Aufpasser soll Schulhof bewachen

Es fehlt eine ordnende Hand, die zwischen 14 und 17 Uhr rund um die Wiesentalschule in der Gemengelage zwischen Grundschulkindern, offener Jugendarbeit und uneinsichtigen Besuchergruppen den Überblick behält. Eine private Security soll das versuchsweise ändern.

. "Es gibt viele Probleme mit der weitläufigen Nutzung auf dem Gelände mit Wiesentalschule und Kinderhaus", sagten Werner Koch und Sybille Oetzel-Potdevin. Und keiner, der am Donnerstagabend die Sitzung des Ausschusses für Kultur, Bildung und Soziales verfolgt hat, konnte dem Schulleiter der Rischbachschule und der Lehrerin an deren Dependance Wiesentalschule widersprechen. Denn die "Situation im Kinderhaus und in der Wiesentalschule am Nachmittag", welche die CDU-Fraktion aufgrund von Elternbeschwerden auf die Tagesordung gebracht hatte, ist wirklich komplex.

Wo aber liegen die Probleme? Vereinfacht gesagt in fehlenden Aufsichtsmöglichkeiten. Am Nachmittag spielt sich rund um den innenstadtnahen Schulhof Folgendes ab: Von 14 bis 17 Uhr besuchen 45 Grundschüler der Rischbachschule im Obergeschoss des Kinderhauses die Freiwillige Ganztagsschule. Parallel bietet die Caritas im Untergeschoss des Kinderhaus eine offene Jugendarbeit für etwa 20 Sechs- bis 14-Jährige, die allerdings nur im Gebäude selbst beaufsichtigt werden. Ab 13.30 Uhr läuft schließlich in der Wiesentalschule auch noch die Hausaufgabenhilfe für Migrantenkinder .

In diese Gemengelage mischen sich nach Erfahrung der Lehrer regelmäßig teils alkoholisierte Jugendliche, die sich nichts sagen lassen und die kleineren Kinder verschrecken, sowie Eltern, die ihre Kinder auf dem Schulhof toben lassen. Keiner hat den Überblick, keiner eine Handhabe. Und da ist vom benachbarten Multifunktionsfeld noch nicht gesprochen. "Das haben wir vor zwei Jahren schon einmal in einem Stadtrats-Ausschuss alles angesprochen, passiert ist aber nichts", meinte Schulleiter Koch, der jetzt auf eine Verbesserung der Lage drängte.

Was also tun? Längere Zeit debattierte der Ausschuss einen Vorschlag, den Christa Strobel (CDU ) machte: "Dann müssen wir den Schulhof bis 17 Uhr für die Öffentlichkeit sperren." Hier hatte zunächst die Verwaltung Bedenken, weil der offene Zugang zu den Schulhöfe am Nachmittag für alle Grundschulen im Stadtgebiet gelte und die dortigen Spielmöglichkeiten Bestandteil des städtischen Spielplatz-Leitplans seien. Christine Wieth (WfI) äußerte die Sorge, "wenn wir hier ein Verbot aussprechen, wird das schnell auch für die anderen Schulhöfe gefordert". Auf wichtige Spielräume zu verzichten, sei aber keine gute Lösung. Das unterstützte Mathilde Thiel (SPD ), die zudem Verbote im Umfeld des Kinderhauses als falsches Zeichen wertete.

Eine Sperrung und Verbote waren aber letztlich vom Tisch, als Pascal Rambaud (CDU ) darauf hinwies, Fragen fehlender Aufsicht zu lösen, sei letztlich nicht vorrangig Aufgabe des Stadtrates, sondern der Verwaltung. Diesen Schuh zog sich der Oberbürgermeister ohne Zögern an. Hans Wagner brachte zunächst eine bezahlte Aufsichtskraft, sprich einen Hausmeister mit Autorität, ins Spiel. Und dann konkretisierte seinen Vorschlag fürs Verwaltungshandeln: "Wir beauftragen eine private Security. Das wäre eine gute Lösung." Jetzt will das Rathaus einen Sicherheitsdienst beauftragen sowie Bedarf, Erfolg und Kosten des Aufpassers prüfen. Und spätestens im nächsten Frühjahr will sich Sozialausschuss, der sich einen Beschluss zum Wiesental-Schulhof offen hielt, nochmals mit den Thema befassen.