Wie wär's mit einer Seilbahn zum Gipfel?

Wie wär's mit einer Seilbahn zum Gipfel?

Ensdorf. Mit der Seilbahn zum Hotel auf die Bergehalde, um von dort aus das muntere Treiben auf dem neuen Marktplatz neben dem Förderturm zu beobachten. - Nur eine Vision beim 1. Bürgercafé zum Auftakt der Bürgerbeteiligung für die Planung der künftigen Nutzung des Geländes des Bergwerks Duhamel in Ensdorf. Den Ideen sind keine Grenzen gesetzt

Ensdorf. Mit der Seilbahn zum Hotel auf die Bergehalde, um von dort aus das muntere Treiben auf dem neuen Marktplatz neben dem Förderturm zu beobachten. - Nur eine Vision beim 1. Bürgercafé zum Auftakt der Bürgerbeteiligung für die Planung der künftigen Nutzung des Geländes des Bergwerks Duhamel in Ensdorf. Den Ideen sind keine Grenzen gesetzt. Ob sie dann auch umgesetzt werden können, werden die kommenden Jahre zeigen.In vier Wochen endet die Bergbau-Ära im Saarland und damit auch die fast 100-jährige Tradition auf der Anlage Duhamel in Ensdorf. Die Materiallager sind schon weitestgehend geräumt, die Fläche ist eingeebnet. Es ist ruhig geworden auf dem Gelände des Bergwerks. "Am 29. Juni ist die letzte Kohleverladung, die letzten Züge verlassen dann die Anlage", sagt Volker Hagelstein. Der Markscheider des Bergwerks Saar hat die Teilnehmer des 1. Bürgercafés am Freitagnachmittag über die Bergehalde der Anlage geführt.

Wenn der Bergbau am 30. Juni offiziell beendet ist, will Ensdorf in die Zukunft blicken. Ideen für die Nutzung des riesigen Areals sind gefragt. Und die Bürger sollen sich daran beteiligen. Die Gemeinde Ensdorf und die RAG Montan Immobilien GmbH planen gemeinsam die künftige Nutzung der Anlage Duhamel unter dem Dach der "Projektgemeinschaft Entwicklung Bergwerksanlage Duhamel". Rund 140 Hektar Fläche sehen einer neuen Zukunft entgegen. Bis Ende 2012 soll ein Masterplan für die Umgestaltung der Bergwerksanlage erstellt werden. Und die Bürger sind aufgefordert, ihre Ideen einzubringen.

Beim 1. Bürgercafé in der Weißkaue des Bergwerks Duhamel nutzten am Freitagnachmittag 80 Frauen und Männer die Gelegenheit, mit Experten über die Zukunftspläne zu diskutieren. Begrüßt wurden sie von Friedrich Breinig, Werksleiter des Bergwerks Saar. "Wir setzen auf Ihre Ideen", sagte Rudolf Krumm, Regionalrepräsentant der RAG Montan Immobilien GmbH. Und Ensdorfs Bürgermeister Thomas Hartz: "Wir legen Wert auf Ihre Beteiligung."

An fünf Themen-Tischen entwickelten die Bürger gemeinsam mit den Experten ihre Ideen. Das Thema am Tisch von Bernd Müller, Projektleiter bei RAG Montan Immobilien: "Welche kreativen und innovativen Nutzungen eignen sich für die Fläche?" Für Günther Puhl aus Saarwellingen steht fest: Im Mittelpunkt sollte die Energiegewinnung stehen. Seine Idee: Windräder auf der Bergehalde, Fotovoltaikanlagen im Absinkweiher.

Den Weg auf die Bergehalde will Fred Stinnen aus Ensdorf älteren Menschen ebnen: mit dem Bau einer Straße oder einer Bahn zum Gipfel.

Warum nicht eine Seilbahn zur Bergehalde bauen, ist eine weitere Idee in der Tafelrunde. Günter Kleemann, Vorsitzender des TuS Ensdorf, setzt auf Tourismus. "Das Leben der Bergleute um das Jahr 1920 sollte künftig gezeigt werden", sagt Kleemann. Ihm würde ein Marktplatz vor dem Förderhaus gut gefallen. Sogar Flusskreuzfahrer könnten nach Ensdorf gelockt werden. Auch Irmi Schütz aus Ensdorf ist für eine weitere touristische Erschließung der Bergehalde und schlägt den Bau eines Restaurants vor. Auch Musikveranstaltungen kann sie sich auf dem Gipfel der Bergehalde vorstellen.

< Bericht folgt

"Das Leben der Bergleute um das Jahr 1920 sollte gezeigt werden."

Günter Kleemann

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