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Viele Helfer bieten sich Elversberger Familie in Not an

Elversberg/Kreis Neunkirchen. Das Schicksal einer Elversberger Familie löst große Hilfsbereitschaft aus. Der SZ-Artikel hat bei Facebook über 16 000 Menschen erreicht. Es gibt konkrete Angebote der Unterstützung. Ramona Rectenwald ist von der Resonanz überwältigt. Michael Beer

Für Samstag steht schon eine "Riesenaktion" an, berichtet Ramona Rectenwald auf Nachfrage der SZ. Es haben sich über 20 Menschen angekündigt, um im Haus der Rectenwalds zu arbeiten. Derzeit muss die 40-Jährige, wann immer sie Zeit findet, E-Mails und Kurznachrichten beantworten. Denn der Wunsch zu helfen ist groß.


Die Neunkircher Rundschau hat in der Wochenendausgabe über das Schicksal der Elversberger Familie geschrieben. Vor fast drei Jahren hatte sie sich ein sanierungsbedürftiges Haus gekauft. Im Februar 2014 zogen die Rectenwalds ein - und da war noch richtig viel zu tun. Ein halbes Jahr später erlitt Familienvater Thomas Rectenwald Hirnblutungen und wurde zum Pflegefall.

Der Schritt, ihre Geschichte öffentlich zu machen, habe sie Überwindung gekostet, sagt Ramona Rectenwald. Die befreundete Familie Hubertus aus Merchweiler hat sie dazu ermuntert und die SZ angesprochen. "Ich selbst hätte das niemals in die Wege geleitet. Ich will mich nicht in den Mittelpunkt drängen." Die prompte und riesige Resonanz kam überraschend: "Ich war total perplex und habe vor Freude geweint." In den zwei Jahren, in denen sie ihren Mann jetzt pflegt, dachte sie immer, sie schaffe das alles schon irgendwie. Die Verwandtschaft habe sie unterstützt, die Schwiegermutter wohnt benachbart. Doch das Haus ist noch immer eine Baustelle, für ihren Mann hätte sie gerne ein behindertengerechtes Bad. Die beiden Mädchen sollten im oberen Stockwerk eigentlich ein Duschbad bekommen. Viel Arbeit wartet - es fehlen Geld und fachliches Knowhow. Sie könne sich nur herzlich bedanken, dass so viele Menschen Anteil nähmen, sagt Rectenwald.



Auf der Facebook-Seite der Neunkircher Rundschau hat der Beitrag über 16 000 Leute erreicht. Er wurde 167 mal geteilt. Eine Saarbrücker Firma für Telekommunikationsberatung hat umgehend einen Kommentar gepostet, in dem sie gemeinsam mit einem Containerdienst anbietet, kostenlos einen Container für Bauschutt vor die Tür zu stellen. Ramona Rectenwald hat Anrufe von einer großen Dachdeckerfirma und Handwerkern bekommen, die sich um das Dach des Hauses kümmern wollen, wenn das nötige Material gespendet würde. Auch ein Elversberger Malerbetrieb, erzählt sie weiter, ist auf sie zugekommen. Eine Wand im Wohnzimmer müsste saniert werden, da in dem alten Sandsteingemäuer Feuchtigkeit aufsteigt. Aber jetzt steht erst mal das kommende Wochenende vor der Tür. Ein Auftakt, um wenigstens ein Stück der Belastung wegzunehmen, der auf der Familie lastet.

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