Wieder mehr Arbeitslose im Januar

Das Auslaufen von Zeitverträgen und Arbeitslosmeldungen aus witterungsabhängigen Branchen wie dem Baugewerbe sind die Hauptfaktoren für den Anstieg der Arbeitslosigkeit. Gesucht werden derzeit hauptsächlich Fachkräfte im Bereich Metallbau.

. Die Zahl der arbeitslosen Frauen und Männer im Kreis Neunkirchen ist im Januar saisonbedingt kräftig gestiegen. Es waren 6102 Personen arbeitslos gemeldet, 6,1 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 8,7 Prozent (Vorjahr: 8,3 Prozent). Verantwortlich für den Anstieg der Arbeitslosigkeit waren zum einen Quartalskündigungen und das Auslaufen von Zeitverträgen zum Jahresende. Zum anderen meldeten sich aus jahreszeitlichen Gründen mehr Personen als sonst aus witterungsabhängigen Bereichen.

Im Januar waren 446 Personen mehr als im Dezember (plus 7,9 Prozent) arbeitslos gemeldet und 351 mehr als vor einem Jahr. Von der Arbeitsagentur werden im Kreis derzeit 1766 Frauen und Männer betreut, 205 mehr als im Dezember. Gegenüber Januar 2014 ist hier die Arbeitslosigkeit um 4,2 Prozent gesunken. Beim Jobcenter ist die Arbeitslosigkeit um 241 auf 4336 gestiegen, das waren 11,0 Prozent mehr Arbeitslose als vor einem Jahr.

"Im aktuellen Monat hat die Arbeitslosigkeit deutlich zugenommen, was aber für diesen Monat nicht ungewöhnlich ist", äußert sich Jürgen Haßdenteufel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Saarland, zu den ersten Arbeitsmarktdaten fürs Jahr.

Mehr Arbeitslosmeldungen als im Dezember kamen beispielsweise aus dem Baugewerbe, den Bereichen Fahrzeugführung, Handel, der Zeitarbeit und dem verarbeitenden Gewerbe. Außerdem haben sich viele Frauen und Männer nach einer Beschäftigung am zweiten Arbeitsmarkt wieder arbeitslos gemeldet.

Im Kreis Neunkirchen ist das Angebot an neu gemeldeten Arbeitsstellen gegenüber dem Vorjahr deutlich gesunken. Der Arbeitgeberservice von Arbeitsagentur und Jobcenter konnte im Januar rund 160 Jobangebote von Betrieben aufnehmen, 22 Prozent weniger als vor einem Jahr. Insgesamt waren zum Ende des Monats noch 560 Stellen zur Besetzung verfügbar. Gesucht werden hauptsächlich Fachkräfte für die Metallerzeugung und -bearbeitung, den Metallbau , Mechatronik-, Energie- und Elektroberufe, Verkauf und Hotel- und Gaststättengewerbe. Ständiger Bedarf besteht außerdem im Bereich der medizinischen und nichtmedizinischen Gesundheitsberufe, für den Bereich Erziehung und Soziales und für den Personen- und Güterverkehr.

Im Januar waren alle relevanten Personengruppen vom Anstieg der Arbeitslosigkeit betroffen. Im Vergleich zum Vormonat hat sich die Zahl der jungen Arbeitslosen unter 25 Jahren um 2,5 Prozent auf 580 erhöht, blieb aber mit 8,6 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Auch bei den 50- bis unter 65-Jährigen ist die Arbeitslosigkeit gegenüber Dezember spürbar gestiegen. Es waren 2010 Personen in dieser Altersgruppe arbeitslos gemeldet, 125 mehr als im Vormonat (plus 6,6 Prozent) und 6,1 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Unterbeschäftigung - hier werden neben den registrierten Arbeitslosen auch die Personen einbezogen, die an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnehmen oder aus anderen Gründen nicht mehr als Arbeitslose gezählt werden - belief sich im Januar auf 7480 Personen, das waren 1,4 Prozent mehr als vor einem Jahr.