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Im Haus am Weiher kehrt neues Leben ein

Klaus Gorny, Ortsvorsteher von Heiligenwald und Erster Beigeordneter von Schiffweiler, an einem Aussichtspunkt mit Blick auf den Itzenplitzer Weiher mit Pumpenhaus (Baustelle). Foto: Robert Schmidt
Klaus Gorny, Ortsvorsteher von Heiligenwald und Erster Beigeordneter von Schiffweiler, an einem Aussichtspunkt mit Blick auf den Itzenplitzer Weiher mit Pumpenhaus (Baustelle). Foto: Robert Schmidt FOTO: Robert Schmidt
Heiligenwald. Für eine Sommer-Serie haben wir Ortsvorsteher im Landkreis nach markanten Punkten in ihrem Ort gefragt, die die SZ nun während der Sommerzeit vorstellt. Im Pumpenhaus am Itzenplitzer Weiher in Heiligenwald soll es bald Lesungen, Vernissagen und Trauungen geben. Robert Schmidt

Kultur auf einem Weiher - das gibt es nur selten. Auf dem Itzenplitzer Weiher in Schiffweiler-Heiligenwald können Besucher bald Vernissagen erleben, Lesungen lauschen und sich sogar trauen lassen. Genauer gesagt sollen diese Veranstaltungen im unweit des Ufers über einen kleinen Steg erreichbaren Pumpenhaus stattfinden, kündigt Ortsvorsteher Klaus Gorny an. "Mitte September sind wir mit der Restaurierung weitestgehend fertig", sagt Gorny. Im Frühjahr sei das etwa 40 Quadratmeter große Pumpenhaus gefliest und die Elektronik erneuert worden. "Es ist jetzt auch beheizbar", erzählt der Ortsvorsteher. Somit könnte es auch abends und an kälteren Tagen Veranstaltungen für etwa 30 Personen in dem kleinen Häuschen geben.


Der Itzenplitzer Weiher, früher auch Rußhütter Weiher genannt, liegt mitten im Naherholungsgebiet Itzenplitz in Heiligenwald . Den Namen, so verrät die Chronik des Angelsportverein ASV Heiligenwald 1935, verdankt der Naherholungsraum der Grube Itzenplitz. In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Grube Reden demnach um eine weitere Schachtanlage mit eigener Förderung und Eisenbahn erweitert. Diese neue Grube wurde 1857 angeschlagen und später nach dem preußischen Handelsminister Graf Heinrich August von Itzenplitz (1799-1883) benannt.

Im damaligen Rußhüttertal musste laut Chronik ein breiter Damm angelegt werden, welcher die Trasse der neuen Bahnlinie bildete. Durch den Zufluss des Kallenbachs und des Schmiedelbachs entstand in dem durch den Bau des Dammes hervorgerufenen Becken langsam ein Weiher. Mit dem Bau des Pumpenhauses im Jahr 1877 wurde der Durchfluss demnach gestoppt, um das Wasser zu stauen. Dieses aufgestaute Wasser wurde als Speisewasser für die Dampfkesselanlagen beider Gruben genutzt.



Obwohl das Pumpenhaus mittlerweile schon seit vielen Jahren abgeschaltet ist, dient es noch immer als Wahrzeichen des Ortes Heiligenwald und des Naherholungsgebietes Itzenplitz. Oder wie Gorny es formuliert: "Es ist unser Kleinod."

Baden im Weiher verboten

Der Weiher, der mittlerweile von der Saarberg AG auf die Gemeinde übertragen wurde, sei der "Dreh- und Angelpunkt des Naherholungsgebietes", das an guten Tagen immerhin einige hundert Menschen besuchten. Neben mehreren Wanderwegen starten hier auch noch vier Nord-Walking-Strecken. Essen und Trinken kann man in der "Weiherklause" und der "Fischerhütte" des Anglervereins. Baden darf man in dem Weiher allerdings nicht. Nach dem Zweiten Weltkrieg sei das verboten worden, ist in der Chronik des Angelvereins zu lesen. Grund seien "Strömungen und die Soggefahr, die durch das Abpumpen des Wassers für die Gruben auftraten" gewesen. Nach dem Abschalten der Pumpen habe man das Verbot beibehalten. Die Gemeinde könne nicht für die Sicherheit der Badegäste garantieren, da Bademeister und Wasserkontrollen fehlten, erklärt Gorny. "Es wird aber trotzdem gebadet." Im kommenden Jahr wird das Pumpenhaus 110 Jahre alt. Bis dahin wird schon wieder Leben eingezogen sein in die alte Hütte auf dem Weiher.

Zum Thema:

Auf einen Blick Heiligenwald hat als Ortsteil von Schiffweiler rund 4800 Einwohner. Wer im Pumpenhaus selber einmal eine Veranstaltung machen möchte, kann sich an Rüdiger Zakrzewski vom Förderverein "Historische Grubenanlage Itzenplitz" wenden, per E-Mail an zakdor@t-online.de. red