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Fußball
Runco glänzt als Vierfach-Vorbereiter

Giovanni Runco (links/Archivbild) war gegen Karbach nicht zu bremsen. Er bereitete vier Tore vor.
Giovanni Runco (links/Archivbild) war gegen Karbach nicht zu bremsen. Er bereitete vier Tore vor. FOTO: Markus Hagen / red
Wiesbach. Der FC Hertha Wiesbach hat in der Fußball-Oberliga den dritten Sieg in Folge. Beim 4:2 gegen Karbach war besionders der „Flügelflitzer“ nicht zu stoppen. Von Philipp Semmler

Giovanni Runco strahlte nach dem 4:2 seiner FC Hertha Wiesbach am Samstag im Heimspiel gegen den FC Karbach bis über beide Ohren. Kein Wunder, denn schließlich hatte der „Flügelflitzer“alle vier Toren seiner Mannschaft eingeleitet. Sieht so ein perfekter Tag für einen Außenbahnspieler aus? „Nicht ganz. Ich hätte natürlich auch selbst gerne noch getroffen“, erklärte der 22-Jährige grinsend. „Aber viel wichtiger ist natürlich, dass wir drei Punkte geholt haben. Und die waren auch verdient. Wir hatten das Ding eigentlich immer im Griff.“


Zufrieden zeigte sich auch Hertha-Trainer Michael Petry. Und das nicht nur mit der Partie gegen Karbach, sondern mit der Entwicklung seiner Mannschaft seit der Winterpause: „Wir haben eine gute Balance zwischen Kämpfen und Fußballspielen gefunden. Vorher waren wir ja ein Team, das nur schön Fußball spielen wollte.“ Mit kämpferischen Mitteln versuchte Karbach am Samstag zum Erfolg zu kommen – es entwickelte sich eine ruppige Partie. Gleich mehrmals gab es abseits des Spielgeschehens Aufregung auf der Wiesbacher Bank.

Petry erklärte wieso: „Meiner Meinung nach hätte es zwei Mal eine Rote Karte geben müssen. Björn Recktenwald wurde einmal angespuckt und einmal geschlagen. Ich habe beides gesehen. Das sind Dinge, die auf dem Fußballplatz nichts verloren haben“, ärgerte sich der 41-Jährige. Zumindest den Schlag gegen Recktenwald ahndete Schiedsrichter Jan-Erik Breuer auch – allerdings nur mit Gelb gegen FCK-Kapitän Johannes Göderz. Gäste-Trainer Torsten Schmidt konnte zu den Szenen nicht befragt werden – er blieb der Pressekonferenz fern.

Im Laufe der zweiten Halbzeit leistete sich auch Wiesbachs Übungsleiter ein Fehlverhalten, für das er auf die Tribüne verwiesen wurde: Der 41-Jährige winkte mit einem Taschentuch in Richtung eines Karbacher Akteurs, als dieser auf dem Boden lag. „Das sollte man als Trainer natürlich nicht tun.  Im Nachhinein war das falsch“, gab sich Petry reumütig.

Aber warum zückte der Trainer das Tempo? „Die Spieler von Karbach haben bei jedem Zweikampf am Boden gelegen und geschrien, als ob der Notarzt kommen müsste. In der Oberliga ist es derzeit ein Trend, dass Teams permanent durch Theatralik versuchen, Freistöße oder Karten zu provozieren. Das gefällt mir gar nicht.“



Deutlich besser gefiel dem Übungsleiter die Anfangsphase seines Teams. Schon nach zwei Minuten köpfte Patrick Ackermann nach einer Flanke von Runco das 1:0. Nach einer Viertelstunde kam Karbach durch Michael Kohnszum Ausgleich. Aber die Hertha hatte ja Runco: Der servierte in der 43. Minute einen Freistoß passgenau auf den Kopf von Recktenwald – und der Ball zappelte zum 2:1 im Winkel. Nach einer Ecke von Runco köpfte Recktenwald in der 63. Minute erneut auf den Kasten. Gäste-Keeper Lukas Schmitt parierte, doch den Abpraller beförderte Oliver Hinkelmann zum 3:1 über die Linie. Acht Minuten danach grätschte Ackermann eine Hereingabe von Runco zum 4:1 ins Netz. Karbach konnte danach durch Enrico Koeppen noch auf 2:4 verkürzen.

Bereits am heutigen Dienstag ist Wiesbach wieder im Einsatz: Um 19.30 Uhr sind die Gelb-Schwarzen beim abstiegsbedrohten SV Gonsenheim zu Gast. Dem Club aus dem Mainzer Stadtteil gelang am Samstag eine Überraschung: Der SV setzte sich mit 3:1 bei Regionalliga-Absteiger Eintracht Trier durch. „Wir sind also gewarnt“, sagte Petry.