Sportvereine werben in St. Ingbert um Grundschüler

Wir im Verein mit dir : Sportvereine warben um Grundschüler

Grundschüler müssen in der Schule viel sitzen. Sport soll den Bewegungsmangel ausgleichen – am besten im Verein.

Gemeinsam geht vieles besser. Das gilt auch für Mitglieder in Sportvereinen. Gerade auf junge Vereinsmitglieder hat die Gemeinschaft durchaus positive Wirkung, wie eine Studie der Uni in Saarbrücken herausfand. Jungs werden durch den Sport ausgeglichener, die Mädels werden selbstbewusster. Deshalb kann es neben der gesundheitsfördernden Wirkung des Sports und der verbindenen Gemeinschaft gerade für Kinder gut sein, sich in Sportvereinen zu organisieren. „Wir im Verein mit dir – Grundschulkinder in Sportvereine“ möchte dazu einen Beitrag leisten.

Die Veranstaltung, eine Initiative der Landesregierung und des Landessportverbandes, die über die Jahre in allen Landkreisen zu Gast ist, war in der vergangenen Woche auch in St. Ingbert. In drei Stunden wurden rund 360 Schülern der zweiten bis vierten Klassen der Albert-Weisgerber- und der Rischbachschule acht Sportarten von heimischen Vereinen vorgestellt. Turnen, Tennis, Fechten, Tanz, Judo, Badminton, Rhythmische Sportgymnastik und Gardetanz, immer unterbrochen durch ein aufmunterndes Rahmenprogramm, konnten die Grundschüler so kennenlernen. Trainer erläuterten, ab welchem Alter der jeweilige Sport betrieben werden kann, welche Anforderungen er stellt oder ließen junge Vereinsmitglieder in einem simulierten Wettkampf gegeneinander antreten. Begeistert verfolgten die jungen Zuschauer das Geschehen auf der Bühne, auf der auch Klassenkameraden ihr Können zeigten.

So ernteten beispielsweise die jungen Fechter bewundernde Blicke, als sie in ihrer Wettkampfkleidung mit der Namensnennung auf dem Rücken so ganz anders daherkamen als im Schulalltag. Wie ausgeprägt der Bewegungsdrang der Grundschulkinder ist, der durch die Vereine in sportliche Bahnen gelenkt werden soll, zeigte sich zwischen den Sportvorführungen, als Dennis Ebert, bekannt als Eddi Zauberfinger, der senegalesische Trommelkünstler Ibou sowie Zauberer und Jongleur Martin Mathias gemeinsam musizierten und zum Mitmachen aufforderten. Es hielt die Kinder kaum auf den Sitzkissen, die auf den Hallenboden gelegt wurden, damit auch diejenigen in den hinteren Reihen noch das Geschehen auf der Bühne verfolgen können. Die drei Kinderkünstler sind seit Beginn der Aktionsveranstaltung im Jahr 2001 als Botschafter von „wir im Verein mit dir“ dabei. Ebert komponierte für die Aktion ein eigenes Lied, das mittlerweile die Erkennungsmelodie ist. In ihm heißt es : „Du kannst trainieren für Olympia oder für dich nur ganz allein. Frag deine Freunde, viele sind schon da, komm doch zu uns in den Verein.“

Eine Evaluierung im Saarland hatte über sechs Jahre gezeigt, dass in den Städten und Gemeinden zwischen 55 und 80 Prozent der Grundschulkinder in Sportvereinen sind. Unmittelbar nach einer solchen Veranstaltung seien rund 46 Prozent aller Nicht-Vereinsmitglieder einem Sportverein beigetreten und im Laufe des Folgejahres weitere 20 Prozent. Ein Erfolg, der sich sehen lassen kann. Bei der St. Ingberter Veranstaltung konnten bei Weitem nicht alle „sportlichen“ Vereine vorgestellt werden, die sich für diese besondere Veranstaltung, die vor sieben Jahren letztmalig in der Mittelstadt zu Gast war, beworben hatten. Doch dieser kleine Auszug aus vielen Möglichkeiten zeigte bereits die Bandbreite der Vereinslandschaft, bei der den Grundschulkindern die Entscheidung schwer fallen dürfte. „Ja in St. Ingbert passiert noch was im Sport“, zeigte sich auch Bernhard Schmitt, Landesbeauftragter für pädagogische Prävention und Geschäftsführer von „Wir im Verein mit dir“ beeindruckt.

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