Eine Pilotschule stellt sich vor

Die Max-von-Grünschule in Merchweiler bietet ab dem kommenden Schuljahr in einem Pilotprojekt sowohl Englisch als auch Französisch ab dem fünften Schuljahr gleichberechtigt nebeneinander an. Das ist dort nicht das einzige Pilotprojekt.

Allen Grund zur Freude hatte Schulleiter Frank Prianon am Samstagmorgen: Zahlreiche interessierte Viertklässler und deren Eltern hatten sich an diesem Tag der offenen Tür in der Max-von-der-Grün-Schule in Merchweiler eingefunden. Und Prianon verkündete gleich zu Beginn: "Wir sind als Pilotschule für ein Projekt ausgewählt worden, bei dem in Klasse fünf und sechs Englisch und Französisch gleichberechtigt nebeneinander stehen." Das sei eine wichtige Aufwertung. Bislang nämlich, mit Französisch als erster Fremdsprache, hatte man den Eindruck, hinter mit Englisch startenden Gemeinschaftsschulen zurückzufallen und brachte sinkende Anmeldezahlen damit in Verbindung.

Bei einem anderen Projekt, bei dem man Pilotschule war, gehe es nun mit einigen gesammelten Erfahrungen in die zweite Runde: bei der Inklusion. Außerdem warb Prianon mit einer umfassenden, durch Kooperationen unterstützten Berufsorientierung.

Kooperiert wird aber auch im Freizeitbereich: Da die Max-von-der-Grün-Schule eine gebundene Ganztagsschule ist, haben die Schüler eine Stunde Freizeit am Tag und können je nach Interessen verschiedene AGs belegen. Unter anderem arbeite man mit dem Naturschutzbund, einem Schach- und einem Obst- und Gartenbauverein zusammen. Der Gartenbau hat dabei einen besonderen Stellenwert an der Schule und kann auch als Arbeitslehrefach gewählt werden. Auf einem eigenen Garten-Grundstück lernen die Schüler nicht nur Pflanzen und Säen, sondern beispielsweise auch, wie man Marmelade kocht oder ein Gartenhäuschen baut. Der Schwerpunkt der Schule liegt jedoch weiterhin auf der musischen und künstlerischen Bildung sowie auf Sport.

Davon konnte man sich bei einem Rundgang, der gleichzeitig mit dem Adventstreff der Schule stattfand, selbst überzeugen. Vor der Cafeteria wurden die Besucher mit schwungvoller Musik empfangen. Lotsen wie die 15-jährige Mariella Hui führten dann zu den Sportlern und zu den Kreativen. Die Teilnehmer des Kunstprojekts, haben schon mehrere Ausstellungen in öffentlichen Räumen bestückt und jüngst auch einen eigenen Kalender mit knallig-bunten Star-Porträts. Unter Anleitung von Sozialpädagoge Bernhard Köllner arbeitete der 15-jährige Alvin Sadvija gerade am Shirt von Rapper Kid Ink: "Ich mag seine Musik und seinen Style." Nebenan im Werkraum war die Unterstützung der jungen Betreuer Myriam Schönenberger (im Freiwilligen Ökologischen Jahr) und Sebastian Höning (im Bundesfreiwilligendienst) bei den Schülern sehr gefragt. Zusammen bastelte man aus Holz und Wolle rustikale Eulen. "Zu Hause mache ich eigentlich nie so etwas. Es macht Spaß, es hier mal auszuprobieren", sagte der 12-jährige Patrick John. Da auch die Schülerfirma MaNaGa hier regelmäßig werkelt, gab es vor dem Saal jede Menge schöner Dekorationen aus Naturmaterialien.

Die zehnjährige Vanessa Ruffing und ihre Freundinnen hingegen verkauften Plätzchen: "Wir mussten nur ausstechen und verzieren. Das hat Spaß gemacht." Mit dem Verkauf wollen die Mädchen ihren sehr aktiven Schulförderverein unterstützen.