausschuss und war unter anderem daran beteiligt, dass der ehemalige Regionalligaspieler Dimitri Papava (Borussia Neunkirchen, SV Elversberg) 2013 bei der DJK als Trainer anheuerte.

Vor seinem Engagement in St. Ingbert hatte sich Wagner in der Mittelstadt bereits als Vorsitzender und Sitzungspräsident der „Dengmerter Narrezunft“ einen Namen gemacht. Es sei „ein fließender Übergang von der Fastnacht zum Fußball“ gewesen. „Das sind ja beides tolle Sachen, bei denen es um Kameradschaft und Gemeinschaftsgefühl geht. Diese Dinge vermisse ich aktuell wegen Corona sehr. Es hilft aber alles nichts. Wir müssen jetzt die nötige Geduld aufbringen, alles gemeinsam zu meistern“, betont der 55-Jährige.

Im letzten Jahr hatten die DJK-Verantwortlichen nach dem ersten Lockdown auf eine Besserung der Situation gehofft – doch nach einer kurzen Atempause wurde alles wieder schlimmer. „Wir haben in punkto Hygienemaßnahmen alles gemacht, was ging. Wir durften zwischenzeitlich sogar das A-Jugend-Pokalfinale zwischen der SV Elversberg und dem 1. FC Saarbrücken austragen“, meint Wagner und ergänzt: „Auch unsere Punkterunde in der Kreisliga konnte beginnen. Aber jetzt ruht wieder alles – das ist schon ein richtig trauriger Anblick.“

Trotz Corona blickt Wagner positiv in die Zukunft und hofft darauf „dass wir mittelfristig alles in den Griff bekommen“. Im Aktivenbereich habe die DJK St. Ingbert eine gute Basis geschaffen, auf die es nun aufzubauen gelte. In der Winterpause kehre mit Dennis Lewen von der DJK Bildstock ein hoffnungsvolles Talent an die Obere Rischbach zurück. Und der Abteilungsleiter hofft auch darauf, dass Spielertrainer Christian Buhl sowie Co-Trainer Stanislav Sacharov über das Saisonende hinaus bei der DJK St. Ingbert bleiben. „Beide machen das richtig gut. Sie hatten ja bislang noch nicht viel Zeit, die Jungs Stück für Stück weiterzuentwickeln“, meint Wagner. Aktuell ist die DJK in der Kreisliga A Bliestal Tabellensiebter, aber es gibt auch „keinen Druck, unbedingt vorne mitspielen zu müssen“, sagt Wagner. Und hofft darauf, dass er nicht noch ein weiteres Jahr warten muss, ehe er wieder live vor einer vollen Hütte die St. Ingberter Stadtmeisterschaft verfolgen darf.