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Wadern
Bücher sind ein Ausdruck kultureller Vielfalt

Erinnerungsfoto der Bibliotheksmitarbeiterinnen mit Reinhard Klimmt und Bürgermeister Jochen Kuttler (links).
Erinnerungsfoto der Bibliotheksmitarbeiterinnen mit Reinhard Klimmt und Bürgermeister Jochen Kuttler (links). FOTO: Erich Brücker
Wadern. Reinhard Klimmt ist ein Mann, der Bücher liebt. So war er auch zum 40-jährigen Bestehen der Waderner Stadtbibliothek der passende Ehrengast.

40 Jahre Stadtbibliothek Wadern – 1978 im Zuge der Verleihung der Stadtrechte an Wadern aus der Taufe gehoben, ist die Bibliothek aus dem Bildungs- und Freizeitangebot der Hochwaldmetropole nicht mehr wegzudenken. Im Rahmen einer kleinen Feier mit einer Schar geladener Gäste wurde dieses Jubiläum zwischen all den vielen Bücherregalen begangen.


Zur Begrüßung der Gäste und insbesondere des Ehrengastes Reinhard Klimmt unterstrich Bürgermeister Jochen Kuttler die Bedeutung der Stadtbibliothek für die Stadt. Zwar sei die Unterhaltung einer Bücherei zu seinem großen Bedauern keine Pflichtaufgabe der Kommunen im Saarland, „aber der Mensch lebt nicht von Zahlen allein“. Bücher sind zwar nicht totgesagt, keine Verkaufsschlager mehr, dennoch Ausdruck kultureller Vielfalt. Von daher sollte schon mehr gelesen werden als ferngesehen. „Menschen zum Lesen zu bringen, ihnen den Zugang zur Vielfalt von Literatur und damit von Meinungen möglich zu machen, kommt nicht nur in Zeiten von Fake News und selbst gemachter Wahrheit grundlegende Bedeutung zu“, betonte der Verwaltungschef. Das weit über das normale berufliche Maß hinausgehende Engagement von Bibliotheksleitern Christel Franz und ihrem unermüdlichen Team sei ein wichtiges Zeichen dafür, dass das kulturelle Engagement in der Stadt Wadern mehr als lebendig sei. Das gelte es zu stärken und ausbauen, trotz schwieriger Finanzsituation. Sein Dank galt Christel Franz für eine gute Arbeit als Leiterin.

„Leseförderung ist eines der primären Anliegen einer Bibliothek, denn wenn wir die Kinder nicht zeitig für das Lesen, für Abenteuer und Geschichten nicht begeistern können, wird es schwierig sie im Jugend- oder Erwachsenenalter dazu bewegen u können“, sagte Leiterin Christel Franz. Die Waderner Bibliothek werde noch wertgeschätzt. Von daher arbeite man viel mit Kindergärten und Schulen zusammen, damit die Angebote der Bibliothek nicht auf taube Ohren fallen. Neben Büchern verfügt die Bibliothek auch vermehrt über digitale Medien. „Viele Nutzer halten zwar am altbewährten Buch fest, andere profitieren von den digitalen Ausleihangeboten und sind uns deshalb erhalten geblieben oder haben wir neu dazu gewonnen“, nennt die Leiterin die Gewohnheiten ihrer Kundschaft. Ihr Dank galt allen, die sich mit Engagement und mit guten Ideen sowie finanziellen Mitteln in die Arbeit der Bibliothek einbringen.



„Die Aufgabe der Bücher ist es, die Leser in andere Welten zu führen“, sagte Ehrengast Reinhard Klimmt zum Beginn seiner Rede. Er erzählte über seine ersten Erfahrungen mit Büchern als Kind und Jugendlicher im heimatlichen Elternhaus in Norddeutschland, startete eine Rundreise durch die Welt des Schreibens, der Schreiber und der Bücher, angefangen in der Antike mit Papyrus über die Handschriften der Mönche in den Klöstern bis zur Erfindung von Papier und der Buchdruckerei. Seine lebendige Grußbotschaft war kurzweilig und interessant, für die Zuhörer ein sicherlich interessanter Abend. Die heutigen Aufgaben der für Jedermann zugängigen Bibliotheken, sagte Klimmt, sei die Versorgung mit Unterhaltung, Bildung und Weiterbildung der Menschen. Da das Betreiben von Bibliotheken für die Kommunen leider nur eine freiwillige Sache sei, schlug er ein Bibliotheksgesetz bindend für alle Kommunen vor, das hoffentlich kommt. „Lasst die Hände weg von Bibliotheken, erweitert sie lieber“, lautete sein abschließender Appell abschließend an die Politik. Zu der kurzweiligen Veranstaltung trugen die Autorinnen Karin Klee und Karin Mayer mit Lesebeiträgen bei.

Die Gewinner des Foto-Wettbewerbs mit Bibliothekleiterin Christel Franz (rechts).
Die Gewinner des Foto-Wettbewerbs mit Bibliothekleiterin Christel Franz (rechts). FOTO: Erich Brücker