Im Lastwagen Flüchtling sein

Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer ließ es sich nicht nehmen, den Truck zu besuchen, zeigte sich sehr beeindruckt von dem Rundgang: Die virtuelle Flüchtlingswelt machte Eindruck auf die Menschen. Aus Teilnehmern wurden Bürgerkriegsflüchtlinge in Ostkongo.

Am Sonntag machte er in Blieskastel Station: Auf dem früheren Ix-Markt-Gelände stand ein großer Lastwagen, der keine Waren, sondern eine virtuelle, multimediale Flüchtlingswelt geladen hatte. "Missio-Truck. Menschen auf der Flucht. Weltweit." lautete der Slogan, die Aktion wurde unterstützt und in Blieskastel organisiert vom Arbeitskreis Eine Welt der Pfarrei Heilige Familie in Zusammenarbeit mit der kommunalen Frauenbeauftragten und im Rahmen der Fair-Trade-Initiative.

In der Ausstellung werden die Besucher in die Perspektive von Bürgerkriegsflüchtlingen in Ostkongo versetzt. Sie lernen beim Besuch beispielhaft die Hilfsangebote kirchlicher Partner kennen, zudem wird die Situation von Flüchtlingen in Deutschland thematisiert. Man hat speziell die Situation in Ostkongo herausgegriffen, weil sich dort auch nach dem offiziellen Ende des Bürgerkriegs immer noch über 40 rivalisierende Gruppierungen einen bewaffneten Kampf liefern und die einfache Bevölkerung tyrannisieren. Dabei zerbrechen Familien, meist sind Mädchen und Frauen die Leidtragenden dieser schrecklichen Gewalt.

Große Integrationserfolge

Groß war das Interesse der Bevölkerung an der Veranstaltung, die Führungen im Missio-Truck waren stark nachgefragt. Tété Agbodan führte durch die Ausstellung, der Besucher bekam eine bestimmte Identität und konnte dann sozusagen am eigenen Leibe solche problematischen Situationen nachempfinden. Großer Bahnhof dann am Sonntagnachmittag, als sich die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer angekündigt hatte. Zusammen mit Blieskastels Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener wurde sie von Domkapitular Karl-Ludwig Hundemer empfangen, dem bischöflichen Beauftragten für die Caritas in der Diözese. Er bedauerte zwar, dass die Ministerpräsidentin bei der Auftaktveranstaltung in Speyer terminlich verhindert war: "Aber umso mehr freue ich mich, dass Sie heute die Ausstellung besuchen". Die Ministerpräsidentin stellte noch einmal die Bemühungen der saarländischen Landesregierung in der Flüchtlingssituation heraus. Und dass man im Saarland hier gute Arbeit leiste, zeige nicht zuletzt der Besuch der stellvertretenden Bürgermeisterin von Paris, die sich in saarländischen Flüchtlingsunterkünften Anregungen geholt habe. Die Ministerpräsidentin lobte zudem auch die Arbeit der ehrenamtlichen Organisationen besonders in Blieskastel .

Auch Annelie Faber-Wegener würdigte deren Arbeit und verwies auf große Integrationserfolge in Blieskastel und den Stadtteilen. Dann erfolgte eine Führung durch den Truck, und die Ministerpräsidentin nannte im Gespräch mit unserer Zeitung im Anschluss den Rundgang sehr beeindruckend: "Ich hatte Gänsehaut".

Großen Eindruck gemacht

Irina Kreusch, zuständig für Religionsunterricht und Schule, unterstrich, dass die Ausstellung gerade auch auf Jugendliche sehr großen Eindruck gemacht habe: "Wir konnten gar nicht alle Anfragen berücksichtigen, die Jugendlichen zeigten sich sehr interessiert", stellte die kirchliche Schulrätin fest. Aber es gebe auch eine große Unwissenheit, gerade unter den Jugendlichen. Der Besuch bei der Initiative auf dem Parkplatz in Blieskastel wurde kulinarisch abgerundet durch Spezialitäten aus Syrien und Eritrea, zubereitet von "Blieskasteler Flüchtlingen".

blieskastel.de