Wo das Wasser keine Grenzen kennt

Vier Jahre läuft die Zusammenarbeit der Stadtwerke Bliestal mit dem Syndicat intercommunal des eaux de Volmunster zur Sicherung der Trinkwasserversorgung über die Grenzen. Beide Firmen bewirtschaften ihre Netze selbst.

Vor knapp vier Jahren schlossen die Stadtwerke Bliestal und das Syndicat intercommunal des eaux de Volmunster eine bisher in Europa einmalige Kooperation. Die Zusammenarbeit beinhaltet eine grenzüberschreitende Sicherung der Trinkwasserversorgung. Jetzt feierten sie gemeinsam mit einem Tag der offenen Tür. Immerhin waren zwischenzeitlich bis 2015 rund 4,7 Millionen Euro, davon 3,43 Euro auf französischer Seite, investiert worden. Stadtwerke-Geschäftsführer Bernhard Wendel erläuterte während einer kleinen Feierstunde in Altheim , dass das Projekt, abgefedert mit Zuschüssen aus EU-Fördertöpfen, den Bau eines neuen Hochbehälters nahe der Ormersviller Chapelle St. Joseph und einer Verbindungsleitung von Riesweiler zur französischen Grenze beinhaltet hat. Auch das Altheimer Wasserwerk wurde mit diesen Geldern entsprechend den Anforderungen umgebaut.

Beide Unternehmen bewirtschaften getrennt ihre Netze. Im Störungsfall, beispielsweise beim Ausfall der Förderung oder es wird eine große Menge Löschwasser gebraucht, kann der Schieber die beiden neu hergestellten Kammern mit einem gesamten Fassungsvermögen von 900 Kubikmetern Wasser automatisch verbinden. So kann die Trinkwasserversorgung des jeweiligen Partners sicher gestellt werden. In einem Extremfall können beide Kooperationspartner die zugehörigen Netze auf den jeweiligen Bedarf anpassen.

Pierrot Fouchs, Präsident des französischen Syndicats, sprach von einer beispielhaften Zusammenarbeit, die eine gut funktionierende deutsch-französische Kooperation darstelle. Blieskastels Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener , Aufsichtsratsvorsitzende der Stadtwerke , erinnerte daran, dass es der Ormersviller Bürgermeister Marcel Vogel gewesen war, der die Idee zu der Zusammenarbeit hatte. Die guten und freundschaftlichen Kontakte über die jeweiligen Grenzen hinweg hätten sie schnell Realität werden lassen. Durch die gegenseitige Wasserversicherung werde Europa gelebt. Bei einer Spülung des Netzes habe sie auch schon "französisches Wasser" bekommen und es habe keinen Unterschied gemacht. Versorgt werden auf deutscher Seite die Orte Altheim , Böckweiler, Brenschelbach, Medelsheim, Peppenkum, Pinningen, Riesweiler, Seyweiler und Utweiler mit rund 3000 Einwohnern. In Frankreich handelt es sich um die Dörfer Breidenbach, Epping, Lengelsheim, Nousseviller-lès-Bitche, Ormersviller und Volmunster mit rund 2500 Einwohnern. Auf der gesamten Fläche von 101,48 Quadratkilometer fließen in den rund 40 Kilometer Wasserleitungen jährlich 350 Millionen Kubikmeter Trinkwasser.