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Verfügungsfond geht in Eppelborn an den Start
Mit guten Bürger-Ideen den Ort erhalten

Eppelborn. Die Eppelborner Zentrumsmanagerin Anne Freidinger sucht gute Ideen und Sponsoren. Ein mit 5000 Euro gefüllter Verfügungsfond soll dabei helfen, das Leben im Ortskern zu erhalten. Von Michael Beer

Jetzt sind Ideen gefragt! Und Sponsoren sowieso. Denn die Mitte von Eppelborn soll ein lebendiger Ortskern bleiben. Zentrumsmanagerin Anne Freidinger und Katja von Bünau, bei der Gemeinde unter anderem für den Städtebau zuständig, haben am Dienstagmorgen den sogenannten Verfügungsfonds vorgestellt, der gute Ideen aus der Bürgerschaft heraus finanziell unterstützen will. Die Gemeinde Eppelborn ist mit dem Ortskern zwischen Rathaus und Seniorenheim sowie Lurcat-Museum und Bahngleisen im Städtebauförderprogramm. Der Gemeinderat hat Ende August dem Projekt, einen solchen Topf für kleinere Projekte zu gründen, zugestimmt. Damit hat Freidinger das Ja, um mitten im Dorf Ideen für ein lebendiges Miteinander zu unterstützen. Denn wie in anderen Orten im Kreis Neunkirchen auch kämpfen Politik und Verwaltung gegen zunehmende Verödung. Kleinere Geschäfte haben es extrem schwer gegen große Shoppingzentren und die 24-Stunden-Konkurrenz aus dem Internet. Die Eppelborner Bahnhofstraße etwa mit ihren kleinen Ladenlokalen ist von leeren Schaufenstern geplagt. Dort, sagt Freidinger, sollen die leer stehenden Flächen wieder zum Wohnraum umfunktioniert werden. Gewerbliche Nutzung sei langfristig dort nicht mehr vorstellbar. Aber andernorts sollen Bäcker, Metzger, Bekleidungsgeschäft und vieles mehr natürlich nicht aus dem Straßenbild verschwinden. Um die Ortsmitte und ihre Geschäfte lebendig zu halten, bedarf es Menschen, die sich dort gerne aufhalten, Termine, die die Leute auf die Straße bringen, Bänke, die zum Verweilen einladen. An dieser Stelle setzt der Verfügungsfonds an. Die Projekte müssten nicht baulicher Natur sein, sagt Freidinger. Der Geldtopf, über den sie verfügt, könne genauso dem Aufstellen von Blumenkästen dienen wie für ein Fest, bei dem viele Akteure des Ortes zusammenkommen.


Eine Hürde hat das Ganze: In dem Topf, der aus der Städtebauförderung für dieses Jahr mit 5000 Euro gefüllt ist (für die Folgejahre gibt es jeweils weitere 5000 Euro), muss für jeden ausgegebenen Euro die Hälfte aus privater Tasche stammen. Will ein Bürger für eine Deko-Aktion 500 Euro haben, müssen 250 davon über Spenden reinkommen. Deshalb sucht die Zentrumsmanagerin nach örtlichen Sponsoren. „Viele gute Ideen scheitern am Geld“, sagt Freidinger. Mit dem Fonds lassen sich jetzt gerade kleine Ideen verwirklichen. Der Gedanke der gemeinsamen Finanzierung von öffentlicher Kasse und privatem Geldgeber, fügt Rathausmitarbeiterin von Bünau hinzu, soll die Identifikation der Menschen vor Ort mit den Projekten stärken. Was umgesetzt werde, entscheide die Lenkungsgruppe. Das sind rund 20 Menschen: Anwohner, Gewerbetreibende, Immobilienbesitzer, Vereine, Jugend, Senioren, Kirchen. Verwaltung und Politik haben in ihr kein Stimmrecht. Die Zentrumsmanagerin moderiert die Zusammenkünfte.

Gute Ideen braucht es jetzt. Die Zentrumsmanagerin nimmt sie entgegen und bringt sie in die Lenkungsgruppe ein. Ihr Büro ist immer dienstags offen in der Zeit von 9 bis 13 Uhr.  Sie ist zu erreichen unter Tel. (0173) 6 15 76 84.