Nur die Besten ihres Landes fahren

Die 28. Trofeo findet von heute bis Sonntag statt. Die besten Radsport-Junioren der Welt treten unter anderem im Bliesgau, im Mandelbachtal und in Homburg gegeneinander an. Sehr stark werden in diesem Jahr die USA eingeschätzt.

Heute Nachmittag ist es soweit: Die Trofeo Karlsberg geht in die 28. Runde. Um 16.30 Uhr startet das internationale Junioren-Radrennen am ersten von drei Renntagen in Bliesdalheim. Gut 89 Kilometer später rollen die ersten Fahrer der insgesamt 19 Nationen-Teams wieder in Bliesdalheim über die Ziellinie - das wird etwa gegen 18.35 Uhr sein.

Da die Trofeo Teil der Nationencup-Serie des Weltverbandes UCI ist, werden alle Radsport-Nationen von ihr angelockt. Je besser die Platzierung in der Abschlusstabelle, desto mehr Startplätze bekommt ein Land bei der nächsten Junioren-Weltmeisterschaft. "Das Prädikat des Nationencups lässt uns gegenüber anderen Rennen dieser Art in Deutschland herausstechen. Hier fahren nur die Besten ihres Landes", weiß Organisator Wolfgang Degott und erklärt: "Um diesen Status zu erreichen, braucht man gewisse Voraussetzungen. Dass wir diese immer wieder schaffen, ist nicht nur für uns wichtig, sondern auch für unsere Sponsoren."

Genauso wichtig ist das Fernbleiben von Skandalen. Im Jahr zuvor schreckte die Trofeo-Gemeinschaft auf, als die Nationale Anti Doping Agentur gegen den Sieger von 2014 einen Dopingverdacht erhob. Kristjan Kumar aus Slowenien wurde überführt und ist derzeit suspendiert - das Verfahren läuft noch. Das slowenische Team ist in diesem Jahr nicht dabei. "Wir sind in engem Kontakt mit dem Bund Deutscher Radfahrer , haben aber noch keine Rückmeldung vom slowenischen Verband erhalten. Ich werde ständig darauf angesprochen, aber bin selbst ratlos", sagt Degott zum ersten Dopingfall in der 28-jährigen Trofeo-Geschichte. Und Degott verweist darauf, dass sich der Fall des deutschen Radprofis Patrik Sinkewitz sogar zwei Jahre lang hinzog: "Solange Kumar nicht schuldig gesprochen wurde, können wir ihn auch nicht von der Siegerliste streichen." Sich in diese Liste eintragen will der US-Amerikaner Adrien Costa. "Er ist bockstark", weiß Nachwuchs-Bundestrainer Wolfgang Ruser und erklärt: "Die USA haben viele sehr gute Fahrer dabei. Und sie haben auch das letzte Nationencup-Rennen gewonnen - die Tour de Pays de Vaud in der Schweiz."

Der stärkste Deutsche heißt Patrick Haller. Er ist vom RSC Ingolstadt und Jahrgang 1997. "Er fuhr dieses Jahr schon gute Platzierungen ein, auch wenn kein Sieg dabei war", erklärt Ruser. Das deutsche Team liegt in der Gesamtwertung derzeit auf Platz elf. Zu ihm gehören auch Dorian Lübbers von der RG Paderborn, Max Singer vom RV Schorndorf, Tim Auer vom RSV Oberhausen und Martin Salmon vom RV Dudenhofen. Diese Fahrer sind alle Jahrgang 1997. Hinzu kommt Jonas Rutsch vom TV Dorf-Erbach, der 1998 geboren wurde. "Man darf die Deutschen auf keinen Fall abschreiben", meint Trofeo-Pressesprecher Andreas Walzer , Bahnrad-Olympiasieger von 1992. Er ergänzt: "Im Juniorenbereich ist das ohnehin schwer einzuschätzen. Gerade vor der ersten Etappe heute sind viele Teams unheimlich lange im Auto unterwegs. Ich glaube, dass sich der Ausgang schon heute entscheidet."

> siehe auch Neben den Start- und Ziel-Bereichen empfehlen sich die Steigungen als optimale Zuschauer-Standorte bei der Trofeo. Dort fahren die Teams langsamer und lassen zwangsläufig einen längeren und deutlicheren Blick auf ihre Arbeit zu. Gleich auf der heutigen ersten Etappe gibt es drei Bergwertungen. Hier lohnt es, sich am Streckenrand zu postieren: Zwischen Oberwürzbach und Ormesheim, etwa ab 16.54 Uhr. Zwischen Fechingen und Bliesransbach, ab zirka 17.13 Uhr. Sowie zwischen Obergailbach und Rimling, so um 17.46 Uhr.

Besonders interessant für Radsport-Fans ist am zweiten Trofeo-Tag der Start-Bereich des Zeitfahrens in Peppenkum. Hier wärmen sich die Fahrer vor den Augen des Publikums auf, bevor der erste Pedaleur ab 8.30 Uhr auf die 9,6 Kilometer lange Strecke startet. Spätestens ab 14 Uhr bietet sich zum Straßenrennen ein Platz auf dem Christian-Weber-Platz in Homburg an. Drei Mal passiert das Feld die Zieldurchfahrt des Rundkurses, etwa um 14.29 Uhr, 14.57 Uhr und 15.26 Uhr. Danach es in einer möglichen Sprintankunft kurz vor 16 Uhr um den Etappensieg. Ein ansprechendes Rahmenprogramm sorgt ab 12 Uhr für kurzweiliges Warten auf die Protagonisten. Weitere empfehlenswerte Standorte sind die Steigung von Kirrberg um zirka 14.34 Uhr nach Mörsbach und die anschließende Abfahrt von Käshofen nach Sanddorf.

Am Sonntag empfiehlt sich neben dem Start-Ziel-Bereich der Aufstieg von Gersheim nach Medelsheim als guter Beobachtungspunkt. Ungefähre Zeiten sind hier: 10.38 Uhr, 11.06 Uhr, 11.35 Uhr, 12.04 Uhr und 12.32 Uhr.

Zum Thema:

Auf einen BlickEtappe 1: Freitag ab 16.30 Uhr: Straßenrennen , 89 Kilometer, Start und Ziel in Bliesdalheim. Etappe 2.1: Samstag ab 8.30 Uhr: Einzelzeitfahren, 9,6 Kilometer, von Peppenkum nach Medelsheim. Etappe 2.2: Samstag ab 14 Uhr: Straßenrennen , 79 Kilometer, Start und Ziel in Homburg. Etappe 3: Sonntag ab 10.30 Uhr: Straßenrennen , 99 Kilometer, Start und Ziel in Gersheim . zen