Sorgenkind Rischbachschule

„Der Zusammenhalt stimmt und die Anmeldezahlen steigen“, so Ortsvorsteher Uli Meyer. Dennoch herrschte Konsens bei Schulleiter Werner Koch und den Ortsrats-Besuchern: Die Rischbachschule muss ertüchtigt werden.

Der Ortsrat St. Ingbert-Mitte besuchte in den vergangenen Monaten alle Grundschulen in seinem Zuständigkeitsbereich. Vor der jüngsten Sitzung des Rates stand nun die Rischbachschule auf dem Plan.

Schulleiter Werner Koch begrüßte dessen Mitglieder im Beisein seiner Stellvertreterin und Elternvertretern. "Das Thema Rischbachschule ist ein Riesenpaket", so Koch, "ich habe das Gefühl, viele wissen gar nicht, dass es ein Konstrukt aus Wiesental- und Rischbachschule ist und die Schüler aus einem großen Schulbezirk bis hin nach Rentrisch kommen." Er sei seit 20 Jahren an der Schule, in denen nicht viel am Gebäude passiert sei. Fenster und Dach seien erneuert, aber auch viel geflickt worden.

Das Gebäude sei anfällig und das Hauptproblem die Energiesituation, da ein großer Teil des Gebäudes keine Wärmedämmung habe. "Hier muss etwas passieren", appellierte Koch an die Anwesenden, "ich persönlich finde das Gebäude architektonisch gelungen, aber nicht in der Bauausführung". Man habe die nötige Infrastruktur, die Schule liege im Grünen, die Lehrer engagierten sich und im Alltag funktioniere alles reibungslos. Derzeit gehen 380 Kinder in die Rischbach- beziehungsweise Wiesentalschule, wovon 138 die Freiwillige Ganztagsschule besuchen. 100 davon wiederum nehmen dort auch ihr Mittagessen ein, womit man voll ausgelastet sei.

Trotzdem machte Koch kein Hehl daraus, dass er am Standort festhalte, auch weil viel an "Eltern-Kraft" reingesteckt wurde. Das Konzept der Gebundenen Ganztagsschule sei derzeit an der Schule kein Thema, da es die Räumlichkeiten nicht hergeben. Die konnten hinterher bei einem Rundgang besichtigt werden. Einige Klassensäle haben Nebenräume, die das Lehrpersonal als Stauraum nutzt, der frühere Werkraum ist heute Küche. In jedem Raum gibt es ein Netzwerk, der PC-Raum ist mit 16 Computern ausgestattet.

All das trage zu einer guten Ausbildung bei und auch das Umfeld schaffe eine "extreme Lebensqualität", wie Uli Hantke von der Eltern- und Bürgerinitiative betonte. Man wolle alles dafür tun, dass es am Standort mit seinem idealen Campuscharakter weitergehe. Bei all diesen Vorteilen herrschte aber Konsens darüber, dass die Rischbachschule ertüchtigt werden müsse. Eine Brandmeldeanlage wurde installiert, ein zweiter Rettungsweg müsse noch geschaffen werden, wies Alex Beck, Abteilung Gebäude und Liegenschaften bei der Stadt, auf die Problematik des Brandschutzes hin. Die Ebenen müssten gegeneinander abgeschottet werden. Problem sei auch das thermisch nicht entkoppelte Stahlskelett, so dass das Gebäude im Prinzip ein Rohling ist.

"Ich sehe an allen drei Grundschulen Handlungsbedarf. Wir müssen die Bildungssituation der Kinder verbessern", so Ortsvorsteher Uli Meyer, "die Rischbachschule ist aktiv, der Zusammenhalt stimmt und die Anmeldezahlen steigen." Deshalb sprach sich der Ortsrat für den Erhalt des Standortes aus und fasste den Beschluss, dass die Bürger in die weiteren Planungen einbezogen werden sollten.