1. Saarland

Rückschlag im Titelrennen

Rückschlag im Titelrennen

Merzig. Wie konnte das passieren? Die rund 200 Zuschauer in der Thielspark-Halle staunten am Samstag nicht schlecht. Frust und Ungläubigkeit stand den Fans des Handball-Saarlandligisten HF Merzig-Brotdorf ins Gesicht geschrieben, doch das Ergebnis, das nach dem Heimspiel ihres Teams gegen den TBS Saarbrücken in dicken Ziffern auf der Anzeigetafel leuchtete, stimmte

Merzig. Wie konnte das passieren? Die rund 200 Zuschauer in der Thielspark-Halle staunten am Samstag nicht schlecht. Frust und Ungläubigkeit stand den Fans des Handball-Saarlandligisten HF Merzig-Brotdorf ins Gesicht geschrieben, doch das Ergebnis, das nach dem Heimspiel ihres Teams gegen den TBS Saarbrücken in dicken Ziffern auf der Anzeigetafel leuchtete, stimmte.Die an diesem Abend zahnlosen Wölfe mussten sich im eigenen Revier mit 24:25 (10:12) geschlagen geben. Es war die erste Niederlage des souveränen Tabellenführers in dieser Saison und einfach nur zum Heulen - fand David Pfiffer. "Wir sind sehr enttäuscht, aber vor allem über unsere eigene Leistung. Der TBS hat das Spiel nicht gewonnen, wir haben es selbst verbockt", seufzte der in der turbulenten Schlussphase viel beschäftigte Rückraumspieler und fasste sich an die eigene Nase.

Guter Start der Gastgeber

Dabei startete seine Mannschaft nicht schlecht. Die aggressive 5:1-Abwehr hatte die Torjäger der Gäste anfangs klar im Griff. Im Angriff erspielte sich der Favorit durch kontrolliertes Aufbauspiel viele Torchancen und führte verdient mit 7:4 (12.). "Wir hatten das Spiel in der Hand. Dann haben wir aber zu viele Dinger versiebt, darunter auch zwei Siebenmeter", ärgerte sich Trainer Thomas Schmitt rückblickend.

Der Faden reißt

Wenn Laszlo Kincses und Sebastian Klein ihre Strafwürfe verwandelt hätten, wäre die Partie womöglich anders verlaufen. So aber witterte der Außenseiter Morgenluft und blieb dran. "Danach haben wir im Angriff nur noch hektisch agiert, die Geduld verloren und den TBS aufgebaut", erinnert sich Schmitt an die Phase, als das Spiel kippte. Der Tabellendritte zog auf 8:6 (21.) weg und führte zur Pause mit 12:10. Nach dem Seitenwechsel wurde es für die Gastgeber nicht besser, sondern schlimmer. In der 50. Spielminute lagen sie nach einem Zwischentief hoffnungslos mit 13:20 hinten.

"Dann haben wir den Kopf ausgeschaltet und gekämpft. Vielleicht haben wir vorher zu viel überlegt", sinnierte David Pfiffer. Tor um Tor warfen sich die Handballfreunde wieder heran und glichen nach zwei Pfiffer-Toren in Folge 30 Sekunden vor dem Abpfiff zum 24:24 aus. Im Gegenzug erzielte der TBS die erneute 25:24-Führung. Nun setzte Schmitt alles auf eine Karte, holte Torwart Sven Klein vom Platz und schickte Matthias Böhm als zweiten Kreisläufer in den Angriff. Die Zeit hätte gereicht, um in Überzahl einen Mann freizuspielen. Die letzte Chance wurde aber leichtfertig vertan. "Ich habe den Ball auf der Halbposition bekommen und wollte über Außen zum Tor ziehen. Dabei habe ich ein dummes Stürmer-Foul fabriziert", bedauerte David Pfiffer den vermeidbaren Fehler. Seine Unerfahrenheit habe vielleicht den Punkt gekostet. "Ich hätte abspielen müssen", so der 20-Jährige selbstkritisch.

In der Tabelle führt Merzig vor der HSG Nordsaar nach 15 von 26 Spielen nun nur noch mit drei Punkten. Die HSG kam beim Tabellenvorletzten HSG TV Altenkessel/ATSV Saarbrücken zu einem 29:28-Zittersieg.

Niederlage mit Ansage

Die erste Niederlage der Wölfe in dieser Saison schmerzt, so ganz unverhofft kam sie nach dem knappen 27:26-Heimsieg gegen den Tabellenvierten TuS Elm-Sprengen allerdings nicht. "Vor zwei Wochen sind wir mit einem blauen Auge davongekommen. Diesmal hat es uns eben erwischt", stellte Thomas Schmitt ernüchtert fest.

Tore für die HF Merzig-Brotdorf: Laszlo Kincses 7/2, Tamas Nemeth 5, Dennis Koppenburg 4, Matthias Böhm 4, Sebastian Klein 2, David Pfiffer 2.

Tore für den TBS: Luca Forschner 5, Johannes Bochem 5, Alexander Saunus 5, Andreas Nonnweiler 5, Alexander Wolfram 2, Holger Schmidt, Fabian Germann und Christian Seiler je 1.

"Der TBS hat das Spiel nicht gewonnen, wir haben es selbst verbockt."

David Pfiffer, Rückraumspieler der HF Merzig-Brotdorf