1. Saarland
  2. Saarpfalz-Kreis
  3. Homburg

Von Beeden als Sängerin in die Welt

Sängerin aus Beeden : Sängerin mit wandelbarer Stimme

Die Sängerin und Songschreiberin Eva Adolph treibt eine Karriere der kleinen, aber durchaus erfolgreichen Schritte voran.

Musiker sind derzeit in aller Munde – oft allerdings nicht aufgrund ihres musikalischen Könnens. Vielmehr trifft es diese Branche hart in Corona-Zeiten. Fehlende Auftritte, fehlendes Einkommen sind für viele derzeit existenzbedrohend. Aber: Was wäre eine Welt ohne Musik und ohne die, die sie machen. Zu eben denen zählt auch die junge Beeder Sängerin und Songschreiberin Eva Adolph.

Noch vor Beginn der Corona-Krise konnte sie unter ihrem Künstlerinnen-Namen All things Eve mit „Lost in Space“ ihren ersten eigenen Song auf den gängigen Musik-Portalen wie Spotify und Amazon veröffentlichen. Doch Eva Adolph ist alles andere als ein Neuling, schon seit Jahren kann man sie live in der Region erleben. „Ich turn seit mittlerweile sieben zarten Jahren auf regionalen Bühnen rum, meistens mit Cover-Bands. Gesungen habe ich schon immer. Die Instrumente kamen später dazu.“ Seit drei Jahren schreibe sie an eigenen Songs, „die blieben dann aber eigentlich bis zum Januer dieses Jahres immer hinter meinen verschlossenen Türen“. Ursprünglich zum Singen gebracht habe sie ihre Mutter, „die um mich herum ständig gesungen hat. Egal wo, egal wie.“ Und zur eigenen Musik hätten sie Vorbilder wie Birdy, Joni Mitchell, Florence & the Machine oder Matt Corby gebracht.

Was die 21-Jährige jenseits einer wunderbaren, wandelfähigen Stimme und einigem an Songwriter-Potenzial auszeichnet, ist eine große Erdung. „Ich träume nicht vom großen Erfolg in einer Dimension, wie man es jetzt zum Beispiel bei Billie Eilish sieht. Ich will, dass meine Musik bei Menschen ankommt, sie berührt – auch wenn‘s dann ‚nur‘ 50 Leute vor einer kleinen Bühne sind. Das ist aber ein großes Ziel. Ich will mit meinen eigenen Sachen live spielen und dabei die Leute abholen.“ Dass Eva Adolph mit beiden Beinen fest auf dem Boden steht, zeigt auch, dass sie ihre Leidenschaft für Musik und das Singen mit einer ganz robusten Ausbildung kombiniert – die 21-jährige Beederin ist auf dem Weg zur Logopädin.

„Als Logopädin beschäftigt man sich auch viel mit der Stimme. Es besteht zum Beispiel die Möglichkeit, sich nach der Ausbildung zum Vocal Coach weiter zu bilden.“ Natürlich sagt sie: „Ich würde sehr gerne von der Musik leben.“ Sie sagt aber auch: „Das ist aber nicht nur zur heutigen Zeit, sondern schon immer schwierig gewesen.“

Und dann zeigt sie im Interview mit unserer Zeitung die Tiefe und Reflektionsfähigkeit, die eben oft Spreu vom Weizen trennt, auch im Musik-Geschäft: „Ich steh‘ da noch immer im Disput mit mir selbst. Musik als Beruf kann beides sein, Fluch und Segen. Ich will nicht Musik machen müssen, ich will nicht auf Teufel komm raus Songs produzieren müssen, weil es dann um meine Existenz geht.“ Andererseits stelle sie es sich auch spannend vor, „mich den ganzen lieben, langen Tag mit Musik beschäftigen. Egal ob Hören oder Machen. Da bin ich mit mir selbst noch uneins“.

Was kann, was soll die Zukunft bringen? Eva Adolph: „Ich arbeite aber momentan an einer EP, und da ist, falls zu dem Zeitpunkt möglich, ein kleines, intimes Release-Konzert geplant.“ Und darüber hinaus? „In zehn Jahren hätte ich gerne eine kleine Live-Tour gespielt. Ich weiß dann, wo ich beruflich stehe und habe meinen eigenen Stil in Sachen Musik entwickelt.“

Gerade in Sachen „eigener Stil“ hat Eva Adolph eine klare Position. „Meine Musik ist zu einhundert Prozent ich selbst. Das ist keine Marke, kein ausgedachtes Profil. Und das ist so, weil ich eben die Dinge in meinen Songs verarbeite, die mich in meinem Leben beschäftigen. Ich versuche immer das zu transportieren, was ich fühle und zu sagen hab. Es ist eine Art Therapie für mich, um mit Dingen umzugehen und sie zu verarbeiten.“

Die Corona-Zeiten lassen die jungen Musikerin nicht unbeeindruckt. „Für Berufs-Musiker ist das die ganze Situation finanziell gerade sehr unschön. Und natürlich schreckt das auch mich ab. Es gab keinen vergleichbaren Einbruch in den letzten Jahren.“

Die Sängerin und Songwriterin Eva Adolph steht noch am Anfang ihrer Karriere – doch was sie schon jetzt an Musik bietet, das lässt aufhorchen. Foto: Privat/Alicia Berlich

Deswegen ihr eindringlicher Appell: „Ich kann nur dazu aufrufen, Lieblingskünstler, auch und vor allem lokal, zu unterstützen. Selbst wenn es ein paar Streams auf Spotify sind oder das Zuschauen bei einem Live-Stream. Und ich bin mir sicher, dass es nach dieser Krise unglaublich viel gute Musik geben wird. Da sind einige Genies in ihren Zimmerchen am Werkeln, und da freu ich mich richtig drauf.“