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Schwesternverband
„Mehlknäppcha“ für die Selbstständigkeit

Kochen mit dem Profi war jetzt für die Wohngruppe Neunkirchen angesagt. Der Koch Markus Keller zauberte mit den Teilnehmern ein Menü auf den Teller.
Kochen mit dem Profi war jetzt für die Wohngruppe Neunkirchen angesagt. Der Koch Markus Keller zauberte mit den Teilnehmern ein Menü auf den Teller. FOTO: Kraß/Schwesternverband
Neunkirchen/Fürth. Gemeinsam mit dem Profikoch Markus Keller aus Fürth übten Bewohner der Wohngruppe Neunkirchen das Kochen. red

„Für mich ist es wichtig, den Bewohnern zu zeigen, dass Essen und Kochen ein wichtiger Bestandteil des Alltags sind. Sie sollen sehen, dass man selber Gerichte genussvoll zubereiten kann.“ Martin Schweizer, Pädagogischer Leiter der Wohngruppe in Neunkirchen, nimmt die nächste Teigrolle und schneidet weiter. Dabei hat er stets die Bewohner im Blick und motiviert sie, weiter zu machen: „Mit dieser Aktion möchten wir das Kochen intensivieren. Sie sollen regelmäßiger kochen und Spaß daran entwickeln.“


„Diese Aktion“ war das gemeinsame Kochen der Bewohner der Wohngruppen am Unteren Markt in Neunkirchen mit Profikoch Markus Keller aus Fürth. Gemeinsam mit dem Genuss-Gastwirt des Saarlandes 2017/2018 von „Wern’s Mühle“ kochten die Bewohner ein Drei-Gänge-Menü mit regionalen und saisonalen Zutaten, wie es in einer Pressemitteilung weiter heißt..

Da es viel zu tun gab, schnappten sich die Bewohner gleich zu Beginn die Kochschürzen und machten sich eifrig an das Schnippeln der Lebensmittel. Es wurden Teige geknetet und das Wasser auf dem Herd zum Kochen gebracht. Markus Keller stand den eifrigen Köchen dabei unterstützend zur Seite und ver­riet den einen oder anderen geheimen Kochtrick. „Mir bereiten solche Aktionen jede Menge Spaß. Ich habe auch schon mit Schulkindern zusammengearbeitet und wäre die Zeit manchmal nicht so knapp, würde ich gerne noch weitere Projekte unterstützen“, sagt Markus Keller.



In den Wohngruppen des Schwesternverbandes in Neunkirchen leben insgesamt 26 Menschen mit psychischen Beeinträchtigung. Ziel der Arbeit der pädagogischen Mitarbeiter des gemeinnützigen Trägers ist es insbesondere, alltagspraktische Fähigkeiten zu trainieren.

„Wir unterstützen, damit der Alltag möglichst selbstbestimmt bewältigt werden kann“, erläutert Martin Schweizer. Dazu gehört etwa die Wäscheversorgung, das Sauberhalten der Räume – und eben auch das Kochen. Mit dem Profikoch, der besonders auf regionale und vollwertige Zutaten setzt, kann das Essen an neuer Qualität gewinnen.

Wie es sich im Saarland gehört, wurde pünktlich um 12 Uhr im herbstlich hergerichteten Gemeinschaftsbereich im Erdgeschoss zusammen gegessen. Dort servierten Markus und Theresia Keller die Hokkaidocremesuppe. Nach einer kurzen Verschnaufpause ging es mit der Hauptspeise und den berühmten Mehlknäppcha aus Walnussmehl, mit Kartoffelspalten und Saisongemüse weiter.

Ein besonderes Highlight gab es zum Dessert. Bewohner Andreas Urhahn wurde mit einer Leuchtkerze im Bratapfel an Vanillesauce und Walnussparfait sowie einem lautstarken Geburtstagsständchen überrascht.

Auch Willi Wern, der Inhaber der historischen „Wern’s Mühle“, beteiligte sich an der gemeinsamen Kochaktion. Mit ihm verbindet den Verband ein weiteres gemeinsames Projekt: die Produktion von hochwertigem Walnuss-Öl. „Ich bringe der Wohngruppe regelmäßig Walnüsse und sie entkernen sie“, erzählt der Sohn des letzten Ölmüllers aus Fürth. „Aus den Kernen kann ich Walnussöl und Walnussmehl herstellen. Es sind einfach tolle Menschen und eine großartige Hilfe.“ Die hochwertigen Walnussprodukte werden dann in der „Wern’s Mühle“ verkauft.