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Über 500 Betten mehr: Krankenkassen warnen vor Betten-Zuwachs in Saar-Kliniken

Über 500 Betten mehr : Krankenkassen warnen vor Betten-Zuwachs in Saar-Kliniken

Die gesetzlichen Krankenkassen haben gestern ihr Nein zum Entwurf für den neuen Krankenhausplan 2018-2025 bekräftigt.

In der Krankenhauskonferenz, einem Gremium aus Akteuren der Gesundheitsbranche, das vor dem Beschluss des Krankenhausplans gehört werden muss, warnten die Kassen vor dem geplanten Aufwuchs von mehr als 500 Krankenhaus-Betten. Die Zustimmung der Kassen ist aber nicht erforderlich.

Für den Verband der Ersatzkassen (vdek) im Saarland sagte der Leiter der Landesvertretung Saarland, Martin Schneider, der geplante Betten-Aufwuchs sei nicht nachvollziehbar und auch der falsche Weg. „Statt einer Verteilung der Betten nach dem Gießkannenprinzip hätte man mit dem Krankenhausplan die notwendigen Weichen für eine stärkere Konzentration und Zukunftsfähigkeit der saarländischen Krankenhauslandschaft stellen können.“ Der vdek gibt zu bedenken, dass mehr Betten auch mehr Pflegepersonal und höhere Investitionen des Landes nötig machen.

Ähnlich argumentierte der Leiter der Landesvertretung der Techniker Krankenkasse, Stefan Groh: „Das Gutachten hat zwar einen Betten-Zuwachs vorgeschlagen, allerdings sollte damit eine Spezialisierung und Konzentration zur Verbesserung der Versorgungsqualität einhergehen. Das ist leider nicht der Fall und auch der Betten-Zuwachs ist aus unserer Sicht zu hoch.“ Eine ähnliche Position vertrat zuletzt auch die SPD-Fraktion im Landtag, die bei Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU) größeren Gesprächsbedarf anmeldete.

Der CDU-Abgeordnete Hermann Scharf hatte schon vor Tagen den Krankenhausplan-Entwurf verteidigt: „Bei unseren zahlreichen Besuchen und Gesprächen in den Krankenhäusern hat sich für uns ein klares Bild gezeichnet: Überall im Land fehlt es an Betten“, unterstrich er. Bei der Grippewelle in diesem Jahr sei das System aufgrund der extremen Überbelegung beinahe kollabiert.