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Serie: Merzig-Wadern rockt
Roll’n’Rock spielen handgemachten Country

 Die Musiker lassen ihre Ideen mit in die Lieder einfließen und spielen mit Begeisterung: Kalle Hartwig, Charles Fastiggi und Marco Bauer (von links), auf dem Foto fehlen Michael Jung und Horst Mattheis.
Die Musiker lassen ihre Ideen mit in die Lieder einfließen und spielen mit Begeisterung: Kalle Hartwig, Charles Fastiggi und Marco Bauer (von links), auf dem Foto fehlen Michael Jung und Horst Mattheis. FOTO: Heinz Mösinger/Roll'n'Rock / Heinz Mösinger
Besseringen. Fünf-Mann-Band liebt die Musik von jenseits des Großen Teiches. Neben vier Deutschen wirkt auch ein Amerikaner mit.

Rock’n’Roll hört man oft, aber Roll’n’Rock nur bei der gleichnamigen Band. Obwohl der Name auf eine amerikanische Biersorte, Rolling Rock, zurückgeht, beschreibt er auch ihre Musik. Zumindest wenn man die komplette Bezeichnung der Band betrachtet: „Roll’n’Rock, Country Blues Southern-Rock, Country Spirit“. Wie der Name schon sagt, verbinden sie die Musikrichtungen Country, Blues sowie Southern-Rock, und genau das macht sie im Kreis Merzig-Wadern zu einer Rarität.


Neben Klassikern wie „Born to be wild“, „Wild Horses“ und „Sweet home Alabama“ oder den Songs von Garth Brooks sowie Blackberry Smoke haben sie auch eigene Lieder im Repertoire. Handgemachter Country von einer deutschen Band ist nicht möglich? Doch, und zwar so: Man nehme den Bassisten Horst Mattheis aus Wiebelskirchen, Gitarristen Kalle Hartwig aus Besseringen, den Schlagzeuger Michael Jung aus Kusel und einen weiteren Gitarristen, der auch Mandoline spielt, aus Kusel, Marco Bauer. Dann füge man den vier Country-Liebhabern, die schon ihr ganzes Leben Musik machen, einen waschechten Amerikaner hinzu, und schon hat man eine deutsch-amerikanische Country-Rock-Band.

In dieser Konstellation entstehen dann Lieder wie „They Call Me The Hawk“, „Good Woman Crying“ oder „Bended Knee“, die sie mit weiteren drei Songs 2016 in einer Demo verewigt haben. In „They Call Me The Hawk“, zu Deutsch „Sie nennen mich den Falken“, geht es um einen richtigen Aufreißer-Typ. Die Frauen kommen und gehen, und er denkt, die Welt gehöre ihm alleine, ein richtiger Playboy eben. „Good Woman Crying“ und „Bended Knee“ sind Liebeslieder, wobei ersteres, wie der Name schon sagt, eine gute Frau weint, ein trauriges Lied ist.



Momentan ist Roll’n’Rock schon dabei, neue Songs zu schreiben. „Der Song, den ich gerade schreibe, klingt nach Wüste, ein wenig wie die Lieder der Eagles“, sagt Gitarrist Marco. Beim Songschreiben stehen ihnen Rick und Jonny zur Seite. Die lassen ihre Ideen mit in die Lieder einfließen und verleihen ihnen den typischen Roll’n’-Rock-Sound. Aber wer sind eigentlich Rick und Jonny? Rick war der erste Amerikaner in der Band, während der Gründung der Band im Jahr 2014. Da sein Aufenthalt hier begrenzt war, wurde er bald von Jonny abgelöst. Heute ist Charles Fastiggi ihr Experte für authentischen Country. Denn, auch Jonny blieb nicht lange in Deutschland. Sänger und Geigenspieler Charles aus Florida soll nun  in der Band bleiben.

Für einen Auftritt in Pullmann City in Passau ist Rick extra angereist, um die Band zu unterstützen. In dem Westernstadt-Freizeitpark haben sie im November 2016 gemeinsam den zweiten Platz beim Internationalen Country-Music-Award in der Rubrik Country Rock gewonnen. Dieses Jahr waren sie dort als Vorband der Music Road Pilots gebucht und auch für nächstes Jahr gibt es schon eine Anfrage von Pullman City sowie vom Country-Festival im Ötztal in Österreich. Aber auch hier in Merzig hatten sie im Mai dieses Jahres beim Honky Tonk Festival in der Wunderbar sowie im September letzten Jahren in Besseringen im Hotel Sonnenhof Auftritte. In Wiebelskirchen im Gasthaus Stoll trifft man sie auch öfter an.

Selbst die Pausen bei den Auftritten von Roll’n’Rock sind manchmal mit handgemachtem Country, Pop und Blues gefüllt. Kalles Frau Doro Hartwig und Annabelle Schmidt aus Elm covern dann Country- und Rock-Klassiker, wie „Jolene“ von Dolly Parton oder „Have You Ever Seen The Rain“ von CCR. Ferner singen sie auch ruhige Lieder wie „Dreams“ von Fleetwood Mac und das 2014 erschienene „Calm After The Storm“ von The Common Linnets. Die beiden Gitarristinnen treten als weibliches Pendant zu Roll’n’Rock mit sanften Liedern und zarten Stimmen bei der gemeinsamen Bühnen-Show auf.

(asg)