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Grünen-Chef: Ingobertus muss aus Kreisel raus

Grünen-Chef: Ingobertus muss aus Kreisel raus

Mit harscher Kritik am Vorgehen der Verwaltungsspitze melden sich die St. Ingberter Grünen zu Wort. Die Ingobertus-Statue müsse wieder raus aus dem Kreisverkehr in der Ensheimer Straße, fordern sie.

St. Ingbert. Die steinerne Ingobertus-Statue im Kreisverkehr Ensheimer Straße erhitzt die Gemüter. Jürgen Berthold, Fraktionschef der Grünen im St. Ingberter Stadtrat, meldet sich empört zu Wort. Nach Ansicht seiner Fraktion kann das Objekt nicht an der jetzigen Stelle bleiben, da es verkehrsgefährdend sei und der Kunst- und Kulturstadt St. Ingbert nicht gerecht werde. Auch an der Vorgehensweise des OB reibt sich der Grüne: "Dass der aus dem Amt ausscheidende Oberbürgermeister Georg Jung ohne Bürgerbeteiligung, ohne Künstlerwettbewerb, ohne Mitsprache der Kommunalpolitiker selbstherrlich die neugeschaffene Ingobertus-Statue auf dem Verkehrskreisel Ensheimer Straße/Südstraße auf Kosten der Steuerzahler - das sind rund 20 000 Euro plus Arbeitslohn - blitzartig aufstellen ließ, zeigt wieder einmal exemplarisch, wie absolutistisch, bürger- und demokratiefeindlich Georg Jung denkt und handelt."Die Idee einer Statue, die an den Namensgeber der Stadt erinnern soll, hatten Pfarrer Arno Vogt und Ortsvorsteher Ulli Meyer erst vor einigen Wochen öffentlich gemacht. Noch während sich der Ortsrat mit dem Thema beschäftigte, kam die Statue vergangene Woche an ihren angedachten Platz. OB Jung hatte sie bestellt, weil sie ihm, wie er sagte, eine Herzensangelegenheit war und die Gestaltung der Kreisel in seinen Handlungsbereich liege.

Grünen-Sprecher Berthold mutmaßt persönliche Gründe hinter dem Vorgehen des Verwaltungschefs: "Getrieben von seinem Ehrgeiz, doch noch positiv in die Geschichte St. Ingberts einzugehen, versucht er sich mit der Ingobertus-Statue zum Abschied ein Denkmal zu setzen. Ob ihm dies mit dieser monumentalen, die Grenze des Kitsch streifenden Statue gelingen wird, darf bezweifelt werden."

Der Kommunalpolitiker findet, eine solche Statue gehöre an einen stillen Ort, wo die Menschen auch mal verweilen und anhand einer Tafel etwas zur Geschichte des heiligen Ingobertus nachlesen könnten. Den Kreisel hält er für ungeeignet.mbe

Foto: Schetting