"Mehr Freiräume im Unterricht"

Merchweiler. Bisher konnten die Schüler der Gemeinschaftsschule Merchweiler (Max von der Grün-Schule) wählen, ob sie die Einrichtung halb- oder ganztags besuchen wollen. Die neuen Fünftklässler haben zum Schuljahr 2013/2014 diese Wahlmöglichkeit nicht mehr. Wie berichtet, wird die Merchweiler Schule dann zur gebundenen Ganztagsschule

Merchweiler. Bisher konnten die Schüler der Gemeinschaftsschule Merchweiler (Max von der Grün-Schule) wählen, ob sie die Einrichtung halb- oder ganztags besuchen wollen. Die neuen Fünftklässler haben zum Schuljahr 2013/2014 diese Wahlmöglichkeit nicht mehr. Wie berichtet, wird die Merchweiler Schule dann zur gebundenen Ganztagsschule. Merchweilers Bürgermeister Walter Dietz hatte diese Entscheidung in einem Interview mit unserer Zeitung (SZ vom 4. Januar) kritisiert. Anlass für uns, beim kommissarischen Schulleiter Frank Prianon und beim Schulträger, dem Landkreis Neunkirchen, nach den Hintergründen zu fragen.

"Eine solch schwerwiegende Entscheidung haben wir erst nach Rücksprache mit allen Beteiligten, also Lehrern und Elternvertretern, getroffen", versichert Frank Prianon. So haben bei der Gesamtkonferenz 71 Prozent der Mitglieder für eine Umwandlung zur gebundenen Ganztagsschule gestimmt. Bei der Elternbeiratssitzung und bei der Schulkonferenz gab es sogar ein einstimmiges Votum dafür, berichtet Prianon. Der Wunsch nach einer "echten" Ganztagsschule habe sich langsam entwickelt.

Für das Schuljahr 2011/2012 gab es 137 Anmeldungen für die Betreuung am Nachmittag, im aktuellen Schuljahr waren es bereits 163. Gerade bei den Instrumentalklassen, hier insbesondere die Bläserklassen, sei die Nachmittagsbetreuung stark nachgefragt, weiß der kommissarische Schulleiter. "Wir haben einfach mehr Freiräume auch im Unterricht am Morgen." Auch bei den Grundschulen in Wemmetsweiler und Merchweiler habe es einen deutlichen Trend hin zur Betreuung am Nachmittag gegeben. Zwar gebe es dann keine Wahlfreiheit mehr, wie es der Bürgermeister bemängelt hat, aber für die Schule selbst sei die Organisation eines einheitlichen Schulsystems leichter zu händeln. Außerdem besteht für die jetzigen Halbtagsklassen Bestandsschutz. "Jetzt sind wir natürlich gespannt, wie sich diese Entscheidung auf die Schülerzahlen auswirkt."

Landrätin Cornelia Hoffmann-Bethscheider sagte gestern auf SZ-Nachfrage, dass der Impuls zur Umwandlung von der Merchweiler Schule gekommen sei. "Wir haben den Antrag unterstützt, weil wir von den Vorteilen überzeugt sind." Es gebe dann ein Ganztagsangebot im Illtal, das pädagogische Möglichkeiten eröffne. Die Schule werde heutzutage auch als Lebensraum wahrgenommen, es bleibe mehr Raum und Zeit für Projekte. Und nicht zuletzt werde die Chancengleichheit für die Schüler verbessert.

Die Umwandlung zur gebundenen Ganztagsschule erfordert nicht nur mehr Lehrer, sondern auch bauliche Veränderungen. Die erste Bauphase beginnt 2013, dafür werden 400 000 Euro bereitgestellt. Bis zum Abschluss im Jahr 2015 wird insgesamt eine Million Euro in den Merchweiler Schulstandort investiert.

Wer sich über die Max von der Grün-Schule informieren möchte, kann dies tun beim Tag der offenen Tür am Samstag, 26. Januar, 8.10 bis 12.40 Uhr.