Neue Justiz-Staatssekretärin Morsch will Einsparmöglichkeiten prüfen

Neue Justiz-Staatssekretärin Morsch will Einsparmöglichkeiten prüfen

Saarbrücken. Auf dem Flughafen von Antalya in der Türkei hat Anke Morsch auf der Rückreise aus dem Urlaub am 24. April die SMS von SPD-Chef Heiko Maas erreicht, ob sie Staatssekretärin im Justizministerium werden wolle

Saarbrücken. Auf dem Flughafen von Antalya in der Türkei hat Anke Morsch auf der Rückreise aus dem Urlaub am 24. April die SMS von SPD-Chef Heiko Maas erreicht, ob sie Staatssekretärin im Justizministerium werden wolle. "Ich habe schon ein paar Tage mit mir gerungen, weil ich mit Leib und Seele Richterin war", sagt die 43-jährige Juristin in ihrem noch schmucklosen Büro in der Zähringer Straße. Morsch, in Marpingen-Berschweiler wohnhaft, war bis 2006 als Referatsleiterin im Finanzministerium für Einkommen zuständig, ehe sie zur Richterin am Finanzgericht berufen wurde. 2009 wurde sie auch ordentliches Mitglied am Verfassungsgerichtshof. "Da ich Vizevorsitzende im Hauptrichterrat des Landes war, kenne ich viele Personen, die mit dem Justizministerium zu tun haben", sagt Morsch, deren Mann Markus als Rechtsanwalt und Steuerberater für PriceWaterhouseCoopers in Saarbrücken arbeitet. Wichtigstes Arbeitsthema war in den ersten Amtswochen als Staatssekretärin der Ausbruch von drei Straftätern aus der Merziger Forensik. "Wir sind bereits in Kontakt mit Unternehmen, um die Überwachung zu optimieren", sagt Morsch. Es soll nun geprüft werden, ob mehr Kameras und Kontaktsensoren an den Zäunen installiert werden. Letztere lösen Alarm aus, wenn sich jemand mit einer Stahlschere am Zaun zu schaffen macht. Und die Justizstruktur im Land müsse auf Einsparmöglichkeiten überprüft werden. "Amtsgerichte sind eine Option, aber die Bürgernähe muss erhalten bleiben", sagt Morsch.Morschs Großvater Emil Wagner hat einst das Schullandheim nach Berschweiler gebracht. "Das neue Konzept mit den Bibern hätte meinen Opa sehr gefreut", sagt Morsch, die eine enge Bindung zu ihrem Heimatdorf hat. Zur Marienerscheinung im nahen Härtelwald habe sie als Protestantin aber "wenig Bezug". dik

Foto: Iris Maurer

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