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150 Jahre Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr

150 Jahre Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr

Der Löschbezirk St. Ingbert-Mitte der Freiwilligen Feuerwehr wird in diesem Jahr 150 Jahre alt. Aus diesem Anlass sind viele Aktivitäten geplant, die am Samstag mit einem Festgottesdienst in St. Josef und einem Festkommers in der Stadthalle begannen.

 Auch die Standartenträger legten eine Schweigeminute für die verstorbenen Kameraden der Feuerwehr ein.
Auch die Standartenträger legten eine Schweigeminute für die verstorbenen Kameraden der Feuerwehr ein.

. Mit einem ökumenischen Festgottesdienst in St. Josef haben am Samstag die Aktivitäten zum 150. Geburtstag des Löschbezirks St. Ingbert-Mitte der Freiwilligen Feuerwehr ihren Anfang genommen. Mit dieser Kirche sind die Kameraden in besonderem Maße verbunden, war doch der Löscheinsatz bei der Brandkatastrophe 2007 einer der größten, den die St. Ingberter Feuerwehr jemals zu bewältigen hatte. Das griff auch Pfarrer Achim Dittrich auf: "Sie begehen ein Jubiläum, in dem sich die Geschichte dieser Stadt widerspiegelt." Doch in der heutigen Zeit lägen die Aufgaben meist in anderen Bereichen. Waren es früher Brände, zu denen die "Floriansjünger" eilten, seien es heute vor allem Autounfälle, Türöffnungen oder Umweltarbeiten wie das Beseitigen von Ölspuren, zu denen sie ausrücken.

Feuer sei etwas Gutes, so lange es eingehegt und kontrolliert wird, doch könne es auch zerstörerisch sein. Dann sind die Feuerwehrleute da, um Menschenleben und Gebäude zu retten, manchmal unter Gefährdung der eigenen Gesundheit. Es koste Kraft, immer allzeit bereit zu sein. Deshalb dankte auch Pfarrer Roland Wagner für den Schutz der Stadt in der Vergangenheit.

Nach dem Gottesdienst fand in der Stadthalle ein Festkommers statt, das Polizeiorchester des Saarlandes spielte. "Einen großen Teil der 150-jährigen Geschichte haben die Kameraden der Alterswehr und deren Väter mitgeschrieben", sagte Löschbezirksführer Wolfram Zintel. Kameradschaft, Vertrauen, Teamgeist und soziale Kompetenz seien auch heute noch wichtige Eigenschaften, um bei der Feuerwehr Dienst zu tun. Wie in einem guten Unternehmen. Nur, dass die Männer und Frauen des Löschbezirks kein Geld für ihre Arbeit bekommen, sondern den Dienst freiwillig und ehrenamtlich tun.

Die Einsätze haben sich im Laufe der Zeit geändert, die Technik wandelte sich mit. Heute seien die St. Ingberter gut aufgestellt, was die Gerätschaften betrifft. "150 Jahre Feuerwehr St. Ingbert bedeutet auch 150 Jahre Sicherheit für unsere Stadt", so Zintel, "wir sind ein unverzichtbarer Eckpfeiler des Sicherheitssystems." Staatssekretär Georg Jungmann überbrachte die Grüße der Ministerpräsidentin. Er verwies auf die Gründung der Wehr 1864. Vor dieser Zeit seien die Bürger durch eine polizeiliche Anordnung verpflichtet gewesen, einen Brand selbst zu löschen.

Anpacken, wo es brennt

Sei man anfänglich mit Eimerwagen, drei Spritzen, einem Rettungs- und einem Leiterwagen ausgerückt, können sich das heute bei den gestiegenen Einsatzzahlen und dem großen Aufgabenspektrum keiner mehr vorstellen. "Der Antrieb der Kameraden ist aber derselbe wie damals - anpacken, wo es im wahrsten Sinne des Wortes brennt", so Jungmann. Landrat Clemens Lindemann war fasziniert von der Wandlung des Meldesystems. Wurden die Wehren früher durch die Sturmglocke, später durch eine spezielle Weckermeldeanlage gerufen, gebe es heute eine digitale Alarmierung. Man erfahre bei der Wehr eine breite Ausbildung und lerne fürs Leben. Dass es die St. Ingberter Feuerwehr immer noch gebe, zeuge von der Qualität und Standhaftigkeit dieser "schlagkräftigen Truppe" mit heute 78 Aktiven, so Oberbürgermeister Hans Wagner.

Für ihr "Durchhaltevermögen" wurden einige Kameraden mit dem Feuerwehr-Ehrenzeichen und der Feldspange Stufe I geehrt, Werner Mansfeld gar für 70 Jahre. Timo Meyer und Wolfram Zintel erhielten das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber.