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„Wichtiger Schritt in Richtung Christ sein“

„Wichtiger Schritt in Richtung Christ sein“

Der Weiße Sonntag steht vor der Tür und die Vorbereitungen zur Erstkommunion laufen in vielen Familien auf Hochtouren. Die SZ wollte von ihren Lesern wissen, welche Rolle dieses Fest für sie spielt und wie es gefeiert wird.

Der lateinische Wortstamm verrät es schon: "communio" heißt "Gemeinschaft" und in diesem Sinne soll auch die Erstkommunion ein wichtiger Schritt zur Aufnahme in die Gemeinschaft der katholischen Kirche sein. Denn erst nach der Erstkommunion dürfen Kinder an der Eucharistie, dem Gedenken an das letzte Abendmahl Jesu, teilnehmen. Daher wird die Erstkommunion von vielen Katholiken festlich gefeiert, was sich schon in der Kleiderwahl widerspiegelt: Neutrale, weiße Albe oder Kommunionkleid beziehungsweise Anzug stehen traditionell zur Auswahl. Im Kreis Neunkirchen lässt die Mehrheit der Pfarrgemeinden frei über die beiden Optionen entscheiden (wir berichteten). Doch wer trifft die Entscheidung? Kommunionkind oder Eltern? Mit 69 Prozent/92 Personen würde die große Mehrheit der insgesamt 133 Teilnehmer unserer Online-Umfrage ihr Kind darüber entscheiden lassen. Nur 21 Prozent/28 Personen würden darüber lieber selbst entscheiden. Eine einheitliche Kleiderordnung, wie sie zum Beispiel in St. Laurentius Heiligenwald herrscht, fand bei der Mehrheit der Befragten Anklang. 53 Prozent/71 Personen bevorzugen diese Option, die ihnen die Entscheidung abnimmt. Die Befürworter einer individuellen Kleiderwahl stehen mit 34 Prozent/45 Personen somit in der Minderzahl.

Dass die Pfarrgemeinden die Alben oft kostenlos ausleihen und lediglich die Reinigung in Rechnung stellen, spielt für die Mehrheit der Befragten bei der Entscheidung keine große Rolle: 56 Prozent/74 Personen treffen die Kleiderwahl unabhängig von den Kosten, demgegenüber stehen 38 Prozent/50 Personen, die die Kostenfrage in ihre Entscheidung einfließen lassen.

Beachtlich ist, dass ganze 98 Prozent/130 Personen bei der eigenen Kommunion ein Kommunionkleid oder einen Anzug getragen haben. Lediglich zwei Prozent/drei Personen gaben an, in einer Albe zur Erstkommunion gegangen zu sein.

Neben den unterschiedlichen Einstellungen bezüglich der Kleiderwahl gibt es auch bei der Kommunionfeier deutliche Unterschiede betreffend der Gästezahl und dem familiären Rahmen. So würde Erhard Fuchs aus Hüttigweiler die Erstkommunion seines Kindes mit circa zehn Personen feiern, Pascal Schwinding aus Merchweiler dagegen würde gleich fünf Mal so viele Leute zur Feier einladen. "Für eine saarländische Familie gehört zu dieser Festlichkeit natürlich ein großes Fest mit allen Paten und der Familie", stimmt ihm Oskar Heib aus Neunkirchen zu.

"Nur familiär" würde Bernd Holzschuh aus Merchweiler die Kommunion feiern, Gleiches trifft auch auf Jürgen Prams aus Neunkirchen zu, der die Kommunion "familiär mit Eltern, Großeltern, Geschwistern und Paten" feiern würde. Anette Palm aus Merchweiler, deren Sohn vergangenes Jahr zur Erstk ommunion gegangen ist, hat dagegen gleich zwei Tage lang zusammen mit Familie und Freunden gefeiert.

Geschlossener äußern sich die Befragten in Hinblick auf den Stellenwert der Erstkommunion. "Sie ist ein wichtiger Schritt in Richtung Christ sein", bringt Thomas Millot aus Neunkirchen auf den Punkt, was die Mehrheit der Befragten geäußert hat. "Die Kommunion stellt einen wichtigen Lebensabschnitt dar", schreibt auch Axel Wolf aus Schiffweiler. Ute Wettmann aus Illingen bezeichnet die Erstkommunion als "schönes Ritual" und fügt hinzu, dass der Erinnerungswert daran später hoch sei. Der hohe Erinnerungswert könnte auch mit den Geschenken zusammenhängen, glaubt man Erhard Krupp aus Spiesen-Elversberg, der negativ anmerkt, dass für die Kinder diese meist im Mittelpunkt der Kommunion stehen. Noch negativer äußert sich Joa Schmidt aus Eppelborn, für die "Geld, Ego, Schmus" bei dem kirchlichen Ritual dominieren.

Deutlich gespalten zeigen sich die Befragten, wenn es darum geht, ob sie ihr Kind entscheiden lassen würden, ob es zur Erstkommunion geht: 47 Prozent/63 Personen verneinen dies und würden somit die Entscheidung anstelle ihres Kindes fällen.

Ebenfalls 47 Prozent/62 Personen würden dagegen den Wunsch ihres Kindes respektieren. So geht es auch Peter Krause aus Spiesen-Elversberg, der seine Meinung so begründet: "Es ist ein wichtiger Lebensabschnitt, sollte jedoch durch das Kind aus eigener Überzeugung und ohne Reglementierung angenommen werden."

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