Alle wollen in die Gebläsehalle: In Neunkirchen steht die bestausgelastete Halle des Landes

Alle wollen in die Gebläsehalle: In Neunkirchen steht die bestausgelastete Halle des Landes

Der Chef der Kulturgesellschaft zieht Bilanz fürs Neunkircher Kulturjahr 2014 – ein Jahr mit Höhen („Falco meets Mercury“) und Tiefen (Stadtfest). Es ist auch eine persönliche Bilanz. Denn am 1. Februar ist Uwe Wagner ein Jahr im Amt.

. Die Neue Gebläsehalle Neunkirchen ist auch im vergangenen Jahr die bestausgelastete Halle im Saarland gewesen. Dieses Fazit zieht Uwe Wagner, Chef der Neunkircher Kulturgesellschaft und seit genau einem Jahr im Amt. 75 000 Besucher sah die Halle in den vergangenen zwölf Monaten. In Belegungen heißt das: 280 Tage. Wobei Belegungen nicht gleichzusetzen ist mit Veranstaltungen. Denn, so Wagner auf SZ-Anfrage, man rechnet je einen Tag für Auf- und Abbau hinzu, so dass man auf 140 Veranstaltungen kommt, die Hälfte davon von der Kulturgesellschaft selbst, die übrige von anderen Veranstaltern. Stolz ist Wagner auf die häufige Meldung "ausverkauft". Dies galt in 2014 beispielsweise für die Teddy Show, BAP , Die Höhner, Jan Becker, Rüdiger Hofmann und das erste eigen produzierte Musical der Kulturgesellschaft: Die Show "Falco meets Mercury", die jetzt auf Europa-Tournee geht. Doch nicht nur in der Gebläsehalle spielen die Künstler in der Regel vor ausverkauftem Haus, auch die Stummsche Reithalle ist bis zum letzten Platz gefüllt gewesen bei Auftritten von Moya Brennan, Matthias Stockinger, Nicole Jo, Marx Rootschilt Tillermann oder Marcel Adam. Hier waren im vergangenen Jahr insgesamt 8400 Besucher bei 58 Veranstaltungen. Auch Bauershaus und der Karchersaal in Furpach gehören zu den Spielstätten der Neunkircher Kulturgesellschaft. Bauershaus lud dabei 33 mal ein und 2600 Besucher kamen. Im Karchersaal waren 4800 Menschen bei 54 Belegungen.

Das Gesamtfazit Wagners: "Ein sehr intensives, ein sehr abwechslungsreiches und ein für die Kulturgesellschaft aus mehreren Gründen sehr herausforderndes Jahr, welches wir trotz aller Widrigkeiten sehr erfolgreich gestalten konnten." Widrigkeiten, dazu gehörten beispielsweise Einsparungen von 100 000 Euro. Die hatten Wagner bereits kurz nach Dienstantritt ereilt, Folge der Tarifverhandlungen für Angestellte und der damit einhergehenden Lohnerhöhung. Doch unterm Strich war er zufrieden. Über viele musikalische Höhepunkte habe man sich freuen können, über große Namen wie BAP , Annett Louisan , Hilary Hahn, die Jazzer Nils Landgren und Michael Wollny. Geprägt allerdings war das Jahr für die Kulturgesellschaft ganz besonders durch die erfolgreiche Premiere als Produzent der Musical-Show "Falco meets Mercury", durch den Auftritt in der ZDF-Silvestergala "sozusagen noch bis zur letzten Minute" des vergangenen Jahres.

Das neue Jahr ist bereits einen Monat alt, da sind die ersten Veranstaltungen fürs erste Halbjahr längst über die Bühne, die Planung fürs zweite Halbjahr ist fast fertig. "Wir wollen die Planungen grundsätzlich etwas langfristiger gestalten, da dies für Marketing und Sponsoring entscheidende Faktoren sind." Deshalb sind schon einige Veranstaltungen für 2016 klar und auch für das Programm in zwei Jahren, also 2017, gibt es laut Wagner schon erste Anfragen. Das liegt allerdings vornehmlich auch daran, dass die Kulturgesellschaft mit vielen großen Agenturen kooperiert, die auf diese langfristige Planung ausgelegt sind. Und was ist aktuell auf dem Schreibtisch? - Das Stadtfest. Das hatte vergangenes Jahr ja wetterbedingt eher gefloppt. In diesem Jahr soll es, hofft Wagner, wieder anders sein. Dem Festprogramm jedenfalls wird man sich bei der Kulturgesellschaft in den kommenden Wochen widmen. "Wir befinden uns gerade bei einer solch großen Veranstaltung mit diesen Dimensionen immer in einem ständigen Veränderungs- und Anpassungsprozess." Deshalb kann man sich nach dem verregneten Fest im vergangenen Jahr auf Neues freuen. Doch erst freut sich Wagner noch auf was ganz Anderes: Eine Schnapszahl. Denn in wenigen Tagen feiert er seinen 33. Geburtstag. > Interview

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Auf einen BlickDie Neunkircher Kulturgesellschaft wird seit Februar 2014 von Uwe Wagner als Geschäftsführer geleitet. Die Kulturgesellschaft betrieb 2014 vier Veranstaltungsorte: Die Gebläsehalle, die Stummsche Reithalle, den Karchersaal und Bauershaus. Neben dem Veranstaltungsprogramm inklusive Stadtfest gehören auch Städtische Galerie und Volkshochschule zum Arbeitsfeld. ji

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