Franz, das Fest in der Altstadt von Blieskastel

Und wie geht es nun weiter? : Das Fest in der Altstadt ringt um Resonanz

Noch während am Freitag und Samstag „Franz“ in Blieskastel gefeiert wurde, gab es neue Vorschläge für eine andere Zukunft.

Kehrt der ehrwürdige Franz-Carl wieder in seine Gruft zurück? Gibt es dafür wieder ein Altstadtfest wie früher, als – wie der Volksmund weiß – immer alles besser war? Der Sprecher im Radio hat den Wechsel des Blieskasteler Traditionsfestes schon vollzogen, als er die Hörer im Funkkalender über den Sender zum „Blieskasteler Altstadtfest“ einlud. Und wenn man genau hinguckte, war es nicht mehr „Franz, das Straßenfestival“ wie im vergangenen Jahr, sondern auch hier schon eine kleine Kehrtwende zu „Franz, das Fest in der Altstadt“. Und war es nicht ein Versprechen des zukünftigen Bürgermeisters Bernd Hertzler im Wahlkampf, wieder zum Altstadtfest zurückzukehren?

Nach der Gluthitze im vergangenen Jahr hatte man heute einen Ausweichtermin genommen, um damit auch wieder ein bisschen Pech zu haben. „Unwettergefahr mit Hagel und Starkregen“ hatten die Wetterfrösche gewarnt. Und just gegen Abend, als das Fest eröffnet werden sollte, gingen die bangen Blicke der Organisatorinnen immer wieder zum Himmel. Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener lobte beim Fassbieranstich die unermüdlichen Macherinnen. Denn das Fest mit dem männlichen Namen hat in der Hauptsache weibliche Protagonisten. „Und das bei der bekannt schlechten Personalsituation im Kulturamt“, wie die Bürgermeisterin einräumte, bei der Sandy Will, Brigitte Adamek-Rinderle und Christel Jene ganz besonders gefordert waren.

Nachdem sich abzeichnet hat, dass man wettertechnisch noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen ist, wurde bei einem kühlen Getränk auch über das Fest diskutiert und sinniert. „Wir haben hier auf dem Paradeplatz wieder die Vereine, die sich für eine Zusammenarbeit interessiert haben. Und wir konnten ihre Wünsche weitgehend erfüllen“, erläuterte Sandy Will, die im „richtigen“ Leben kommunale Gleichstellungsbeauftragte der Stadt ist. Dabei ist sie doch seit ein paar Jahren für die Organisation des vorweihnachtlichen Marktes rund ums Rathaus verantwortlich. „Wir müssten für das Fest so etwas wie eine Arbeitsgemeinschaft gründen“, schlug Brigitte Adamek-Rinderle vor: „Die Stadt kümmert sich um die Rahmenbedingungen, das Fest müssten dann die Vereine stemmen“.

Wobei Achim Jesel, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Stadtrat, gab zu Bedenken, dass viele Vereine personell und von der Altersstruktur her nicht mehr in der Lage seien, solche Veranstaltungen zu stemmen. Das Fest „Franz“ jedenfalls habe in der jetzigen Form nicht die große Anziehungskraft für Vereine. Dennoch: „Das Fest hat schon Zukunft“, prognostizierte Blieskastels Ortsvorsteher Jürgen Trautmann. „Man muss frühzeitig mit der Planung beginnen, die Vereine müssen verstärkt eingebunden werden“, unterstrich der CDU-Kommunalpolitiker. Man könne auch den Biosphären-Gedanken stärker einbringen.

Was bleibt? Der Eröffnungsabend war wegen der unsicheren Wetterlage eher durchwachsen, „aber die, die da waren, blieben sehr lange“, hatte Sandy Will beobachtet. Tolle Stimmung auch bei der grünen Jugend, die hinter der Festhalle an der Stelle der ehemaligen Rockbühne großen Zuspruch fand. Dort ging auch die Party am Samstagabend wieder so richtig ab bis in die tiefe Nacht. Das Musikprogramm war in diesem Jahr quantitativ und qualitativ deutlich besser. Der Samstagnachmittag war ebenfalls aufgewertet worden, allerdings fehlte hier die große Resonanz. Schade eigentlich, denn da waren Ansätze für einen Neuanfang durchaus erkennbar. So zog „Steffi Stepwalk“ farbenprächtig ihre Kreise auf Stelzen durch die Altstadt, auch Trommler Dédé und das Kinderschminkprogramm kamen sehr gut an.

Eine Jam-Session mit vielen Musikern gab es beim Franz-Fest vor der Blieskasteler Eisdiele. Foto: Erich Schwarz

Ganz toll war die Session der Musiker gegenüber der Eisdiele. Hier zeigten sich Nico Maus, Stefan Reuther, Peter Klaus, Alex Scherer und Stefan „Fossy“ Paul von ihrer spontanen musikalischen Seite. Von Michel Sardou über Johnny Cash bis Bruno Mars haben sie künstlerisch alle Register gezogen. Noch nie hatten die Musiker in dieser Besetzung zusammengespielt, aber es machte ihnen offensichtlich Spaß. Und das spürten auch die Zuschauer und Zuhörer. Leider waren bei den Line-Dancern oder dem Schlagzeugaltemeister Roland Jene mit seiner Band „Escort Service nicht so viele Zuschauer gewesen. Auch sie hätten einen Besuch aufgrund ihres musikalischen Könnens sicherlich verdient gehabt.

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