Alles, was der Kunstfreund begehrt

Zum zweiten Mal fand die Ausstellung der Kunstfreunde Heiligenwald in der historischen Maschinenhalle statt. Da rund 75 Hobby-Künstler gekommen waren, wurden sogar noch zusätzlich Zelte aufgebaut.

. Wenn ganz viel Kreativität von ganz vielen Menschen aufeinander trifft, entsteht jene angeregte Atmosphäre, wie sie am Samstag und Sonntag in Landsweiler-Reden zu spüren war: Überall wurde geguckt, erklärt, interessiert nachgefragt, gefachsimpelt. Und man hatte den Eindruck, in der hohen, schlichten Halle der "Großen Werkstatt" am Erlebnisort konnten die Künstler sich so richtig entfalten und die Werke besonders gut zur Geltung kommen.

Rund 75 Hobby-Künstler waren bei der achten Kunstausstellung der Kunstfreunde Heiligenwald dabei. Um sie alle unterzubringen, hatten zusätzlich Zelte aufgestellt werden müssen, wie Rüdiger Zakrzewski, ehemaliger Ortsvorsteher von Heiligenwald und Sprecher des lockeren Verbandes der Kunstfreunde, erklärte. Zusammen mit Horst Kraemer und Birgit Breuer organisiert er die Ausstellung, die nun schon zum zweiten Mal in der historischen Maschinenhalle stattfand. "Früher waren wir am Itzenplitzer Weiher, aber da waren wir zu sehr vom Wetter abhängig." Mitgewirkt haben außerdem die Gemeinde Schiffweiler, die Landesentwicklungsgesellschaft, die Tourismus- und Kulturzentrale des Landkreises und das Kultusministerium. Kultusminister Ulrich Commerçon sprach denn auch als Schirmherr die Grußworte.

Zu sehen gab es alles, was das Herz des Kunstfreundes begehren kann: Malerei, Fotografie, Keramik, Skulptur, Handarbeit, Schmuck und allerlei Basteleien. Töpferin Margit Bauer beispielsweise präsentierte eine mit Ornamenten aus der Maya-Kultur verzierte Dose, die einige Geheimnisse enthielt: versteckte Fächer und weise Sprüche. "Wir hinterfragen viel zu wenig. Oft betrachten wir die Dinge nur oberflächlich, dabei hat alles ein Innenleben." Ein paar Meter weiter leuchteten die bunten Bilder von Achim Breuer hervor. Das Motiv auf jedem einzelnen: ein Clown. Mal lustig, mal traurig, in jedem Fall aber mit Hinweisen auf Hoffnung versehen. "Grau und Schwarz haben wir genug auf der Welt", sagte Breuer. "Und der Clown ist derjenige, der immer versucht, die Karre aus dem Dreck zu ziehen und etwas Neues zu kreieren." Bekannten Künstlern, beispielsweise vom Künstlerkreis Neunkirchen, begegnete man ebenso wie Neu-Hobby-Künstlern, wie sie beispielsweise die Neue Arbeit Saar vorstellte. Auch Ulrike Lejeune, Augenoptikerin, hat die Kunst für sich entdeckt: "Als Ausgleich zur Arbeit. Dabei kann ich so richtig abschalten." Sie malt, töpfert und kombiniert auch gerne beides miteinander. Wie man Malerei ausgefallen kombinieren kann, dazu hatte auch Angela Leinenbach eine Idee: Sie hat Motive aus dem Bereich Lebensmittel gemalt, Rezepte ausgeklügelt und dann alles zusammen in einen Kalender gepackt: "Der ist noch ganz neu. Ich bin gespannt, wie er ankommt." Die 19 Frauen von den Itzenplitzquilterinnen brachten sogar genug Werke für eine eigene kleine Quilt-Ausstellung zusammen: Decken, Taschen, Stofftiere und mehr, alles in geduldiger Detailarbeit zusammengestückelt.

Zakrzewski zeigte sich mit der achten Kunstausstellung zufrieden, auch vom künstlerischen Niveau her: "Eine runde Sache." Er freute sich auch, dass Freunde aus der luxemburgischen Partnergemeinde Pétange vertreten waren und dass die Fantasy- und Rollenspielmesse Fark eine Abordnung fantastischer Gestalten geschickt hatte. Nächstes Jahr, so Zakrzewski, soll es vor der Halle zusätzlich große Pagodenzelte geben.