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Robert-Bosch-Schule wurde als „Schule ohne Rasissmus ausgezeichnet

Auszeichnung für die Robert-Bosch-Schule : Starkes Zeichen für ein offenes Miteinander

Die Robert-Bosch-Schule in Homburg hat die Auszeichnung „Schule ohne Rasissmus – Schule mit Courage“ erhalten.

In Zeiten, in denen sich die Gesellschaft zunehmend politisch polarisiert und sich alte Gespenster wie Intoleranz und Ausgrenzung wieder offen zeigen, sind Ereignisse wie das an der Homburger Robert-Bosch-Schule (RBS) in dieser Woche ein deutliches Zeichen dafür, dass es eben anders und viel besser geht: Als 50. Schule im Saarland gab es für die „RBS“ die Auszeichnung als „Schule ohne Rasissmus – Schule mit Courage“. In einer Feierstunde übergab Erik Harms-Immand, der Leiter der Landeszentrale für politische Bildung Saarland als Träger des Programms, offiziell die Plakette.

Die Auszeichnung markiert damit einen weiteren Höhepunkt bei den Bestrebungen der Robert-Bosch-Schule, ein offenes und tolerantes Miteinander nicht nur in Worte zu fassen, sondern es auch in einem multikulturellen und multiethnischen Umfeld tagtäglich zu leben.

Für diese augenscheinlich erfolgreichen Anstrengungen wurde die Schule schon kürzlich mit dem Axel-Buchholz-Preis ausgezeichnet, als Würdigung für die journalistische und videografische Aufarbeitung des Schulprojekts „Demokratie und Toleranz“, an der Schule initiiert und begleitet von Willi-Günther Haßdenteufel, dem Leiter der Volkshochschule Homburg (wir berichteten ausführlich). Eben dieses Projekt führte nun auch zum Prädikat „Schule ohne Rasissmus – Schule mit Courage“. Noch bevor es in der von den Schülern Vivien Müller und Robin Yildirim moderierten Feststunde ganz offiziell wurde, verdeutlichte Harms-Immand im Gespräch mit unserer Zeitung die Hintergründe des „Courage-Netzwerks“ – und betonte vor allem, dass es dabei nicht um auszeichnungsfixierten Eintags-Aktionismus gehe. „‚Courage‘-Schule zu sein, ist ein dauerhafter Prozess. Das ist kein übliches Schulprojekt: Heute Auszeichnung und fertig.“ Vielmehr gehe es, so Harms-Immand, um die Selbstverpflichtung, weiter hart an sich zu arbeiten.“

Hart an sich gearbeitet habe man, versicherte Schulleiterin Barbara Neumann in ihrer Rede später. Mehr rhetorisch stellte sie die Frage, warum man, bei aller Freude über den Umstand, dass man als 50. ausgezeichnete Schule quasi einen besonderen Moment erlebe, nicht die erste oder zweite Schule im Saarland gewesen sei, die sich dieses Prädikat ganz offiziell verdient hatte. Die Antwort gab Neumann, die ausdrücklich das Engagement der Lehrer Sarah Bernhard und Marc-Oliver Knapp beim Antragsverfahren für die Auszeichnung würdigte, natürlich selbst: „Vielleicht war unsere Philosophie an der Schule so selbstverständlich für uns, dass wir uns um die Plakette gar nicht gekümmert haben.“ Denn, so Neumann: Rassismus habe an der Robert-Bosch-Schule schlicht keinen Platz, es sei Selbstverständnis, dass man allen Kindern, unabhängig von Religion, Herkunft und Hautfarbe die gleichen Chancen für ein selbstbestimmtes Leben in Freiheit gebe.

Nach einer kurzen Schülerrede und einem Liedbeitrag von Semina Tsitak rückte dann Saarpfalz-Landrat Theophil Gallo eben das Thema Freiheit als Grundfeste der Demokratie in den Mittelpunkt seines Grußwortes. „Wir müssen 365 Tage im Jahr gegen Rassismus, gegen Intoleranz arbeiten. Es muss ein ständiges Programm sein.“ Und an die Schüler gewandt: „Ihr alle seid da für mich Multiplikatoren.“

Nach Erik Harms-Immands Rede und vor der eigentlichen Verleihung der Auszeichnung hatte Markus Okuesa, besser bekannt als Musiker „Oku“ und Projektpate der Robert-Bosch-Schule, das letzte Wort – und auch das ging direkt an die Schüler. „Mit dieser ganzen Sache wird eine Hoffnung, die ich schon jahrelang in mir trage, Wirklichkeit: Dass die jungen Menschen, also Ihr, so langsam begreifen, dass die Zukunft ihre Zukunft ist. Und dass sie langsam aufstehen und sagen: Das ist nicht in Ordnung, was ihr Alten da macht. Das finde ich wichtig!“ Dafür stehe eben auch das Netzwerk „Schule ohne Rasissmus – Schule mit Courage“.