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Heimatfreunde
Bebelsheims bester Nashornschützer berichtete

Volker Winzent.
Volker Winzent. FOTO: Holger Dincher
Bebelsheim. Volker Winzent war zu Gast bei den Heimatfreunden und referierte über Erlebnisse auf seinen Afrika-Reisen. red

Der Archivraum der Heimatfreunde war bei der letzten Lesestunde mit 50 Zuhörern proppenvoll. Der gebürtige Bebelsheimer Volker Winzent, den es aus beruflichen Gründen vor 38 Jahren in ferne Länder zog, berichtete über seine Afrika-Reisen. Volker Winzent faszinierte das Publikum mit Erlebnisberichten durch die Weiten Kenias. So zog der eine oder andere die Augenbrauen hoch, als der Vortragende spannend erzählte, wie er bei einem Gang auf die Buschtoilette, einem – zum Glück nicht hungrigen – Leoparden begegnete.


Zusammen mit seiner Ehefrau bereiste er neben den bekannten Nationalparks auch die , touristisch wenig bzw. gar nicht erschlossenen, Landesteile und berichtete über eine Reise in das kenianisch-sudanesiche Grenzgebiet und über den damit verbundenen Besuch eines Flüchtlingscamps in Kakuma das damals etwa 96 000 Flüchtlinge aus den vorwiegend angrenzenden Nachbarländern beherbergte. Auch staunten die Zuschauer nicht schlecht, als er berichtete dass er während seines dortigen Aufenthaltes eine Mädchenschule einweihen durfte, die von der Schauspielerin und Unicef-Botschafterin Angelina Jolie finanziert wurde. Die Schauspielerin hatte das Flüchtlingscamp während der Dreharbeiten des Films „Tomb Raider – Die Wiege des Lebens“ besucht.

Es folgte ein spannender Bericht, hinterlegt mit Bildern und selbst gedrehten Videosequenzen, über die Umsiedlung von Nashörnern durch den Kenia Wildlife Service am Lake Nakuru und in einem privaten Tierreservat im kenianischen Hochland an denen die Familie Winzent mehrfach aktiv teilnehmen konnte. 9800 Kilometer und 18 Grenzübertritte, so begann der Reisebericht über eine Reise von Ende Januar bis Anfang März 2006 der die Familie Winzent von Nairobi über Tansania, entlang des Malawisees nach Sambia, Simbabwe und Botswana führte. Anschaulich ergänzt wurde der Bericht durch die begleitenden Bilder die neben der hinreisenden Landschaft auch Einblicke in das Leben der Menschen gaben. Beeindruckend waren auch die Fotos und Geschichten über den Besuch der Victoriafälle und eine mehrtägige Tour mit dem Einbaum in das Okavango Delta.



Ein Jahr später führte die Jahresreise der Familie Winzent einmal um den Victoriasee. Von Nairobi über das erste Etappenziel,dem Kagamega Forrest im nordwestlichen Teil Kenias, führte die Reise zu den Quellen des weißen Nils im ugandischen Jinja, nach Ssese Islands – einem Archipel von 84 Inseln im nordwestlichen Teil des Victoriasees, zu den Berggorillas in Ruanda, durch das bürgerkriegsgeschüttelte Burundi und schließlich durch Serengeti zurück nach Kenia.Abgerundet wurde der Vortrag über die Erlebnisse in Äthiopien, insbesondere der Tisissat Wasserfälle bei Bahir Dar, der Schlösser von Gondar, den Stelen von Axum und der weltweit bekannten monolithischen Felsenkirchen aus dem 12./13. Jahrhundert von Lalibela. Noch Stunden nach dem Vortrag verharrten die meisten Gäste der Lesestunde im Archivraum der Heimatfreunde, bildeten Stuhlkreise und baten den Vortragenden in ihre Mitte, um weitere Fragen stellen zu können. Die Heimatfreunde reichten zum Vortrag einen selbst hergestellten Kaffee-Likör, als Beispiel für ein afrikanisches Nationalgetränk.