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Filme gucken auf die ganz besondere Art

Filme gucken auf die ganz besondere Art

Gelungene Premiere: Gut 500 Leute in 250 Fahrzeugen genossen am Mittwochabend den Film „Der geilste Tag“ im Autokino am Erlebnisort Reden.

. "Ein toller Ort. Super Resonanz." Michael Woll ist rundum zufrieden, fast sogar ein bisschen euphorisch. "Ich bin seit 15 Jahren im Geschäft", erzählt der Geschäftsführer der Firma Evented aus Rehlingen-Siersburg, "aber das hier gab's noch nie". Erstmalig hatte man am Zukunftsort Reden zu einer Autokino-Vorstellung eingeladen - und war damit offenbar in eine echte Marktlücke gestoßen: Schon im Vorverkauf gingen alle Tickets weg.

Im schönsten Abendsonnenschein rollten gegen halb neun die ersten Autos auf den Schotterplatz. Den fand Woll urig "unwirtlich", die Kulisse mit der Bergehalde perfekt. "Ich sehe während einer Saison viele Plätze", doch der hier sei besonders schön. Dazu komme die Infrastruktur mit Strom und Wasseranschluss sowie gepflastertem Boden für die Gastronomie.

Auch beim Start der Trailer Punkt 21 Uhr war es noch nicht dunkel, dafür aber angenehm mild. 250 Fahrzeuge hatten sich Reihe für Reihe vor der aufblasbaren, 8 Mal 16 Meter großen Leinwand postiert. Die Kennzeichen zeugten vom großen Einzugsgebiet bis in die Pfalz. Dann schnell noch den Sitz in bequeme Schräglage gestellt, Knabberzeug aufs Armaturenbrett und die warme Decke in Griffweite gelegt und schon konnte es losgehen mit diesem privatesten aller Kinobesuche.

Der Film selbst bewegte sich auf schmalem Grad zwischen Komödie und Drämchen: Gehintumor trifft auf vernarbende Lunge, beides im Endstadium, die dazugehörigen Patienten (Matthias Schweighöfer und Florian David Fitz ) gehen auf ihre vermeintlich letzte Reise und posten von unterwegs fleißig Selfies vor zum Niederknien kitschigen Postkartenmotiven. Irgendwo in der Mitte gibt's zehn Minuten Raucher- und Pinkelpause. Paul (14) und Karl (10) organisieren zwei Eimer Popcorn. Wie es ihnen gefällt? "Gudd." Für die Neunkircher Jungen ist es das erste Mal Autokino, "genau so hab ich mir das vorgestellt", nickt Paul.

Sonst eher keine Kinogänger sind Simone und Martin Fischer aus Saarbrücken. Wenn schon, dann im Pkw: "Normales Kino kann jeder", wobei das in Völklingen noch etwas atmosphärischer sei mit der nächtlichen Beleuchtung.

Und schon geht's weiter. Am Ende stirbt dann doch nur einer, aus den versprochenen zehn Minuten geordneter Räumung des Platzes werden fast 30. Es ist lausig kalt, aber keiner drängelt, keiner nervt. Celina Werkle bringt es später im Facebook-Kommentar auf den Punkt: "Super Einweisung und alles da, was man an Essen und Trinken für ein Kino braucht. Ich komme auf jeden Fall wieder."

Heute am Freitag läuft um 21 Uhr "Eddie the Eagle", anschließend um Mitternacht "Deadpool". Letzte Vorstellung ist am morgigen Samstag, 7. Mai. Dann gibt es um 21 Uhr Familienkino mit "Zoomania".