Schulstart für 263 Kinder in St. Ingbert

Schulanfang : Erste Schritte in die „Monster-Klasse“

Insgesamt 263 kleine Abc-Schützen wurden am Montag in St. Ingbert eingeschult. Die SZ war bei der der Feier für die „Neuen“ an der Pestalozzischule in Rohrbach dabei.

40 Augenpaare waren in der Turnhalle gespannt nach vorn gerichtet. Dorthin, wo Schulleiterin Nadine Müller stand, um die neuen Schülerinnen und Schüler willkommen zu heißen. In diesem Jahr hat die Rohrbacher Schule von allen Grundschulen des Stadtgebiets mit 73 Prozent den größten Zuwachs zu verzeichnen. Im vergangenen Jahr besuchten dort 23 Kinder erstmals die Schule, die alle noch Platz in einer Klasse hatten. Nun ist der neue Jahrgang Erstklässler zweizügig und die Kinder sind künftig Teil der Monster- oder der Seeferdchen-Klasse. Ihnen zur Seite gestellt wird jeweils ein Drittklässler, der „euch schon mal an die Hand nimmt, um euch beispielsweise den Weg zur Toilette oder zu den anderen Räumen zu zeigen“, wie die Schulleiterin die Aufgabe der Paten erklärte.

Sich selbst stellte Nadine Müller als „Chefin“ der Schule vor, die mit ihrem Kollegium dafür sorge, dass an der Schule alles klappe und die Stundenpläne bei den Schülern gut angekommen seien. Denn auch, wenn die jüngsten Schüler in der Vergangenheit bereits zu Hause oder im Kindergarten viel gelernt hätten, so „beginnt heute doch etwas ganz Neues.“

Nun gebe es mit der Schule noch einen weiteren Lernort. „So schlimm ist es nicht“, versucht die Direktorin die Angst vor dem noch Unbekannten zu nehmen. Mindestens genau so aufgeregt wie die Schulneulinge waren auch deren Eltern und Großeltern. Nadine Müller vermutete, dass die Verwandtschaft den Kindern im Vorfeld bereits über ihre eigenen Erfahrungen in der Schule berichtet hat. Und zum Trost: „Auch die Lehrer waren mal Schulkinder. Da muss jeder durch.“

Ob das beruhigend wirkt? Auf alle Fälle sind die Mädchen und Jungen gespannt, was auf sie zukommt, zumal ein Lied über Pippi Langstrumpf als Schülerin sowie ein Gedicht über den Schulalltag, die von den Patenklassen vorgetragen werden, auch Spaß versprechen. „Ihr lernt die Zahlen, rechnen, schreiben und lesen, es gibt die Fächer Turnen, Singen und Zeichnen“, zählt Nadine Müller einige der Schulaktivitäten auf. „Die Schule gibt vor allem Antwort auf viele Fragen, die euch vielleicht nicht mal die Eltern beantworten können“, macht sie neugierig, wie es nach dem ersten Schultag weitergeht.

Vor allem gehe es in er Schule ums „Mitmachen“. Jede Stunde sei wie eine neue Serie oder Sendung im Fernsehen. „In einer Serie geht es vielleicht ums Lesen und Schreiben – das nennt man Deutschunterricht.“

So gebe es also in Zukunft jeden Tag fünf Stunden volles Programm, das oft gefällt, manchmal aber vielleicht auch nicht. „Es gibt bestimmt auch mal ein Programm, das ihr lieber abschalten würdet“, sagt die „Chefin“, die mit dem Lehrerteam allerdings versucht habe, es so zu gestalten, dass es abwechslungsreich ist und bei dem man gern „zuschaue“.

Schule bedeute aber auch, Teil einer Gemeinschaft zu sein, in der man bereits seit dem Kita-Alter bestehende Freundschaften ausbauen, aber auch neue schließen könne. Es gebe auch Regeln, die es in den nächsten Tagen zu lernen und später zu befolgen gilt. Manchen Eltern fiel das Loslassen sichtlich schwer, doch auch für sie hatte die Schulleiterin tröstende Worte parat: „Auch für Sie ist es ein neuer Schritt, da Sie das Programm morgens nicht mehr bestimmen. Aber wir hoffen, dass Sie uns vertrauen und unterstützen werden. Wir werden uns bemühen, eine gute Mischung aus Ernst und Spaß für ihre Kinder zusammenzustellen.“ Und dann ging es für die kleinen Monster und Seepferdchen mit ihren Lehrerinnen zu einem ersten Kennenlernen in die Klassen.

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