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Ein spannendes Jahr liegt vor der Gemeinde
Perl bekommt neuen Bahnhof und Sportstätten

Für die verdienten Bürger und Sportler aus der Gemeinde Perl gab es eine kleine Anerkennung.
Für die verdienten Bürger und Sportler aus der Gemeinde Perl gab es eine kleine Anerkennung. FOTO: Gemeinde Perl
Perl. Bürgermeister Ralf Uhlenbruch kündigte beim Neujahrsempfang an, dass der Bahnhof, eine Ruine, bald zur Kulturbühne wird.

(tth) Der Bau neuer Sportstätten, die Sanierung von Straßen, die Neugestaltung des Bahnhofsbereichs und die digitale Ratsarbeit – in der Gemeinde Perl stehen in diesem Jahr viele Themen und Projekte an.


Einen Ausblick darauf gab es kürzlich beim Neujahrsempfang der Gemeinde, zu dem Bürgermeister Ralf Uhlenbruch alle Bürger, die Perler Vereine sowie Vertreter aus Politik und Wirtschaft ins Schengen-Lyzeum eingeladen hatte. Moderiert wurde das Programm von Uli Soumann, Moderator bei Radio Saarschleifenland. Marco Boesen unterstützte ihn mit musikalischen Beiträgen an Klavier und Keyboard.

Ein erstes Highlight gab es bereits zu Beginn des Abends. Der Empfang wurde vom BCC Besch mit zwei Garde-Tanzgruppen eröffnet. Die Tänzerinnen entführten das Publikum vor der offiziellen Begrüßung der Gäste in eine andere Galaxie. Im Anschluss folgten ein kurzer Rückblick auf das vergangene Jahr und ein Ausblick auf 2018: Wie Bürgermeister Uhlenbruch herausstellte, konnten im vergangenen Jahr viele wichtige Projekte auf den Weg gebracht oder abgeschlossen werden. Der Abschluss eines Vertrags mit den luxemburgischen Nachbarn über gegenseitige Wasserlieferung im Notverbund sei für ihn ein wichtiger Schritt beim Ausbau der interregionalen Zusammenarbeit gewesen. Auch die interkommunale Zusammenarbeit mit der Kreisstadt Merzig bei der Verkehrs­überwachung wurde ausgeweitet.

Ebenso wichtig war laut dem Perler Verwaltungschef der Verkauf eines Grundstückes an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben zum Bau eines THW-Gebäudes und zur Weiterentwicklung des Bildungs- und Sicherheitsstandortes Perl. Darüber hinaus konnte mit der Sanierung des Schulgebäudes von 1928 begonnen werden. Weiter wurden der Endausbau des Baugebietes „Hammelberg“ in Perl fertiggestellt und mehrere Grundstücke im Gewerbegebiet in Besch verkauft.

Ein weiteres Thema war die Einführung der digitalen Ratsarbeit. Wie Uhlenbruch berichtete, wurden dabei große Teile der Ratsarbeit auf ein Ratsinformationssystem umgestellt und die einzelnen Ratsmitglieder mit Tablets ausgestattet. Die digitale Ratsarbeit soll nach dem Plan von Uhlenbruch in diesem Jahr weiter voran schreiten. Dazu werden im ersten Quartal auch die Ortsvorsteher mit Tablets ausgerüstet.



Im Anschluss soll nach seinen Worten ein entsprechendes Online-Bürgerinformationssystem eingeführt werden. Damit sollen sich die Bürger dann zeitnah über die verschiedenen Themen, Gremien und Beschlüsse informieren können. Im Rathaus ist laut Uhlenbruch geplant, neben anderen digitalen Komponenten einen Bürgermonitor zur Verbesserung der Information einzuführen. Auch eine neue Internetseite der Gemeinde soll im ersten Quartal veröffentlicht werden.

Neben dem Ausbau der digitalen Komponenten steht in den nächsten Monaten auch die reale Hardware im Fokus. Wie der Bürgermeister mitteilte, werden Straßensanierungsmaßnahmen in Höhe von rund einer halben Million Euro vergeben.

Das Bahnhofsumfeld wurde laut des Verwaltungschefs bereits für ein Städtebau-Förderprogramm vorgemerkt, und der Bahnhof und das Umfeld sollen neu gestaltet werden. Angedacht sind eine Erlebnisgastronomie, ein Bett-&-Bike-Betrieb, eine Kulturspielfläche und ein Tourist-Infopoint. Im Fokus der Bemühungen stehe, so Uhlenbruch, vor allem die touristische Nutzung von Bahnhof und Umfeld als erster Anlaufpunkt der Gäste.

Auf neue Sportstätten können sich in Zukunft die Perler Sportler freuen. Bereits in diesem Jahr sollen die Baumaßnahmen im Bereich des Schengen-Lyzeums starten. Geplant sind zwei neue Rasenplätze mit modernem Sportlerheim, wie Uhlenbruch verriet. Einer der Plätze soll als neue Heimstätte für den FC Perl dienen. Darüber hinaus soll im Rahmen eines Förderprojektes eine professionelle Mountainbike-Infrastruktur mit verschiedenen Modulen umgesetzt werden, heißt es aus dem Rathaus. Ein weiterer Baustein in der Baustättenentwicklung könnte eine Leichtathletikanlage sein. Diese Anlage könnte nach Vorstellung der Gemeinde sowohl dem Schengen-Lyzeum als Außenanlage mit Lauf-, Sprung- und Wurfanlage als auch den Perler Bürgern und Vereinen zur Verfügung stehen.

„Aus Gemeindesicht hoffen wir sehr, dass die Realisierung der Anlage nicht an finanziellen Mitteln scheitert“, äußert sich Uhlenbruch zu den Plänen. „Obwohl wir selbst nicht Schulträger sind, übernehmen wir gerne einen Teil der Finanzierung“, betonte der Verwaltungschef. Aktuell werde für die gesamte Gemeinde ein Sportstättenentwicklungskonzept ebenso wie ein Einzelhandeskonzept erarbeitet. Der Ausbau des Bildungsstandortes Perl steht ebenfalls auf der Agenda. Mit einer neuen Arbeitsgruppe der Bildungsträger sollen demnach die Schnittpunkte zwischen Kita, Grundschule und weiterführender Schule weiter verbessert werden. Die Sanierung des Schulgebäudes soll zudem weitergeführt und zum Abschluss gebracht werden.

Aus sportlicher Sicht hält das neue Jahr auch einiges bereit. Bei der 20. Auflage der Fairplay-Tour der Großregion werden wieder rund 350 Schüler über 800 Kilometer mit dem Rad zurücklegen. Gleich bei der ersten Etappe am Samstag, 16. Juni, macht der Tross Station in Perl und wird im Park von Nell mit einer Verpflegungsstation empfangen.

Am Freitag, 21. September, und Samstag, 22. September, steigt dann in Perl das erste offizielle Sportfest der Großregion. Im Fokus der Wettbewerbe stehen moderne (Trend-)Sportarten, erklärt Uhlenbruch. Das Event findet an beiden Tagen im Umfeld des Schengen-Lyzeums statt. Neben den sportlichen Highlights erwarten die Perler einige kulturelle Veranstaltungen, wie der traditionellen Quirinusritt, der Weinschmaus am Katzenhaus, eine Märchenwanderung oder die beliebten Weinfeste.

Uhlenbruch dankte beim Neujahrsempfang auch den ehrenamtlichen Personen in der Gemeinde. Im Gemeinderat haben die Mitglieder nach seinen Worten insgesamt 2100 Stunden im Rahmen ihres Ehrenamtes geleistet.

(tth)