Private Hilfe St. Ingberter Radbegeisterte sammeln Geld für Erdbeben-Opfer

St Ingbert · Sabine und Klaus Bosslet legen mit ihren Rädern viele Kilometer zurück. Jetzt zeigen sie Bilder ihrer Nordkap-Malta-Fahrt und unterstützen damit eine marokkanische Familie.

 Bei einer Trekkingtour in Marokko (von links): Klaus Bosslet, Abderrahim Id Boussalem, genannt Abdou, Sarah Bosslet, Sabine Bosslet. Foto: Bosslet

Bei einer Trekkingtour in Marokko (von links): Klaus Bosslet, Abderrahim Id Boussalem, genannt Abdou, Sarah Bosslet, Sabine Bosslet. Foto: Bosslet

Foto: Bosslet

Im September vergangenen Jahres erschütterte ein schweres Erdbeben weite Teile Marokkos. Eine Katastrophe mit vielen Toten und noch mehr zerstörten Häusern. Sabine und Klaus Bosslet, zwei radbegeisterte St. Ingberter, kennen eine betroffene Familie persönlich. Sie wollen helfen. Deshalb stellen die Bosslets ihre 8000-Kilometer-Reise vom Nordkap nach Malta (wir berichteten) bei einem Multimedia-Vortrag am Sonntag, 28. April, ab 17 Uhr im ehemaligen Pfarrheim St. Josef auf dem Hobels vor. Der Eintritt ist frei. Sie sammeln jedoch Spenden für die Berberfamilie. Im Sommer will das St. Ingberter Paar dann nach Marokko reisen und das Spendengeld persönlich überbringen.

Über Treckingtouren in dem nordafrikanischen Land haben die St. Ingberter die Familie kennengelernt. Klaus Bosslet: „Unser Freund heißt Abderrahim Id Boussalem, genannt Abdou. Er und seine Familie wohnen in einem Ortsteil von Imlil im Hohen Atlas, in Mzikene.“ Die Region liegt südlich von Marrakesch.

Marokkanischen Freunden hat Erdbeben das Haus zerstört

„In dem Haus“, erzählt Bosslet weiter, „wohnen Abdou mit seiner Frau und drei Kindern, zehn, 14 und 19 Jahre alt, seine gehbehinderten Eltern und sein Bruder mit seiner krebskranken Frau.“ Mit Abdou als Trekkingführer waren die Bosslets mehrmals im Hohen Atlas unterwegs, einmal auch mit ihrer Tochter Sarah. Sie wollten wieder hin, berichtet Klaus Bosslet: „Zuletzt haben wir im Sommer 2023 mit den Planungen für eine Wüsten-Trekkingtour mit Abdou begonnen. Und dann kam das Erdbeben.“

Unmittelbar danach riefen die St. Ingberter die afrikanischen Freunde an. Und waren erleichtert, dass es in der Familie keine Todesopfer gab. Allerdings zeigte sich bei einem Videoanruf das Ausmaß der Zerstörung. „Den Schaden hat Abdou in seiner muslimischen Bescheidenheit heruntergespielt“, sagt Bosslet. Aber das Ausmaß sei verheerend.

Diashow bringt Geld für Wiederaufbau

Die Familie wohne derzeit in einem günstigen Appartement nahe Marrakesch. Abdou pendele zwischen der Stadt und Imlil, um sein Haus wieder aufzubauen. Und er müsse schauen, dass seine Einkünfte aufrechterhalten bleiben als eigenverantwortlicher Trekking-Guide im Hohen Atlas. Bosslet: „Mit dem temporären Umzug ermöglicht er seinen Eltern eine altersgerechte Unterkunft und seine Kinder haben die Sicherheit, eine weiterführende Schule zu besuchen.“

Die Spenden der Diashow nehmen die Bosslets zu 100 Prozent mit, weiteres Geld wollen sie über Geburtstage und ähnliches zusammenbringen. Schon im vergangenen Herbst hatten sie sich aufgemacht und gesammeltes Geld von deutschen Freunden nach Marokko gebracht. Überweisen gehe nicht, sagt Bosslet: „Es würde wohl irgendwo versickern.“

Multimedia-Vortrag am Sonntag, 28. April, ab 17 Uhr im ehemaligen Pfarrheim St. Josef auf dem Hobels: Die St. Ingberter Familie Bosslet stellt ihre Nordkap-Malta-Reise vor.

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