Sanierung oder Ausbau der L178?

Orscholz. In der kommenden Woche könnten richtungsweisende Entscheidungen zum geforderten Ausbau der L178 fallen

Orscholz. In der kommenden Woche könnten richtungsweisende Entscheidungen zum geforderten Ausbau der L178 fallen. Dann nämlich soll es im Rathaus in Mettlach ein Gespräch zwischen Vertretern des LfS, dem Staatssekretär aus dem Wirtschaftsministerium, dem der LfS zugeordnet ist, der Mettlacher Bürgermeisterin Judith Thieser sowie den Ortsvorstehern geben, in dem es um den Ausbau der Straße geht. Der zunehmend schlechte Zustand der Straßendecke auf einem knapp zwei Kilometer langen Abschnitt zwischen Orscholz und Tünsdorf macht eine Sanierung der Straße immer dringlicher. Vom Ortsausgang Orscholz bis zur Einmündung "Zum Wiesenhof" ist zudem die Anlegung eines straßenbegleitenden Radweges vorgesehen. Gleichzeitig wurde, etwa vom Orscholzer Ortsvorsteher Hermann Kiefer (SPD), die schon seit Jahren bestehende Forderung erneuert, die Fahrbahn wegen der Unfallgefahr auf diesem Abschnitt breiter auszubauen (siehe Infokasten). In jüngster Zeit hatte sich hierüber eine öffentlich ausgetragene Kontroverse zwischen Landesbetrieb für Straßenbau und dem Orscholzer Ortsvorsteher entsponnen. Zuletzt hatte Kiefer den Leiter der Planungsabteilung beim LfS, Jürgen Holz, öffentlich der Lüge bezichtigt. Kiefer bezieht sich auf Aussagen, die Holz in einem Rundfunk-Interview gemacht hat. Dort habe er erklärt, die für einen Ausbau erforderlichen Grundstücke stünden noch nicht alle zur Verfügung. Der Ortsvorsteher widerspricht: "Ich behaupte und kann dies auch beweisen, dass der LfS im Besitz aller Flächen ist, um den Ausbau dieser gefährlichen Straße sofort durchzuführen." Jürgen Holz erklärte hierzu auf Anfrage der SZ, es gehe nicht allein um die Flächen unmittelbar neben der derzeitigen Strassentrasse. Es gebe zwei grundsätzliche Alternativen für den Ausbau der L178. Eine Möglichkeit wäre die Sanierung der Straßendecke ohne Verbreiterung der Fahrbahn (siehe Info). Wenn man hingegen die Straße auf eine Fahrbahn-Breite von 6,50 Metern verbreitern wolle und dazu den gewünschten begleitenden Radweg anlegen wolle, müsse die öffentliche Hand mehr Grundstücke erwerben, als sich derzeit in ihrem Besitz befinden. Neben dem erhöhten Raumbedarf für den Radweg gebe es dafür sicherheitstechnische Gründe. Wenn die Straße nach geltenden Sicherheits-Richtlinien ausgebaut werden soll, müsse an einer Stelle der Radius einer Kurve deutlich verändert werden.Geschehe dies nicht, könnte es im Falle eines Unfalls an dieser Stelle unter Umständen zu haftungsrechtlichen Problemen kommen. Wenn das Land zusätzliche Flächen erwerben müsse, sei hierfür die Zustimmung sämtlicher betroffenen Grundstückseigentümer notwendig, um eine möglichst rasche Planung und Ausführung hinzubekommen. Holz: "Stellt sich nur ein betroffener Grundstückseigner quer, müsste man ein zeitaufwendiges förmliches Planfeststellungsverfahren einleiten." Dies wolle der LfS möglichst vermeiden. Soll die Straße, wie gefordert, auf 6,50 Meter verbreitert und gemäß geltender Richtlinien ausgebaut werden, sei zusätzlicher Grundstückserwerb "unumgänglich." Wenn sich bei dem Treffen in der kommenden Woche alle Beteiligten auf eine Ausbauvariante einigen könnten, könnte nach den Worten von Jürgen Holz bereits im Januar ein "entscheidungsreifer" Planungsentwurf vorliegen. Er wies Kritik an der langen Planungsdauer für den Straßenausbau zurück. "Wir sind nicht untätig gewesen, aber der Entscheidungsprozess ist noch nicht abgeschlossen. Das wird in Kürze geschehen." "Der LfS ist im Besitz aller erforderlichen Flächen."Hermann Kiefer, Ortsvorsteher"Wir waren nicht untätig, aber der Entscheidungs- prozess ist noch nicht abgeschlossen."Jürgen Holz, LfSMeinung

Lasst Worten Taten folgen!

Von SZ-RedakteurChristian Beckinger Starke Worte wurden genug gewechselt zur L178. Es ist jetzt an der Zeit, Taten folgen zu lassen. Immerhin sind wesentliche Dinge unbestritten: Die Fahrbahndecke befindet sich in einem schlechten Zustand. Und: Auf der Strecke wird zu schnell gefahren, die Unfallgefahr dort ist hoch. Ob der Raserei indes allein durch eine Verbreiterung der Straße zu begegnen ist, darüber sollte jeder gut nachdenken. Viele Unfälle, die es dort gab, ereigneten sich auf dem bereits ausgebauten Teilstück bei Tünsdorf. Dass gerade eine Verbreiterung das Risiko minimieren wird, darf bezweifelt werden. Dazu sind weitere Schritte erforderlich - um Autofahrern zu verdeutlichen, dass sie auch auf einer breiteren Straße nicht ohne Hemmungen aufs Gaspedal treten können. Das Gas rauszunehmen, ist bei diesem Thema auch manchem Politiker anzuraten. Auf einen blickDie zweite Möglichkeit für die angestrebte Sanierung der L178 wäre nach den Worten von Jürgen Holz der so genannte Ausbau im Bestand. Dabei würde nach den Erläuterungen von Holz aber lediglich die Straßendecke erneuert, die Straße selbst würde nicht wesentlich verbreitert. Der gewünschte Radweg soll auch bei dieser Variante kommen, betonte Holz. Für diese Lösung sei es unter Umständen nicht erforderlich, zusätzliche Flächen in größerem Ausmaß zu erwerben. cbehintergrundDer Ausbau der L178 auf eine durchgängie Breite von 6,50 Metern ist ein Thema, das bereits seit fast 30 Jahren in der Diskussion ist. Bis jetzt ist lediglich ein Teilabschnitt der Straße unmittelbar hinter der Ortslage Tünsdorf in dieser Breite ausgebaut. Auf dem ein bis zwei Kilometer langen Reststück bis zur Ortseinfahrt von Orscholz misst die Straße nur zwischen 4,80 Meter und 5,20 Meter. Der Ausbau dieses Teilstücks habe seinerzeit wegen "unlösbaren Schwierigkeiten" beim Grunderwerb zurückgestellt werden müssen, hieß es vom Landesbetrieb für Straßenbau. Auf der Strecke hatten sich wiederholt schwere Verkehrsunfälle ereignet, allerdings überwiegend auf dem Teilstück der Straße, der bereits breiter ausgebaut ist, wie Jürgen Holz vom Landesbetrieb anmerkte. cbe