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Wild- und Wanderpark Weiskirchen geschlossen - Polizei kontrolliert regelmäßig

Kontrollen in Weiskirchen : Das verschlossene Schnee-Paradies

Der Wild- und Wanderpark Weiskirchen ist derzeit für Besucher gesperrt. Die Polizei kontrolliert dort regelmäßig.

Wie viele andere Freizeiteinrichtungen war Weiskirchens Wild- und Wanderpark von den Behörden schon im vergangenen Frühjahr nach Ausbruch der Corona-Pandemie monatelang dichtgemacht worden. Das ist auch seit dem vergangenen Wochenende wieder der Fall. Aber während das Besuchsverbot damals nicht ganz so streng kontrolliert worden war, sprechen jetzt immer öfter Streifen der Polizei-Inspektion Nordsaarland und der Ortspolizeibehörde die Besucher bei illegalen Parkbesuchen an. Die SZ begleitete am Wochenende zwei Gruppen dieser Streifengänger.

„Was soll denn dieser Quatsch“, räsonierte ein älterer Spaziergänger angesichts der Absperrung vor dem Eingang des Wild- und Wanderparks. Noch bevor die Kontrolleure eingreifen konnten, antwortete ihm erbost eine junge Mutter: „Sie wären doch möglicherweise der Erste, der die Gemeinde für den Fall verklagen würde, dass Ihnen hier ein unter der Schneelast abbrechender Ast auf den Kopf fallen würde!“ Wortlos wandte sich der Angesprochene wieder dem Parkplatz zu.

Ferdi Breuer, Leiter der Ortspolizeibehörde, der gerade mit zwei Kollegen eingetroffen war, versicherte danach der SZ, dass die aktuelle Schließung des Wild- und Wanderparks von den Besuchern fast ausnahmslos als zwar bedauerlich aber vernünftig hingenommen werde, „wenn sich auch die Begeisterung darüber angesichts des schönen Schnees bei strahlendem Sonnenschein allgemein eher in Grenzen hält“. Das bestätigte sich auch bei dem anschließenden Kontrollgang.

Die Ortspolizisten wiesen im Park angetroffene Besucher auf die am Eingang angebrachten Hinweisschilder mit dem Betretungsverbot hin – und ausnahmslos alle machten sich wieder – ohne zu murren – auf den Rückweg. Dabei achteten die Kontrolleure penibel auf einen freundlichen Umgangston. So auch in der Nähe des Damwild-Geheges, wo einige Kinder unter den Augen ihrer Eltern das abschüssige Gelände als Rodelbahn nutzten. Dem Hinweis auf diesen Regelverstoß fügten die Ordnungshüter noch den Tipp hinzu, dass der Weg vor dem Parkeingang hinunter nach Rappweiler-Zwalbach gerne als Ersatz-Rodelbahn genutzt werden könne – „aber bitte mit Mund-Nasen-Masken“.

Inzwischen war vor dem Wild- und Wanderpark auch ein Streifenwagen der Polizei aufgetaucht. Die Beamten, denen in diesen Tagen die zahllosen Wildparker im Hochwald große Sorgen bereiten, können von der Ortspolizei jederzeit um Unterstützung gebeten werden, wenn Parkbesucher sich weigern sollten, die gesperrte Freizeiteinrichtung zu verlassen. „Aber das ist zum Glück bislang nicht der Fall gewesen“, versicherte Ferdi Breuer.

Auch auf dem Gau in der Nähe von Büschdorf hat die Schneedecke einige Menschen nach draußen gelockt, um die weiße Pracht zum Beispiel bei einem Spaziergang zu genießen. Foto: Ruppenthal

Er erinnerte auch noch einmal daran, dass die aktuelle Schließung des Parks nicht nur den Gefahren durch Schneebruch geschuldet sei. Verschärfend komme die neue Corona-Rechtsverordnung hinzu, die unabhängig von der aktuellen Schnee-Situation dafür verantwortlich sei, dass die Sperrung zunächst einmal bis zum Monatsende gilt. Darauf bezog sich auch Bürgermeister Wolfgang Hübschen im SZ-Gespräch: „Eins wollen und müssen wir vermeiden – die Gefahr durch den starken Besucherandrang aus allen Teilen des Saarlandes sowie aus dem angrenzenden Rheinland-Pfalz könnte ohne diese Schließung die Gefahr eines echten Corona-Hotspots, wie wir es beispielsweise im österreichischen Ischgl erleben mussten, heraufbeschwören.“

Ihm tue es in der Seele weh, dass der heilklimatische Kurort den ansonsten immer gerne gesehenen Gästen den Zutritt zum beliebten Wild- und Wanderpark zurzeit verbieten müsse, aber die allgemeine Gesetzeslage und die Verkehrssicherungspflicht ließen nichts anderes zu. Mit der Bitte um Verständnis für diese Maßnahmen verband der Bürgermeister aber auch gleichzeitig seinen Dank an die eingesetzten Polizeibeamten, die aktuell den Besucherandrang in geordnete Bahnen leiten müssen. Auch die Freiwillige Feuerwehr habe bereits mehrfach unter der Schneelast umgestürzte Bäume beseitigen und im Schnee festgefahrene Fahrzeuge befreien müssen.

Hübschen appellierte gleichzeitig an die Wanderer, bei ihren Streifzügen durch die traumhafte Schneelandschaft des Hochwaldes auf mögliche Gefahren durch herabhängende Äste zu achten, die wegen ihrer Schneelast jederzeit abbrechen könnten. Sein besonderes Mitgefühl gilt allerdings auch den Kindern, denen die Corona-Maßnahmen derzeit mehr Freizeit als von den Eltern gewollt bescheren: „Nutzt schneebedeckte Hänge bitte nur dort, wo schöne Rodeltouren wirklich ohne Gefahren stattfinden können!“