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Polnische Gäste in Illingen
Die „europäische Idee“ in Illingen lebt

Die sangesfreudigen Polen bereicherten die heilige Messe anlässlich des Kapellenfestes mit der Interpretation des biblischen Songs „Barka.“
Die sangesfreudigen Polen bereicherten die heilige Messe anlässlich des Kapellenfestes mit der Interpretation des biblischen Songs „Barka.“ FOTO: Maria Boewen-Dörr
Illingen. 17 Stunden waren die Gäste unterwegs, um die Partnergemeinde im Herzen des Saarlandes zu besuchen. Von Maria Boewen-Dörr

Die „europäische Idee“ in Illingen lebt. Das jedenfalls bewies die rege Teilnahme der polnischen Freunde aus Tuchów bei einer erneuten Begegnung in Illingen. Bürgermeister Armin König begrüßte die Gäste der Partnergemeinde und lobte den Austausch untereinander. Er verwies auf ein schönes kulturelles Programm, das der Deutsch-Polnische Freundschaftskreis zusammengestellt habe. Besondere Anziehungspunkte sowohl im Saarland als auch in der angrenzenden Westpfalz wurden besichtigt. Es gab auch eine Stippvisite nach Wissembourg (Frankreich).


Die polnischen Bürger konnten allesamt in Familien untergebracht werden und somit auch den ganz normalen Familienalltag miterleben. Bewegend war die Vorstellung der Polen beim Kapellenfest, als sie den Wunsch äußerten, das Lieblingslied des verstorbenen Papstes Johannes Paul II. (Karol Wojtyla) selbst vorzutragen. Pastor Dietmar Bell nahm diesen Antrag wohlwollend entgegen, so dass am Ende der Messe die Polen „Barka“ unter großer Anteilnahme der Messbesucher sangen. Insgesamt reisten 18 Polen im Alter von 21 bis 76 Jahren nach Illingen. Unter ihnen auch Brazyna Markvcka. Sie war zum dritten Mal in Illingen und fand den Aufenthalt „wieder einmal ganz prima. Das Essen war sehr gut, die Leute ausgesprochen nett. Ich bin immer wieder aufs Neue begeistert“, fasste sie zusammen. Agnieszka Maluciak, ebenfalls zum dritten Mal in Illingen, begleitete die Gruppe als Dolmetscherin, was sie auch bei den Austauschen in Polen macht. „Das Programm war sehr interessant. Wir haben viele kulturelle Stätten besucht. Insgesamt war es sehr abwechslungsreich mit Kultur und Kunst. Wir hatten aber auch ausreichend Gelegenheit, das ganz normale Familienleben mit Frühstück und Abendessen in den Familien zu erleben und mussten nicht im Hotel wohnen.“ Jolanta Kramarczyk feierte in Illingen Premiere und sprach der Begegnung ein Riesenkompliment aus: „Das waren die schönsten Sommerferien in meinem Leben“, strahlte sie und lobte ihre gute Unterkunft bei Juliane Schömer. „Mir hat bei diesem Aufenthalt alles gut gefallen: die Kunst, die Kultur, das gute Essen und nicht zuletzt, dass ich meine Deutschkenntnisse verbessern konnte.“ Morgen fahren die polnischen Gäste wieder zurück in ihre Heimat, keine einfache Geschichte. Denn das polnische Städtchen liegt 1300 Kilometer von Illingen entfernt, was bedeutet, dass die Gruppe mindestens 17 Stunden mit dem Bus unterwegs ist. Doch da waren sich alle drei Damen einig: „Das ist nicht so schlimm. Wir haben uns viel zu erzählen, und wir werden viel singen. Dann geht die Zeit schnell vorbei.“ 1994 hat die Freundschaft zwischen dem Illtalgymnasium (IGI) und dem allgemeinbildenden Liceum in Tuchów angefangen. 1995 erfolgte die Gründung einer Schulpartnerschaft zwischen diesen beiden Schulen auf Initiative von Peter Blaskewitz, einem ehemaligen Lehrer am IGI. 2001 folgte die Gründung einer Städtepartnerschaft zwischen Illingen und Tuchów unter der Federführung des Deutsch-Polnischen Freundschaftskreises (derzeit Vorsitzender Michael Stoll), der sich zum Ziel gesetzt hat, freundschaftliche und wechselseitige Beziehungen zwischen Schulen, Vereinen, Gruppen, Familien und Einzelpersonen zu pflegen, zu festigen und weiter zu führen.