| 20:14 Uhr

Stehende Ovationen
Eine wahre Sternstunde im Big Eppel

Dirigent Bruno Rabung bedankt sich bei der Solistin Elizabeth Wiles nach der ausdrucksstarken Aufführung der Carmina Burana.
Dirigent Bruno Rabung bedankt sich bei der Solistin Elizabeth Wiles nach der ausdrucksstarken Aufführung der Carmina Burana. FOTO: Maria Boewen-Dörr
Eppelborn. Die intensive Probenarbeit für Carl Orffs berühmte „Carmina Burana“ hat sich für die jungen Chöre ausgezahlt. Von Maria Boewen-Dörr

Eine intensive Probenarbeit von den Chören Ensemble Vocal (Illingen), Vokalkreis (Wiesbach), Kinderchorstudio Saarbrücken und Kinderchor der Pfarreiengemeinschaft Uchtelfangen wurde am Sonntag im Big Eppel durch stehende Ovationen gekrönt. Zur Aufführung kam Carl Orffs berühmte „Carmina Burana.“ Neben den Chören wirkten Solisten mit großartigen Stimmen, wie Elizabeth Wiles (Sopran), Roland Kunz (Tenor) und Stefan Röttig (Bariton) mit. Für perfekte Einsätze an den Schlaginstrumenten sorgten Peter und Eva Hoffmann sowie Christina Bost. Gonzalo Paredes und Thomas Bost begleiteten am Klavier. Bost gestaltete auch das Programmheft, das die Konzertbesucher kenntnisreich durch das Gesamtwerk führte. Dirigent Bruno Rabung hatte die Gesamtleitung für dieses anspruchsvolle Konzert, von dem auch die Bürgermeisterin Birgit Müller-Closset sehr angetan war. „Mich hat diese künstlerische Professionalität sehr überzeugt. Beide Chöre sind Laienchöre und liefern eine solch gute Leistung ab. Diese Aufführung heute, war für mich eine Sternstunde im Big Eppel“, so die Verwaltungschefin, die auch über das Zusammenspiel aller Mitwirkenden sehr beeindruckt war.


Für die Sänger der beiden Chöre, die von einigen Gastsängern unterstützt wurden und die Kinderchöre, war der Auftritt anstrengend. Der Saal im Big Eppel sei eben ein universeller Raum, der für viele verschiedene Veranstaltungen genutzt werde und deshalb mit der Akustik in einer Kirche nicht vergleichbar sei. Deshalb mussten die Sänger sehr laut singen. Diese Anstrengung hatte das Publikum allerdings nicht gemerkt.

Die Konzertbesucher lauschten hochkonzentriert der szenischen Kantate. Die Nummern des Werkes sind in drei große Abschnitte eingeteilt: „Primo vere“ (Frühling), „In Taberna“ (In der Schenke), „Cour d’amours“ (Liebeshof). Sie werden eingerahmt von „Fortuna, Imperatrix mundi“ (Fortuna, Herrscherin der Welt). Gleich zu Beginn setzten unvermittelt alle Instrumente und der Chor mit einem gewaltigen Fortissimo mit kraftvollen Bässen, wuchtigen Akkorden und markantem Schlagwerk, sowie kraftvollen Dissonanzen des sechsstimmigen Chores ein. Spielerische und tragische Momente von Liebe, Tod, Glück und Vergehen wurden ausdrucksstark besungen und sowohl mit den Schlaginstrumenten als auch mit den beiden Pianos ausdrucksstark interpretiert. Bruno Rabung dirigierte mit Leidenschaft und verriet am Schluss, dass dieses Konzert für ihn etwas Besonderes war. „Wir haben alle zusammen die Zeit gefunden und sind zusammen gewachsen, um heute diese Aufführung zu präsentieren.“ Er würdigte das Engagement der Solisten. „Jahrelang hatte ich nicht mehr Solisten zusammengearbeitet. Sie waren oft arrogant. Das war dieses Mal ganz anders. Die Solisten haben bei uns zu Hause geprobt, ohne Aufpreis.“ Viel Lob ging an Thomas Bost, der die Hauptarbeit geleistet hätte. „Ein hervorragender Organisator, toller Musiker und Mahner“, so Rabung.