Musikschule könnte Aula öffnen

Rund 665 000 Euro netto kostet die städtische Musikschule die Stadt Homburg. Im Stadtrat ging es aber nicht nur um den Betriebskostenzuschuss für 2017, sondern auch darum, ob die neue Aula der Einrichtung für mehr Veranstaltungen geöffnet werden könnte.

Der Stadt Homburg ist ihre Musikschule, die mittlerweile ja als gemeinnützige GmbH firmiert, lieb und teuer. In der jüngsten Sitzung des Stadtrates ging es auch um den so genannten Betriebskostenzuschuss an diese GmbH fürs kommende Jahr. Beschlossen wurde, diesen Zuschuss in Höhe von maximal 939 150 Euro zu gewähren, auszuzahlen in drei Raten.

Der Zuschuss, so hieß es in den Unterlagen, diene zum Beispiel vor allem zur Deckung der Personal- und Honorarkosten, der Bewirtschaftungs- und Unterhaltungskosten des Gebäudes. Gut 900 000 Euro sind eine beachtliche Summe, ganz so teuer wird es netto aber nicht für Homburg . Die Planung 2017 sieht eine Nettobelastung der Stadt von 664 550 Euro vor, trotz der Unterhaltung des neuen Gebäudes und des daraus entstandenen Schuldendienstes, erklärt Pressesprecher Jürgen Kruthoff. Das liege daran, dass die Stadt von der Musikschule Geld zurückbekomme, unter anderem wegen deren Einnahmen, etwa durch Gebühren, sowie durch die Verrechnung von Personal (der Leiterin und der Sekretärin). Deswegen sei die Musikschule zwar heute um 120 000 Euro teuerer als 2011, gemäß den Haushaltsbegleitbeschlüssen lag dort vor der Privatisierung ab 2012 das Defizit der Schule bei 540 140 Euro , so Kruthoff. Aber in dem jetzigen Betrag steckten ja auch Zins und Tilgung fürs neue Gebäude , das rund fünf Millionen Euro gekostet habe. Der Neubau werde am Ende der Stadt gehören. Nach Abzug der Finanzierungsbelastungen liege man bei den Kosten für Unterhalt und Betrieb der Musikschule immer noch um etwa 40 000 Euro unter der bezahlten Summe von 2011 - und dies trotz tariflicher Gehaltsanpassungen. Das kommen Entlastungen durch die jüngste Gebührenerhöhung und durch die niedrigeren Kosten für den Unterhalt des Gebäudes. In den kommenden Jahren, so Kruthoff, sollten vermutlich die Gebühren weiter angehoben werden.

Zur Erinnerung: Die Musikschule war im Frühjahr 2015 an den neuen Standort umgezogen, zuvor wurde in einem stark sanierungsbedürftigen Gebäude in der Gerberstraße unterrichtet. Für die Schule wurden Gebäude der ehemaligen Landesaufnahmestelle für Flüchtlinge umgebaut, dazu kam ein Neubau.

Ein Herzstück, auch optisch, der neuen Musikschule ist die helle Aula. Im Moment gebe es die Festlegung, dass diese neben der Auslastung durch die Musikschule nur für rein städtische Veranstaltungen genutzt werden könne, die auch einen musikalischen Aspekt haben. Nun wolle Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind sich im Aufsichtsrat dafür stark machen, dass man offen an das Thema einer erweiterten Nutzung herangehe und wohlwollend prüfe, ob man nicht doch mehr Veranstaltungen in das Gebäude hineinlegen könne. Dazu müsste natürlich auch die Höhe der Miete festgelegt werden. Ein Hindernis in manchen Fällen: der hochwertige Flügel, der hier stehe. Wenn dieser für eine Veranstaltung von der Bühne entfernt werden müsse, könne es teuer werden, so dass sich das möglicherweise nicht mehr rechne, es müsse ja zum Beispiel immer auch ein Hausmeister vor Ort sein.

 Von innen ist die neue Aula der städtischen Musikschule licht und bietet etwa 200 Zuhörern Platz. Foto: Thorsten Wolf
Von innen ist die neue Aula der städtischen Musikschule licht und bietet etwa 200 Zuhörern Platz. Foto: Thorsten Wolf Foto: Thorsten Wolf

Dennoch soll die erweiterte Öffnung der Aula geprüft werden. Neben dem finanziellen Aspekt sei es schließlich einfach ein schöner Raum, der gut genutzt werden sollte - das war bereits in der Stadtratssitzung angeklungen.