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Drei tolle Museen stand am Sonntag im Blickpunkt
„Alte Sachen“ und viele neue Besucher

Matthias Marx führte gestern die Besucher durch die neue Hängung im Lurçat-Museum in Eppelborn.
Matthias Marx führte gestern die Besucher durch die neue Hängung im Lurçat-Museum in Eppelborn. FOTO: Merkel Carolin / Carolin Merkel
Ottweiler/Eppelborn/Wemmetsweiler. Streifzug durch drei Museen beim internationalen Museumstag im Landkreis Neunkirchen. Von Carolin Merkel

Bereits zum 41. Mal lud am Sonntag der internationale Museumstag auch im Landkreis Neunkirchen zum Besuch und zu speziellen Führungen durch die sehenswerten Ausstellungen ein. Unter dem Motto „Neue Wege, neue Besucher“ sollten dabei auch Gäste angelockt werden, die das Museum bisher noch nicht besucht haben.


Unsere Rundreise durch den Kreis startete am frühen Sonntagnachmittag mit dem Besuch des Ottweiler Schulmuseums. Bei freiem Eintritt und kostenlosen Führungen war allein schon das Gebäude, knapp 300 Jahre alt, sehenswert. Aber auch die Ausstellung auf drei Etagen verteilt mit rund 1000 Jahren Schulgeschichte lockt jährlich rund 5000 Besucher an, wie die pädagogische Leiterin Bettina Heisel erklärte. Waren es in dem 1993 gegründeten Museum anfangs hauptsächlich Schulklassen, so kommen mittlerweile alle Altersgruppen und auch viele Familien nach Ottweiler.

Im ersten Ausstellungssaal im Erdgeschoss hatte ich Familie Schaefer aus Hirzweiler eingefunden, um auch mal vor der Haustür Museumsluft zu schnuppern. „Im Alltag bleibt für einen Museumsbesuch leider kaum Zeit. Das machen wir mit den Kindern sonst eigentlich immer nur im Urlaub“, erzählte Papa Sebastian Schaefer. Seine beiden Söhne waren derweil mit der Mama bereits unterwegs auf neuen Museumspfaden. „Ganz neu ist unser Angebot, mit dem Smartphone in Form einer Rallye unser Haus kennenzulernen“, erläuterte Ralf Hoffmann, ehrenamtlicher Museumsleiter. Er hatte es sich im Gewölbekeller mit einer Besuchergruppe gemütlich gemacht und gab mittels alter Lehrfilme einen Einblick in das Leben vor dem zweiten Weltkrieg, aber auch in die unterschiedlichsten Gewerke. Die Filme kamen allerdings nicht mehr aus einem Projektor - „den haben wir, noch mit Petroleum betrieben, in der Ausstellung“, so Hoffmann - sondern ganz modern von einer DVD.

Im Keller warteten Roswitha Eggs aus Saarlouis und Annelore Britzius aus Landsweiler-Reden auf die erste Führung. „Wir wurden von unseren Kindern zum Muttertag mit diesem Ausflug überrascht“, erklärte Britzius. Nach einem ausgiebigen Frühstück ging es los Richtung Ottweiler, erzählte Ralf Britzius. Er war schon einmal im Schulmuseum, wollte es gerne Mama und Schwiegermutter zeigen. „Dass heute internationaler Museumstag ist, das habe ich erst heute Morgen aus dem Radio erfahren. So kommen wir zu einer ganz besonderen Führung“, sagte er. Für die beiden Damen war schon der erste Rundgang ein Erlebnis. „Ich habe die Tintenfässchen entdeckt, die wir auch hatten. Die Jungs haben da immer meinen Zopf hineingetunkt und ich hatte dann einen schmutzigen Pulli“, erinnerte sich Eggs.

Einmal quer durch den Landkreis führte uns die zweite Station ins Lurçat-Museum nach Eppelborn. Hier hatte man sich mit einer neuen Hängung mit den Themen Harlekin, Orientbilder und Meisterschüler Jean-Claude Guignetbert sowie einem Gläschen Sekt auf die Gäste vorbereitet. Und die kamen zahlreich, um sich von Museumsleiter Matthias Marx die vielen interessanten Informationen zu den neuen Bildern anzuhören. „Wir haben gute Erfahrungen mit dem Museumstag gemacht, bieten deshalb auch zu diesem Anlass eine neue Hängung, haben deutlich andere Besucher als an den übrigen Tagen“, sagte Marx.



Neue Wege, die beschritten auch die „Macher“ des Heimatmuseums in Wemmetsweiler, unserer letzten Station im Landkreis Neunkirchen am internationalen Museumstag. Hier eröffnete sich die museale Welt erst nach dem Erklimmen von 56 Stufen im Dachgeschoss der Grundschule Zum Striedt. „Wir haben in den vergangenen Jahren am Museumstag immer Wechselausstellungen mit einem engen Bezug zu Wemmetsweiler eröffnet, in diesem Jahr wollen wir mit einem allgemeinen Thema auch jüngere Gäste anlocken“, erklärte Hans-Jürgen Glaab. Das Museum unterm Dach, das in diesem Jahr seinen 25.Geburtstag feiert, bietet einen Einblick in den Alltag längst vergangener Tage, die „Schloofstubb“ und ein Klassensaal sind die Herzstücke der Ausstellung. Unter dem Motto „Kinderspiele und Kinderspielzeuge des vorigen Jahrhunderts“, waren die Wemmetsweiler Bürger aufgerufen, im Keller zu kramen. Fündig geworden ist dabei Marie-Luise Schneider. Sie hat ihren Puppenwagen aus dem Jahr 1950 dem Museum zur Verfügung gestellt. „Das ist schon ein schönes Gefühl, wenn die alten Sachen noch einmal zur Geltung kommen“, sagte sie.

Familie Schaefer aus Hirzweiler war mit dem Nachwuchs im Ottweiler Schulmuseum unterwegs.
Familie Schaefer aus Hirzweiler war mit dem Nachwuchs im Ottweiler Schulmuseum unterwegs. FOTO: Merkel Carolin / Carolin Merkel
Im Heimatmuseum Wemmetsweiler konnten die Besucher am Sonntag eintauchen in die Kindheit.
Im Heimatmuseum Wemmetsweiler konnten die Besucher am Sonntag eintauchen in die Kindheit. FOTO: Merkel Carolin / Carolin Merkel