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Tafeltour in Kirkel wegen Corona gesperrt

Ziel: Erneute Menschenansammlungen verhindern : Tafeltour in Kirkel wegen Corona gesperrt

So wollen die Gemeinde und Saarforst angesichts der Ausgangsbeschränkungen über Ostern große Menschenansammlungen wie am vergangenen Wochenende vermeiden.

Dunkle Täler, helle Lichtungen und bizarre Felsformationen, die sich im Laufe von Millionen Jahren im Buntsandstein gebildet haben: Das sind Attribute, mit denen der Premiumwanderweg Tafeltour und der Kirkeler Felsenpfad Wanderfreunde anlocken. Doch in Zeiten der Corona-Pandemie mit ihren bis zum 20. April verhängten Ausgangsbeschränkungen hat sich das zuletzt als Problem erwiesen.

Kirkels Bürgermeister Frank John (SPD) berichtet, dass er am vergangenen Wochenende privat auf dem Felsenpfad unterwegs war. Seine Beobachtungen: „Vor allem auf den schmalen Wegen des Premiumwanderweges gab es nur wenige Möglichkeiten um auszuweichen. Gerade bei dem hohen Besucherverkehr konnten die vorgeschriebenen Abstände nicht eingehalten werden“, so Bürgermeister John. Problematisch sei vor allem der Bereich um die Kletterfelsen gewesen. Dort sei das Abstandhalten besonders klein geschrieben worden.

Auf den Plätzen am Wegesrand sei es geradezu zu Menschenansammlungen gekommen, die gänzlich gegen die Verordnung zur Bekämpfung der Corona-Pandemie sind. Am sogenannten „Unglücksfelsen“ etwa hätten Leute gepicknickt, „so wie man das im Wald nicht machen sollte“, schildert John und ergänzt: „Das ist ein Hotspot!“ Gerade weil für die Osterfeiertage wieder schönes Wetter gemeldet ist, und man daher wieder mit vielen Wandertouristen rechnet, hat John daher am Montag die Reißleine gezogen.

Gemeinsam mit Saarforst wolle man hier konsequent sein. Daher hat der Landesforstbetrieb die Wanderwege Tafeltour, Felsenpfad und die dort zur Route gehörenden Kletterfelsen bis auf weiteres gesperrt. Bereits vor einigen Tagen hatte die Gemeinde aus dem gleichen Grundsatz die Burganlage für den Besucherverkehr dicht gemacht, erinnert John. Doch diese Sperrung bedeute ja beileibe auch nicht, dass man in Kirkel nicht mehr wandern könne. John: „Die Menschen möchten raus und wandern – und das sollen sie auch. Die Gemeinde liegt inmitten eines geschlossenen Mischwaldgebietes von 40 Quadratkilometern Ausdehnung. Ausgehend von sechs Waldparkplätzen werden verschiedene Rundwanderwege durch herrliche Laub- und Nadelwälder angeboten. Diese breiten Wanderwege bleiben weiterhin geöffnet, denn hier kann der empfohlene Mindestabstand von 1,5 Meter eingehalten werden.“

Eine Leserin berichtet indes, sie habe am Montag auf dem Felsenpfad spazieren gehen wollen, als der Saarforst das Sperrschild gerade angebracht habe. Ein Mitarbeiter habe erklärt, der eigentliche Sperrungsgrund sei der viele Müll, den Spaziergänger dort hinterließen. Bürgermeister John widerspricht: „Corona ist kein vorgeschobener Grund für die Maßnahme.“

Und auch Saarforst äußert sich offiziell nicht so wie die Leserin berichtet. Saarforst-Chef Hans-Albert Letter erklärt: „Grund der umgehend erfolgten Sperrung des doch engen Felsenpfades ist nicht das Müllaufkommen, sondern die Einhaltung der Ausgangseinschränkungen.“ Nach Rücksprache mit dem zuständigen Forstrevierleiter erläutert Letter, dieser sei von der Gemeindeverwaltung Kirkel informiert worden, dass am Wochenende etwa an den Felsen die Kletterer in einer Schlange angestanden hätten. Weiterhin habe man festgestellt, dass an der Ditmarshütte ein großer Auflauf mit Picknick, Biertrinken und so weiter stattfgefunden habe.