| 20:13 Uhr

Fußball
„Der Aufwand ist mir zu groß geworden“

Wiesbach. Marcel Noll vom FC Hertha Wiesbach trifft mit seinem Team an diesem Samstag in der Oberliga zu Hause auf den FC Karbach – und will den dritten Sieg in Folge. Am Saisonende wird der 24-Jährige den Club verlassen. Noll wechselt zum FC Rastpfuhl. Von Philipp Semmler

An mangelnder Einsatzzeit liegt es nicht, das Marcel Noll den Fußball-Oberligisten FC Hertha Wiesbach am Saisonende verlässt. Denn der 24-Jährige, der 2015 von Saarlandligist SV Bübingen kam, ist seit rund zwei Jahren Stammspieler bei der Hertha – und ein wichtiger Mann im zentralen Mittelfeld. In dieser Saison stand Noll in 23 von 25 Begegnungen von Beginn an auf dem Platz. Auch an diesem Samstag um 15.30 Uhr im Heimspiel gegen den Tabellen-Elften FC Karbach wird der 24-Jährige wohl von zur Startelf zählen.


Trotzdem wird das Kapitel Oberliga für den aus Riegelsberg stammenden Fußballer nach dieser Saison vorerst beendet sein. Den Noll wechselt dann zum FC Rastpfuhl. Der Club aus dem Saarbrücker Stadtteil spielt aktuell in der Verbandsliga Süd-West, hat aber gute Chancen in die Saarlandliga aufzusteigen. Rastpfuhl ist aktuell Zweiter, mit einem Zähler weniger als Spitzenreiter SG Rehlingen-Fremersdorf. „Ich arbeite bei einer Firma im Außendienst und habe sehr oft abends Termine. Deshalb ist mir der Aufwand in der Oberliga zu groß geworden“, erklärt Noll warum es für ihn eine oder zwei Etagen tiefer geht. Wegen seiner beruflichen Beanspruchung kann der 24-Jährige schon jetzt nicht mehr an allen Trainingseinheiten des Oberliga-Teams der Hertha teilnehmen.

Trotzdem versucht Noll, sich fit zu halten. „Wenn ich im Training bei der Ersten nicht dabei sein kann, versuche ich diese Einheiten bei der zweiten Mannschaft nachzuholen“, berichtet der Mittelfeldspieler. Die Wiesbacher Reserve trainiert an anderen Tagen als das Oberliga-Team. „Eine Zeitlang geht das, aber das ist sicher auch keine Dauerlösung“, weiß Noll.

Für einen Wechsel nach Rastpfuhl entschied sich der Noch-Wiesbacher aus mehreren Gründen. „Ich kenne dort fast die gesamte Mannschaft. Von daher weiß ich, dass ich mich dort wohlfühlen werde“, erklärt der 24-Jährige. „Mit Mirco Ingenbrand vom FCR habe ich beispielsweise seit den Minis zusammen in der Jugend gespielt.“ Noll ergänzt: „Zudem hat Rastpfuhl ein junges Team dem ich mit meiner Erfahrung helfen kann.“ Und noch ein weiterer Faktor spielte bei der Wahl seines neuen Clubs eine Rolle: „Wenn es im Winter in der Halle geht, dann bin ich immer erster Mann. Und Rastpfuhl spielt viel in der Halle“, berichtet Noll lachend.

Bis Wiesbachs Mittelfeldspieler im Sommer in den Saarbrücker Stadtteil geht, gilt seine volle Konzentration aber noch der Hertha. Mit den Gelb-Schwarzen hofft er gegen Karbach auf den dritten Sieg in Serie. Zuletzt siegte Wiesbach in den Derbys gegen den FV Eppelborn (2:0) und beim SV Saar 05 Saarbrücken Jugend (3:2). „Diese Erfolge waren extrem wichtig“, weiß Noll. Denn mit jetzt 39 Punkten auf dem Konto braucht sich Wiesbach nun endgültig nicht mehr mit dem Abstiegskampf zu beschäftigen.



Stattdessen kann der Club nun ein anderes Ziel anpeilen: Zweitbester Saarverein der Liga hinter dem übermächtigen Spitzenreiter FC Homburg zu werden. „Wenn uns das gelingen würde, wäre das eine tolle Sache“, sagt Noll. Aktuell ist Wiesbach Fünfter. Zwei andere Saar-Clubs lauern aber dicht dahinter: Der FSV Jägersburg (Siebter) und FV Diefflen (Achter) sind noch längst nicht abgehängt: Jägersburg hat drei Punkte weniger als Wiesbach, Diefflen vier.

Der FC Wiesbach muss in den nächsten Wochen auf Mittelfeldspieler Hendrik Schmidt verzichten. Der 23-Jährige zog sich beim 3:2-Sieg bei Saar 05 Saarbrücken am vergangenen Samstag einen Bänderriss im Fuß zu.