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Wadern
Nordsaarlandklinik steht im Krankenhausplan

Für das Nordsaarland sieht der Krankenhausplan 130 Betten vor.
Für das Nordsaarland sieht der Krankenhausplan 130 Betten vor. FOTO: Sebastian Widmann / picture alliance / dpa
Wadern. Für den Waderner Bürgermeister Jochen Kuttler ist der Krankenhausplan eine Arbeitsgrundlage, die Klarheit schafft, und ein Auftrag, intensiver nach einem Träger zu suchen.

„Ein wichtiger Schritt auf einem weiten Weg“ – so bewertet der Waderner Bürgermeister Jochen Kuttler die jetzt bekannt gewordenen Details aus dem neuen Krankenhausplan der Landesregierung.Die Stadt Wadern begrüßt es in einer Erklärung gegenüber unserer Redaktion nachdrücklich, „dass die Nordsaarlandklinik Teil des Krankenhausplans sein soll“.


„Wir freuen uns, dass sich unsere Hartnäckigkeit ausgezahlt hat“, äußert sich Bürgermeister Jochen Kuttler zur Ankündigung des saarländischen Gesundheitsministeriums, die Nordsaarlandklinik im neuen Krankenhausplan festzuschreiben. Es sei gut und zukunftsweisend, dass die monatelangen Bemühungen der Bürgerinitiative Nordsaarlandklinik und der Stadt Wadern, die gemeinsam für die Berücksichtigung eines Klinikzentrums im neuen Krankenhausplan gekämpft haben, Erfolg hatten.

Die klare Aussage von Ministerin Monika Bachmann (CDU), im Falle des Baus einer Nordsaarlandklinik auch die entsprechenden Betten von anderen Standorten abzuziehen, mache es möglich, „mit Ruhe und Weitsicht auf Trägersuche zu gehen“. Genau das war nach Kuttlers Worten in der kurzen Zeit zwischen der Schließungsankündigung der Marienhaus GmbH für den Standort Wadern und der Vorlage eines Entwurfs für den neuen Krankenhausplan zeitlich nicht zu leisten.

Nachdem die Machbarkeitsstudie zur Nordsaarlandklinik klar ergeben habe, dass der Standort Wadern zum einen geographisch bestens geeignet und zum anderen in Bezug auf die Patientenströme mehr als überlebensfähig ist, sind alle Beteiligten aufgefordert, in Bezug auf die Trägersuche neue Wege zu gehen. Bürgermeister Jochen Kuttler: „So wie ich mir nur schwer vorstellen konnte, dass ein aktuell auf dem saarländischen Terrain befindlicher Träger hier in die Bresche springen wird, habe ich auch meine Zweifel, ob eine Kooperation zwischen den momentan im Saarland handelnden Akteuren den Impuls in Richtung einer Nordsaarlandklinik geben wird.“ Insofern müsse die Suche nach einem Träger ausgeweitet werden – auch und gerade über die Grenzen des Saarlandes hinweg, sagt Kuttler. „Bedenkt man, dass zu Beginn der Gespräche über den neuen Krankenhausplan die Berücksichtigung einer Nordsaarlandklinik kategorisch ausgeschlossen wurde, halten wir jetzt eine Machbarkeitsstudie in der Hand, die den Standort Wadern klar als geeignet ausweist.“ Außerdem habe die Stadt Wadern die eindeutige Aussage des Gesundheitsministeriums, dass im Falle der erfolgreichen Trägersuche die Betten im Krankenhausplan umgeschichtet werden sollen – auch wenn das zulasten der umliegenden Standorte gehe. „Ich denke, das ist eine Arbeitsgrundlage, die zum einen Klarheit schafft, die aber zum anderen auch Auftrag ist, die Suche nach einem Träger zu intensivieren“, urteilt der Verwaltungschef.

Die Stadt Wadern wird sich nach Kuttlers Worten „weiter intensiv und beherzt für die medizinische Versorgung der Bevölkerung im nördlichen Saarland einsetzen“. Dazu gehören die Konzeption eines Gesundheitsparks in Wadern und die  Suche nach einem Träger für ein zentrales, gut ausgestattetes Klinikum für das nördliche Saarland. „Beide Elemente sind kein Gegensatz, sondern ergänzen sich hervorragend“, stellt Kuttler klar. „Ein Gesundheitszentrum stellt keinen Ersatz für ein funktionierendes Krankenhaus dar, das ist uns allen klar. Insofern zählen wir bei der Suche nach einem Träger für ein Klinikzentrum auf die Unterstützung aller interessierten Akteure.“ Jochen Kuttler weiter: „Ich bin mir sicher, dass die Bürgerinitiative Nordsaarlandklinik hier mit uns zusammen ebenso engagiert ans Werk gehen wird wie die saarländische Landesregierung.“



Die Stadt Wadern sieht die Diskussion um die Nordsaarlandklinik als Dreh- und Angelpunkt einer weitergehenden Diskussion um die Krankenhauslandschaft im Saarland. Jochen Kuttler: „Wir bleiben bei unserer Position: Das Land braucht einen Masterplan! Es darf in der langfristig angelegten Diskussion nicht bloß darum gehen, bestehende Standorte abzusichern und künstlich am Leben zu halten. Ziel muss es vielmehr sein, die Kliniklandschaft im Saarland so aufzustellen, dass sie dauerhaft bestehen kann.“