Einblicke in die Holzflößerei

Die ungewöhnlichste Art des Holztransports dürfte die Holzflößerei sein. Einblicke in das Abenteuer auf großen Flüssen bietet eine Ausstellung zum Jubiläum „300 Jahre forstliche Nachhaltigkeit in Deutschland“.

Forstbetriebe und staatliche Forsteinrichtungen begehen in diesem Jahr das Jubiläum "300 Jahre forstliche Nachhaltigkeit in Deutschland". Ausstellungen zum Thema möchten den Bürgern dieses Jubiläum und seine Sinnhaftigkeit näher bringen. Eine solche Ausstellung gibt es derzeit in der Markthalle des Blieskasteler Rathauses. "Bambusfloß, Schwarzwaldtanne und Bliesgau-Eiche" heißt sie und gibt Einblicke in die Geschichte der Holzflößerei, die faszinierende Form der Holztransporte auf der ganzen Welt, wo Holz auf Wasserwegen ganz ohne zusätzliche Energiezufuhr transportiert wird. Auf großen Tafeln werden Fotos aus den frühen Zeiten der Flößerei gezeigt, gepaart mit interessanten Informationen zum Thema.

So habe die Flößerei im Laufe der Zeit Land und Leute geprägt, Flüsse seien gestaut und begradigt worden. Neben dem eigentlichen Material, dem Holz, habe man auch zusätzliche Waren, so genannte Oblast, transportiert, zum Beispiel Getreide, Wein, Salz, Tiere und andere Kulturgüter. Gleichzeitig zeigt eine Bilderausstellung "Caravanes des Bambous" die Heldengeschichte einer Handvoll außergewöhnlicher Männer, die seit Generationen immer wieder eine fünf bis zehn Wochen lange Flussreise von fast 500 Kilometern über die Seen, Flüsse und Kanäle von Bangladesch auf sich nehmen, um ihren Bambus vom Ort der Ernte bis zum Lieferort nahe der Hauptstadt Dhaka zu transportieren.

Das Jubiläum der Nachhaltigkeit wolle die Stadt Blieskastel als einer der größten saarländischen Waldbesitzer gemeinsam mit dem Biosphärenverein Bliesgau mit dieser besonderen Ausstellung begleiten, so Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener. Der leitende Forstdirektor Georg Josef Wilhelm, auch erster Beigeordneter der Stadt, erinnerte daran, dass es auf der Erde seit knapp 300 Millionen Jahren Wälder gibt. Nachdem die Bäume und das Holz vorher an Ort und Stelle geblieben wären, hätten erst vor 3000 Jahren Menschen damit begonnen, das Holz zu transportieren, mit einfacher Körperkraft, mit Hilfe von Tieren oder aber mit Hilfe des Wassers und der Flößerei, die er als komplizierte und ebenso anspruchsvolle Technik bezeichnete.

Sie sei schon in der Antike genutzt worden und bereits damals hätten die Menschen gebundene, schwere Holzflöße über das Mittelmeer befördert. Leider hätten bei dieser außerordentlich gefährlichen Tätigkeit viele Menschen ihr Leben verloren. Höhepunkt der Flößerei im regionalen Raum sei im 18. Jahrhundert gewesen, die Beherrschung der Technik durch den Menschen hätte aber auch zu großen Zerstörungen von Wäldern geführt, was er am Beispiel Schwarzwald verdeutlichte.

Helmut Wolf, Revierleiter im Blieskasteler Wald, informierte an den einzelnen Tafel über diese einzigartige Ausstellung, die eine Leihgabe der Hansgrohe Aquademie sei und mit Hilfe des Flößervereins Schiltach zusammengetragen und durch lokale Exponate ergänzt wurde. So waren in der Rathaus-Markthalle auch große Stämme ausgelegt, die grundlegend für den Zusammenbau von Flößen gewesen sind.

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Auf einen BlickDie Ausstellung dauert noch bis zum 16. Oktober und ist montags bis freitags von 10 bis 12 und von 14 bis 17 Uhr geöffnet oder auch nach Vereinbarung und sollte besonders auch für Schulklassen und Besuchergruppen von Interesse sein. Infos beim Revierleiter Helmut Wolf unter Tel. (0 68 42) 18 50. fb