„Ich werde etwas Neues probieren“

„Ich werde etwas Neues probieren“

Der Homburger Musiksommer ist ein voller Erfolg gewesen. Aber das ist kein Grund, sich auszuruhen: Die Planungen für das kommende Jahr haben bereits begonnen; fest steht ein Auftritt der Uni-Big-Band.

Mit dem Gastspiel der Tuxedo Swing Big Band ist am Samstag der Homburger Musiksommer 2015 zu Ende gegangen. Ein guter Sommer? Dessen war sich Raimund Konrad, Kulturbeigeordneter der Stadt und Vorsitzender der Interessengemeinschaft Homburger Altstadt, ganz sicher. "Ich habe eigentlich nur positive Rückmeldungen erhalten. Natürlich kann man es nicht immer jedem recht machen, wenn man ein so breites Spektrum bietet."

Nach dem Musiksommer 2015 ist dabei schon jetzt für Konrad vor dem Musiksommer 2016. Für den hat sich der Kulturbeigeordnete das eine oder andere ins Aufgabenbuch und auf den Wunschzettel geschrieben. "Wir wollen natürlich wieder Big Bands hierher holen, drei im Ganzen." Gesetzt dabei sei bisher die Uni-Big-Band, "bei den beiden anderen bin ich noch ein bisschen am Überlegen". Die Katze aus dem Sack wollte Konrad hier noch nicht lassen, es gehe um das Abwägen zwischen Tradition und Qualität. "Ich werde zudem etwas ganz Neues probieren, nämlich Balkan Brass." Ausgesucht für diesen Musikstil habe er sich die rumänische Formation Fanfare Ciocarlia. "Das sind 14 Bläser, die ein unglaubliches Tempo drauf haben. Das wird für jeden Blasinstrumente-Begeisterten ein Genuss." Für ein Gastspiel im August 2016, so der derzeitige Stand, habe er die Band gewinnen können.

Grundsätzlich sei man derzeit damit befasst, mögliche Kandidaten für den Jazzfrühschoppen zu sondieren. Unter den Wunschformationen dabei auch die Dutch Swing College Band, "die würde ich gerne hierher holen. Das ist eine unglaublich hochwertige Gruppe, trotz ihrer 70-jährigen Geschichte inzwischen enorm verjüngt und immer noch der Tradition verpflichtet." Grundsätzlich wolle er natürlich auch die Liebhaber des Dixie-Sounds verwöhnen, es gehe ihm aber ebenfalls darum, erklärte Konrad, jüngeren Jazzern eine Bühne zu bieten, "die diese Musik eben etwas jünger interpretieren". Hier brachte Konrad den Homburger Rick-Henry Ginkel mit einem Sextett ins Gespräch, dessen Auftritt nannte der Kulturbeigeordnete als "wahrscheinlich". Auch im Auge: die Hallodrian-Jazzband. "Das ist so die Linie, an der ich mich gegenwärtig orientiere."

Der Homburger Musiksommer besteht aber nicht nur aus dem Jazzfrühschoppen am Samstagmorgen, sondern auch aus der zunehmend immer erfolgreicher werdenden Konzertreihe "Querbeat" am Freitagabend. Für deren Programm zeichnet Norbert Zimmer verantwortlich. Und auch er zog angesichts eines enormen Zuspruchs für das freitägliche Angebot auf dem historischen Marktplatz ein durchweg positives Fazit des Musiksommers 2015. "Man kann schon von einem hervorragenden Ergebnis sprechen, das ist nicht übertrieben. Und ich hab schon ein bisschen Angst, ob wir 2016 diese Qualität erneut liefern können", offenbarte sich Zimmer am Samstagmorgen mit einem Augenzwinkern. "Aber wir werden uns bemühen." Dass sich die beiden Veranstaltungen des Musiksommers dabei gegenseitig schadeten, wiesen Konrad und Zimmer unisono von sich. "Das sind zwei völlig unterschiedliche Veranstaltungen mit zwei völlig unterschiedlichen Zielgruppen."

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