| 20:29 Uhr

Spitzbubenball
Männerballett rockt die Bühne

Die „Rocker“ des Männerbaletts Sinz begeisterten. Foto: Kurt Petry
Die „Rocker“ des Männerbaletts Sinz begeisterten. Foto: Kurt Petry FOTO: Kurt Petry
Sinz. Mit dem Spitzbubenball hat die närrische Zeit jetzt auch in Sinz ihren Höhepunkt gefunden.

Bevor man eigentlich bei so einer Großveranstaltung loslegen kann, muss der Saal „kochen“; mit Pauken und Trompeten besorgte das zu Beginn Kapellmeister Frank Morel mit schunkeliger Musik auf seiner „Musikmaschine“, und schon stand das Volk auf den Tischen. Der Zeremonienmeister des traditionellen Sinzer Spitzbubenballes, den man extra aus Frankfurt eingeflogen hatte, sowie der Vorsitzende der Fußballfreunde empfingen so das BCC-Prinzenpaar Prinz Wladimir und Prinzessin Svenja mit Gefolge als Gäste der Sinzer Spitzbuben.


Auch der (abgesetzte) Perler Bürgermeister Ralf wurde mit Gefolge gesichtet, um auszuloten, was sich im Spitzbubenland so alles tut und ob er eventuell hier Asyl finden könnte. Nachdem die Juniorengarde des Bescher Carneval-Clubs mit ihrem schwungvollen Gardetanz die Sinzer Narren begeisterte, entführte die BCC-Prinzengarde den Saal mit ihrem Showtanz in die Galaxie; sehr beeindruckend diese Reise völlig losgelöst und schwerelos durch das Weltall.

Dann hatten sich Zwei auf die Sinzer Narrenbühne verirrt, die in ihrem Rentnerleben immer wieder neue Entdeckungen suchen. Sie wurden hier auch fündig, zumal jetzt in Sinz eine SETA (Seniorentagesstätte) für besonders schwer betroffene Rentner errichtet werden soll – mit allem Komfort und Zurück. Und einer meinte, dass der neue Chef viel schlimmer sei als der alte. Hatte er seine Alte gestern Abend gefragt, ob es nichts zu essen gebe. Meinte die: Stell dich mit deiner dicken Panz an die Heizung und wärm’ das Mittagessen auf. Eines wurde allen am Ende klar: Das Rentner-Dilemma besteht darin, dass am Ende vom Geld immer noch zu viel Monat übrig ist.

Und dann war die Bühne fast zu klein beim ersten Höhepunkt: Fuzzy und die Sinzer Western Ladys entführten die Narrenschar tänzerisch in den Wilden Westen und in den Saloon „Zu den roten Spitzbuben“: Die erste Rakete für diese Augenweide war fällig, eine Zugabe musste her. Aus dem feindlichen Ausland (Rheinland-Pfalz) waren die „Beierner“ angerückt, um als Zwerge das Schneewittchen schön zu finden. Der Gestiefelte Kater erzählt allerhand aus seinen sieben Katerleben und musste feststellen, Kater eines Bauern zu sein ist schon schwer. Et „Suss aus Beuren“ war nicht ganz so gut drauf, es hat einen schlechten Tag erwischt, es hat „de Koop weh, die Krampadern waren geschwoll und de Buckel tat weh“. Deshalb fuhr et in die Reha und erklärte das Wort Reha: ruhig abends einen heben.

Geruhsamer ging es dann beim Briefträger Pitt zu. Bei der Post gibt es keine Penner; nur gut aussehende gestandene Männer. Die werden, wenn man dem Briefträger glauben darf, schneller befördert als die Pakete. Überhaupt: Briefträger leben gefährlich. Nicht wegen der scharfen Hunde, nein, wegen der grünen Witwen. Der Zauberer aus dem Lande Oos, ja aus „ooser Stroos“, kam mit dem neuartigen Zeugs seiner Zauberlehrlinge wie Tabletts und Co. einfach nicht mehr zurecht. Er wollte zudem eine Erklärung des Wortes Boulevard: „Beim Melken wurde mir klar, dass die Kuh ein Bulle war.“



Dann wackelte erneut das Bürgerhaus: Eine tänzerische Spitzenleistung unter Schwarzlicht der Tanzmäuse. Der krönende Abschluss war wieder das Männerballett. In diesem Jahre rockten die den Saal und lösten mit ihren akrobatisch-rockigen Figuren Begeisterungsstürme bei den Narren aus. „Zugabe, Zugabe“-Rufe waren die Folge.

Das Beurener Zwergenbalett hatte bei seinem Auftritt die Lacher auf seiner Seite. Foto: Kurt Petry
Das Beurener Zwergenbalett hatte bei seinem Auftritt die Lacher auf seiner Seite. Foto: Kurt Petry FOTO: Kurt Petry