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Stadt Neunkirchen will mit Task Force City sauberer machen

Task Force Sauberkeit : Für saubere Straßen ziehen Aufklärer von Haus zu Haus

Die Neunkircher Stadtverwaltung will die Arbeit der Task Force Sauberkeit in diesem Jahr noch weiter ausbauen.

Der Begriff Achtsamkeit schleicht sich so langsam ins Vokabular der Neunkircher Stadtspitze. Oberbürgermeister Jürgen Fried hat schon in seiner Neujahrsrede, natürlich „völlig unesoterisch“, von der Achtsamkeit untereinander gesprochen. Bürgermeister Jörg Aumann wiederum griff das Motto des Empfangsabends jetzt bei der Stadtpressekonferenz auf im Zusammenhang mit der Sauberkeit in der Stadt. Unter den Schlagworten „achtsam, wachsam, gemeinsam“ werde die Task Force Sauberkeit der Stadtverwaltung dieses zentrale Thema verstärkt anpacken.

Das tut auch Not. Die Mitarbeiter des Zentralen Betriebshofes sammeln nach Auskunft der Stadt jährlich etwa 300 Tonnen illegalen Müll in Parkanlagen, auf öffentlichen Wegen und Plätzen, an Wertstoffcontainern, im Stadtwald und an Straßenrändern ein. 300 Tonnen entsprechen 1200 Kubikmetern. Das Auflesen dieser Müllmassen geschieht dabei größtenteils in Handarbeit.

„Die Task Force gibt es jetzt seit etwas über einem Jahr“, sagte Aumann, „sie ist auch mit Stellen außerhalb der Verwaltung vernetzt.“ Mit unterschiedlichen Schwerpunkt-Aktionen wollen die Rathaus-Mitarbeiter versuchen, für ein ordentlicheres Stadtbild zu sorgen und so auch über diesen Aspekt urbanen Lebens das fragile Gefühl der Sicherheit zu stärken. Denn Sicherheit und Sauberkeit gehen für den Bürgermeister Hand in Hand. Baubetriebshof, Ordnungs- und Umweltamt arbeiten in der Task Force zusammen. Zuckerbrot und Peitsche, so ließe sich das Vorgehen der Verwaltung auch beschreiben, um Menschen für einen sorgsameren Umgang zu gewinnen: Sie lässt einerseits die oft besonders vermüllten Containerstandorte überwachen, um auch mal einen Müllsünder dort auf frischer Tat zu ertappen.

Die andere Seite der Medaille ist „aufsuchende Abfallberatung“, wie das Rathaus dies in schönstem Sozialarbeiter-Deutsch ausdrückt. Das heißt, in den Straßen, in denen es besonders schlecht klappt mit einer geordneten Müllentsorgung gehen Mitarbeiter von Tür zu Tür, um mit den Leuten ins Gespräch zu kommen und für die Vorzüge einer sauberen Stadt zu werben. Wo nötig, wird Mülltrennung auch in verschiedenen Sprachen erklärt, werden Handzettel verteilt. Erste Erfahrungen mit direkter Ansprache an neuralgischen Stellen, das hatte die Verwaltung kürzlich erläutert, waren durchaus mutmachend. Manche Bewohner haben demnach die Initiative der Stadtverwaltung und das Zugehen auf mögliche Verursacher gelobt.

Das Ordnungsamt, so Aumann weiter, werde Verstöße konsequent ahnden. Und er ermuntert die Neunkircher, sich ans Rathaus zu wenden, wenn sie wilden Müll im Stadtbild ausmachen: „Die Bürger sollten Missstände, die ihnen auffallen, nicht nur in den sozialen Medien weitergeben, sondern direkt uns informieren.“ Die Hotline (0 68 21) 20 26 78 ist montags bis freitags in der Zeit von sieben bis 19 Uhr zu erreichen. Nur so könne die Stadt schnell handeln. Bei allem Ärger, den das Müll-Verhalten mancher Zeitgenossen verursacht: Aumann spricht von einer guten Ehrenamtsstruktur in der Stadt. Die werde sich bemerkbar machen, wenn Ende des Monats, am 29. und 30. März (Freitag/Samstag) wieder zur Picobello-Sammelaktion gerufen werde.

Neben der bekannten Reinigungsaktion, kündigt Aumann an, sollen auch Grundschüler verstärkt für das Thema sensibilisiert werden. Achtsamkeit fängt eben auch schon in der Kinderstube an.