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Keine Stadtratssitzung in Homburg und die Folgen

Stadtratssitzung in Homburg vertagt : Besserer Stil im Umgang nötig

Der Homburger Stadtrat hat seine Sitzung vertagt. Zum Glück. Das ist mit Blick auf die politische Willensbildung guter Stil. Eine komplette Fraktion, die der Linken, hätte daran vor dem Hintergrund einer Covid-19-Erkrankung und vorsorglicher Quarantäne nicht teilnehmen können.

Sie besteht zwar „nur“ aus vier Personen bei 51 Ratsmitgliedern. Doch ihre Plätze verdanken sie den Bürgern, die sie gewählt haben. Deren Willen sollen sie vertreten – selbst dann, wenn Dinge vorbesprochen und Entscheidungen vermeintlich sicher sind. Es kann schließlich auch anders kommen als gedacht. Verzögerungen muss man eben aushalten. Die Pandemie hat schon mehr gefordert.

Zum Teil jenseits guter Umgangsformen lief hingegen die Debatte, die dem mehrheitlichen Beschluss zu vertagen vorausgegangen war.

Das Unglück anderer ausnutzen für eigene taktische Spielchen? Den Eindruck konnte man schon haben. Das ist einem gewählten städtischen Gremium unwürdig. Auch wenn noch so wichtige Entscheidungen anstehen. So tief muss niemand sinken. Homburg hat genug anderes hinter und vor sich, bis wieder richtig Ruhe einkehren kann. Niemand wird gerne krank. Es entspricht unserer Solidargemeinschaft, jeden medizinisch zu versorgen, der das braucht. Vorurteile und Ausgrenzungen haben hier nichts verloren. Genauso wenig wie falsche Annahmen. Keiner kann genau wissen, welche Wege Infektionen nehmen. Und Quarantäne ist kein Spaß. Da sollten sich alle ein gutes Stück zurücknehmen. Die Unterstellung, man sei selbst schuld, wenn man krank wird, hat einen üblen Beigeschmack. Hat jemand, der sich zu wenig bewegt, raucht, sich schlecht ernährt, kein Anrecht auf Rücksicht? Diese Debatte könnte die Gesellschaft spalten in einer Zeit, in der Zusammenhalt geboten ist.